Veranstaltungs-Rückblicke

Selbst organisiertes Treffen in Hamburg

Ein Bericht von TiL-Stipendiatin Blerina
Eine Gruppe von 30 TiLern machte sich in den Pfingstferien für vier ereignisreiche Tage auf nach Hamburg, um die Hansestadt von vielen verschiedenen Seiten kennen zu lernen. Eine gemeinsame Zugfahrt vom Süden in den Norden leitete die Reise ein, doch die erkundungswütigen Stipendiat*innen ließen sich davon nicht ermüden und machten sich direkt nach dem Check-In im Hostel auf dem Weg zum Theaterunterricht. Stipendiatin Blerina berichtet: „Wir machten Kennenlernspiele, Aufwärmung, mussten festgelegte Aufgaben umsetzen aber auch improvisieren.“

Nachdem abends die Hamburger Innenstadt besucht wurde, ging es am nächsten Morgen direkt weiter mit einer groß angelegten Schnitzeljagd in zwei Gruppen: „Währenddessen machten wir Halt an der HafenCity, dem Marco-Polo Tower, den Magellan-Terrassen und stiegen auf die Elbphilharmonie.“ Obwohl der zweite Tag des SOTs relativ kühl und regnerisch war, ließen die 30 TiLer es sich nicht nehmen, einen schönen Abend zu verbringen, während die einen gemeinsam ins Kino gingen, zogen andere durch die Stadt, und eine dritte Gruppe ging gemeinsam Essen.

Der dritte Tag begann gemeinsam mit dem Programmpunkt „Maritimes Museum“. Die Führung ging von Deck 9 bis 2 und die Stipendiat*innen besichtigten neben maßstabsgetreuen Container-Schiffen auch Kreuzfahrtschiffe und Militärschiffe, deren realistische Darstellung die Faszination noch einmal ankurbelte. Weiter ging es mit dem Modell des Hamburger Hafens und mit der Darstellung berühmter Seeschlachten, mit Schiffsmodellen aus verschiedenen Materialien wie Knochen, Bernstein oder Gold, dem Vergleich von Luxusschiffen früher und heute und der Geschichte der Titanic mit einem Kurzfilm. Ebenfalls nicht zu kurz kamen die maritimen Bekleidungen und die Herstellung von Tauen. Nach der Mittagspause ging es mit der Fähre weiter nach St. Pauli, wo die TiLer bei einer Stadtführung alles über die Geschichte des Viertels lernten, inklusive der Beatles. Der Tag fand seinen Ausklang bei Elbtunnel-Besuchen und Strandgängen sowie einer gemeinsamen Wasser-Lichter-Show.

Der letzte Tag der gemeinsamen Reise führte Teile der Gruppe ins Miniatur Wunderland und zur St. Michaelis Kirche, nach deren Besteigung die TiLer die „höchsten Personen in Hamburg“ waren, aber auch an den Strand und zurück nach St. Pauli. Die letzten Stunden wurden mit einer gemeinsamen Hafenrundfahrt verbracht, bevor der gemeinsame Weg zurück nach Baden-Württemberg angetreten wurde.

Kreativwerkstatt in Gaggenau

Mit 40 Stipendiatinnen und Stipendiaten waren wir am letzten März-Wochenende bei schönstem Frühlingswetter in der Akademie Schloss Rotenfels in Gaggenau. In einem von drei Workshops konnten die Schüler*innen hierbei auf unterschiedliche Weise kreativ werden: bei einem Foto-Workshop mit dem Berliner Fotografen Jan von Holleben, bei einem Graffiti-Workshop mit Bernad Sakic alias Kosmik und bei einem Programmier-Workshop mit Diana und Philipp Knodel des gemeinnützigen Hamburger Startups Appcamps. Bei einer Vernissage am Sonntag stellten die Workshops den anderen Teilnehmer*innen ihre wirklich beeindruckenden Ergebnisse vor. Hut ab vor so vielen Talenten!

Im App-Workshop entstanden in kleinen Teams unter anderem Apps, die Parkplätze in fremden Städten finden, das „wahre Alter“ ermitteln, landeskundliches und popkulturelles Wissen über Korea abfragen oder auch Rückmeldung per SMS geben, wenn sich ein Handy weiter als zugelassen entfernt.

Nach intensiven Vorbereitungen mit der Vorbereitung von diversen Schablonen wurden im Graffiti-Workshop ab Samstagnachmittag Leinwände besprüht – und trotz der Verwendung teils gleicher Schablonen entstanden ganz unterschiedliche und individuelle Kunstwerke.

Der Fotografie-Workshop glich einem Bienenstock. Kleingruppen und Einzelpersonen verfolgten mit der Unterstützung der anderen ihre individuellen Fotokunst-Projekte, sammelten Material, arrangierten, verwarfen Ideen und kreierten neue.

Im Anschluss an die Kreativwerkstatt wurde außerdem ein tolles Video darüber gedreht, das die Arbeit des Wochenendes schön einfängt.

Selbst organisiertes Seminar Songproduktion

Auf Initiative einer Stipendiatin und einer Alumna von Talent im Land fand vom 27. Februar bis 1. März in Mannheim ein selbst organisiertes Seminar in Kooperation mit der Popakademie statt. Unterstützt durch professionelle Songwriter und Producer der Popakademie Mannheim konnten die Teilnehmer einen gemeinsamen Song selbst schreiben und produzieren. Stipendiatin Lena-Marie Lecat berichtet:

 Sonntag Nachmittag trafen wir uns alle im Mannheimer Hauptbahnhof und gingen von dort aus gemeinsam zur Jugendherberge, wo wir auch gemeinsam zu Abend aßen. Mit vollem Magen verbrachten wir den Abend gemeinsam im Aufenthaltsraum mit Gesprächen und Spielen. Auch wenn wir „nur“ eine kleine Gruppe waren, hatten wir eine unglaubliche Vielfalt an musikalischen und fotografischen Talenten zu bieten.

Am Montag ging es dann mit dem offiziellen Programm des SOT los und wir gingen früh morgens in die Popakademie Mannheim. Hier wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt, die für das Songwriting und die Instrumentalbegleitung zuständig waren. Dilara hatte bereits Vorarbeit für uns geleistet und einen Teil des Songs mit Gitarrenbegleitung vorgeschrieben. Die Songwritergruppe überarbeitete die vorhandenen Teile und verfasste eigenständig die Strophen, während die Instrumentalisten sich eine passende Begleitung überlegten. Am Ende des Tages wurden die Ergebnisse gegenseitig vorgestellt und schon gemeinsam geprobt. Danach gingen wir zusammen in die Jugendherberge zum Abendessen. Den restlichen Abend verbrachten wir mit anderen TiLern aus der Regionalgruppe in Mannheim. Von Dilara und Songül bekamen wir dann noch eine kleine Führung durch Mannheim. Nicht mal das kalte Wetter konnte uns unsere Freude und gemütlichen Stimmung verderben!

Am nächsten Tag überarbeiteten beide Gruppen separat ihre Teile und probten diese erneut. Als schlussendlich beide mit ihrer Arbeit zufrieden waren, fügten wir beide Teile zusammen und probten den Song einige Male gemeinsam. Nachdem beide Gruppen zufrieden waren, verließen wir die Akademie und gingen gemeinsam in Mannheim bowlen. Während des restlichen Abends waren wir im Gemeinschaftsraum und sangen und redeten miteinander.

An unserem letzten Tag nahmen wir nach einer kurzen Probe unseren Song stückweise auf. Erst nahmen die Instrumentalisten ihre Parts auf, danach sangen die Solisten ein und schlussendlich die Gruppe. So waren wir, zwar mit Verspätung, aber am Ende des Nachmittages fertig mit dem Einspielen und Einsingen unseres Songs und machten uns auf den Weg zum Bahnhof. Hier mussten wir uns dann leider schon voneinander verabschieden und gingen nach und nach zu den Zügen und fuhren nach diesem sehr tollen Projekt mit einem super Ergebnis nach Hause.

Hier kann man den Song direkt als mp3 anhören und/oder herunterladen.

Während des Seminars entstand zum Song noch ein Videoclip, der weitere Eindrücke bietet von den gemeinsamen Tagen.

 

Vorbereitungsendspurt: das Abilerncamp 2017

Ein neues Seminar gab es dieses Jahr auf der Burg Rabeneck: das Abilerncamp, das die baldigen Abiturient*innen Anfang März bei einem intensiven Wochenende zusammen mit Gleichgesinnten und einer Gruppe Alumni, die als Mentor*innen fungierten, auf die größte Prüfung der Schullaufbahn vorbereitete.

Während das Seminar weitgehend offen gestaltet wurde, um Raum für individuelles Lernen und Gruppenarbeiten in allerhand Fächern zu geben, gab es abgesehen von den klassischen Essenszeiten auch noch ein paar andere Rahmenpunkte: Gleich am ersten Abend hielt Alumna Kameliya einen Vortrag zum Umgang mit dem Stress während des Abiturs. Am zweiten Tag bot Alumna Nadia mittags eine Simulation der Kommunikationsprüfung an und hielt am Abend einen Vortrag über die „Top 40 common mistakes in text production“. Und auch die Alumni Quynh, Madeleine und Sinan trugen mit ihrem Fachwissen und ihrer Erfahrung zum Lernerfolg des Wochenendes bei.

Selbstverständlich durften auch Entspannungsphasen nicht fehlen. Bei Snacks, Werwolf-Spielen, Filmscreenings und Tischkickermatches wurden die Abendstunden aufgelockert und sorgten dadurch für frische Luft in den rauchenden Köpfen. Morgens machte sich eine mutige Truppe auf, um mit einer Joggingrunde in den Tag zu starten. Gemeinsame Spaziergänge dienten ebenfalls der Entspannung und Ablenkung – doch keine der geplanten Pausen konnte so schön den Hirnschmalz lockern wir der Regress: ein Spielplatz war nicht weit von der Jugendherberge und lockte immer wieder. Dies könnte tatsächlich die fast lehrreichste Erfahrung des Camps gewesen sein: auch Abiturient*innen sind keine Maschinen und brauchen Pausen, Ablenkung und Freude für eine erfolgreiche Prüfung.

SOS – Studienorientierungsseminar 2017

Vom 10. bis 12. Februar fand in Rastatt das diesjährige SOS – Studienorientierungsseminar statt, das in Kooperation mit dem Studienkompass aus Berlin mit 31 Teilnehmer*innen der Kursstufe durchgeführt wurde.

Was will ich werden? Was will ich machen? Wie will ich arbeiten? Wo liegen meine Stärken? Mit diesen und vielen weiteren Fragen erarbeiteten die Stipendiat*innen zusammen mit vier Trainer*innen ihre persönlichen, konkreten Wünsche für die Zukunft und einen Plan, wie sie zu einem für sie passenden Studienfach oder Berufsfeld kommen.

Zunächst jedoch gab es am Freitagnachmittag ein heiteres Willkommen. Die Frage, wieso ein Studium überhaupt aufgenommen werden sollte, wurde umrahmt von gegenseitigem Kennenlernen und, im Falle der Stipendiat*innen, fröhlichem Wiedersehen.  Aufgeteilt in vier Kleingruppen konnten die Teilnehmer*innen in den beiden Folgetagen ihren Zukunftsvorstellungen auf den Grund gehen und auf dieser Basis ‚Zukunftsskulpturen‘ bauen, die am Abend der gesamten Gruppe präsentiert wurden. Auch wechselseitiges Coaching in Tandems stand auf dem Programm.

Das Seminar mündete am Sonntag in Einzelvorstellungen innerhalb der Kleingruppe, bei denen jeder der Kleingruppe seine eigenen Zukunftsperspektiven präsentieren konnte. In einer praktischen Einheit erfuhren die Stipendiat*innen zum Abschluss, wie man mit dieser Basis und mithilfe von Informationsangeboten im Internet zum passenden Studienfach und -ort kommen kann. Derart gestärkt können sie jetzt in das letzte Jahr vor dem Abitur starten  – eine tolle Unterstützung, die bei vielen für mehr Klarheit, bei einigen aber auch für ein wenig mehr (positive) Verwirrung sorgte. 🙂

Filmprojekt des Planspiels Stuttingen

Vergangenes Wochenende, vom 3. bis 5. Februar 2017, haben wir sieben Stipendiat*innen in Bad Urach im Haus auf der Alb verbracht. Im zugehörigen Planspiel im November hatten wir mit insgesamt über zwanzig TiLern das kommunalpolitische Planspiel „Stuttingen“ selbst ausprobiert. Für dieses Planspiel sollte von uns zusammen mit dem professionellen Filmemacher Tobias Greber von 18 Frames zwei kleine Einstiegsvideos gestaltet werden.

Nach einigen Theoriestunden rund um den Dreh eines Filmes mit den Filmproduzenten waren wir am Freitag auch schon direkt auf uns allein gestellt. Wir sollten viel selbstständig arbeiten, bekamen aber natürlich tatkräftige Unterstützung von der Projektleitung. Nach einer großen Runde zur Ideensammlung legten wir in kleinen Gruppen los, um das Drehbuch zu schreiben – zum einen für einen Imagefilm der Stadt „Stuttingen“, zum anderen für eine Nachrichtensendung, die auf kommunale Probleme verweist.

Mit großen Plänen und einer Menge Motivation begannen wir am Samstag früh schon um 7:30 Uhr mit dem Dreh. Zunächst filmten wir mit einer Drohne die Landschaft und den Sonnenaufgang vor dem Haus auf der Alb. Nach dem Frühstück ging es in die Innenstadt, um den Wochenmarkt zu filmen. Dabei interviewten wir für unsere Nachrichtenshow einige Passanten. Anschließend wurde die Nachrichtensendung gefilmt und noch einige Aufnahmen für den Imagefilm gedreht. Nach einer langen Filmarbeit ging es gegen Abend ans Schneiden, womit wir am späten Abend so gut wie fertig waren, sodass wir gemütlich bis spät in die Nacht zusammensitzen konnten und die Zeit mit interessanten Gesprächen und Spielen verbrachten.

Am Sonntagvormittag gab es eine kleine Premiere mit vielen Fotos, die wir über die drei Tage hinweg geschossen hatten, und natürlich unseren zwei Werken, die an diesem Wochenende entstanden waren.

Wir wollen uns an dieser Stelle bei TiL für die Möglichkeit, das Projekt zu besuchen, bedanken. Außerdem danken wir herzlich der LpB und Tobias von 18 Frames für die wunderschöne Zeit und eine gelungene Arbeit!

Anissa, Chavah, Kiril, Leyla, Mahid, Mervenur, Chavah und Tijda

 

Alumnitreffen 2016 in Bad Urach

Nicht nur aus Baden-Württemberg, sondern auch aus Bayern wurden dieses Jahr über 60 ehemalige Stipendiatinnen und Stipendiaten begrüßt, die beim Alumnitreffen vom 18.-20. November 2016 zwei kurzweilige Tage und Nächte in der Jugendherberge Bad Urach verbrachten. Vor allem am Samstag gab es zahlreiche Angebote für unterschiedliche Gemüter, doch im Vorfeld fand die Mitgliederversammlung des TiL Alumni e.V. statt, bei der auch ein neuer Vorstand gewählt wurde. Erster Vorsitzender ist seither Vereinsgründungsmitglied Hamed Celaymanian, dessen Vorgängerin Swetlana Schäfer sich schweren Herzens gegen eine erneute Kandidatur entschied und damit eine große Lücke im Vorstand hinterlässt. Der Vorstand besteht weiterhin aus der neuen zweiten Vorsitzenden Yasmin Taheri, dem Kassenwart Sergej Belik, der Schriftführerin Emsal Avdosoji und den erweiterten Mitgliedern André Almeida, Sinan Qazzazie und Natalie Seel. Erstmalig ist der Vorstand des Alumnivereins damit auch fast zur Hälfte bayerisch besetzt – so soll ein Grundstein für zukünftige gemeinsame Alumni-Arbeit gelegt werden.

Im Anschluss an die Kommissionsarbeit wurde das Angebot geöffnet – Spaziergänge zu den Bad Uracher Wasserfällen wurden ebenso unternommen wie künstlerische Projekte und literarische Stunden. Intellektuellen Input gab es in kurzweiligen TED-Vorträgen von sechs Alumni, bevor die Ehemaligen mit Neuigkeiten der aktuellen Stipendiaten versorgt wurden.

Ein Highlight war auch dieses Jahr der Große Preis, bei denen die Einheit und Familiarität der TiLer vorübergehend zweitranging wurde und erhitzt debattiert, angefochten und verteidigt wurde. Sicherlich spätestens bei der Vorstellung der Regionalgruppenarbeit des vergangenen Jahres und den Plänen für die Alumniarbeit 2017 am nächsten Morgen aber waren die Bande wiederhergestellt und ein entspanntes, stimmungsvolles Wochenende des Wiedersehens wurde beendet.

Erneuter Zuwachs für die TiL-Familie

Ein weiterer Jahrgang des Stipendienprogramms Talent im Land stieß in den beeindruckenden Räumlichkeiten des Weißen Saals im Neuen Schloss Stuttgart zu den zahlreichen Vorgängern, die das Programm inzwischen so einzigartig machen.

Als ein Ort der Begegnung wurde das Programm nicht nur von Moderator und Journalist Armin Himmelrath, sondern auch vom stellvertretenden Ministerpräsidenten und Innenminister des Landes Baden-Württemberg, Thomas Strobl, dargestellt. Ganz in diesem Sinne kamen bei der Veranstaltung die frischgebackenen Stipendiat*innen und ihre Familien mit älteren Mitgliedern der TiL-Familie und Alumni, Vertretern aus Schulen und dem Land, aus den Stiftungen und aus unterschiedlichsten Verbänden zusammen.

Eröffnet wurde der kurzweilige Abend von Neu-Stipendiatin Neda Moshki und ihrer Schwester Negin, die bereits seit 2014 im Programm ist. An Querflöte und Piano präsentierten sie eine beschwingte Gavotte von Francois-Joseph Gossec. Moderator Armin Himmelrath begrüßte anschließend die Gäste und Stipendiat*innen und betonte noch einmal den besonderen Charakter des Abends – ein Zusammentreffen derer, die das Programm ermöglichen und derer, die es anschließend mit Leben füllen und so erfolgreich machen.

Minister Strobl betonte in seinem Grußwort nachdrücklich die Bedeutung von Chancengleichheit und warb dafür, in diesem Sinne Bildungschancen und Herkunft voneinander zu entkoppeln. „Packen wir’s einfach gemeinsam an“, war sein Appell, mit dem er die fortschreitende Vielfältigkeit in Baden-Württemberg und die Rolle Einzelner honorierte: „Wenn unser Land nicht heute schon so vielfältig wäre, wie es ist, dann wären wir auch nicht eines der wirtschaftsstärksten Länder in Deutschland und in ganz Europa“.

In eigener Sache und zur Freude der ‚TiLer‘, die an diesem Abend geladen waren, wurde vor der feierlichen Urkundenübergabe der neue Imagefilm von Talent im Land vorgestellt, der noch einmal die Säulen des Programms aus Sicht der Stipendiat*innen beleuchtet. Aufgelockert wurde die Urkundenübergabe durch einen selbstgeschriebenen Text über die Frage nach dem eigenen Talent, seiner Herkunft und seiner Beschaffenheit durch Neu-Stipendiatin Leah Nlemibe.

In einer lockeren Gesprächsrunde zwischen der Geschäftsführerin der Robert-Bosch-Stiftung, Uta-Micaela Dürig, dem Geschäftsführer der Baden-Württemberg-Stiftung, Christoph Dahl, dem langjährigen Kursleiter Prof. Dr. Michael Stephan, und der TiL-Alumna Viola Schramm wurden einzelne Aspekte des Förderprogramms noch einmal besonders hervorgehoben. Aus verschiedenen Perspektiven konnten sie eigene Erfahrungen und Erlebnisse mit einbringen und den Neuankömmlingen im Programm einen Vorgeschmack auf das geben, was sie in den nächsten Jahren erwartet.

Noch drei weitere Stipendiatinnen gestalteten den Festakt mit: Nach der Podiumsgesprächsrunde beeindruckten Özgenur Cicek an der Gitarre sowie Leticia dos Santos und Blerina Jashari mit ihren Stimmen, als sie das Lied „All of Me“ sangen. Für einen besonderen Gänsehautmoment sorgte der Refrain, als alle Stipendiat*innen des Jahrgangs 2016 gemeinsam einstimmten.

Einen gelungenen und emotionalen Abschluss bot Alumnus Hamed Celaymanian, TiLer früher Stunde, dessen Laudatio auf persönlicher Ebene hervorhob, wie viel Einfluss das Stipendienprogramm auf seinen Bildungsweg hatte: viele neue Erfahrungen, Vernetzungen während und nach der Schule und finanzielle wie ideelle Unterstützung. Der Diplommathematiker und Mitgründer des Vereins „Talent im Land Alumni e.V.“ mit iranischen Wurzeln schilderte seine Orientierungslosigkeit während der Anfänge in Deutschland und den beeindruckenden Weg, den er durch und zusammen mit TiL begehen konnte. „Ihr seid Vorbilder für viele andere“, richtete er ermutigend an die neuen Mitglieder seiner Zweitfamilie – eine Familie, die von seinem Enthusiasmus direkt angesteckt wurde und all diesen Vorzügen positiv gestimmt begegnet.

Fünf der neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten stellen wir hier vor:

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„Bildung heißt auch Charakterbildung“, so lautet Le Vys Motto in Bezug auf TiL. Sie hat sich zum einen beworben, um die Angebote im Bereich Begleitung und Beratung wahrzunehmen, zum anderen aber auch, um anderen Kulturen und verschiedenen Persönlichkeiten zu begegnen. Das ausgeprägte Interesse der 14-jährigen Gymnasiastin an anderen Kulturen spiegelt sich auch in ihren Lieblingsfächern wider: Neben Sport und Musik liegen Le Vy vor allem die Sprachen Deutsch, Englisch und Latein. Ihre Muttersprache ist Vietnamesisch, geboren und aufgewachsen ist Le Vy hier in Deutschland und zurzeit lebt sie mit ihrer Familie in St. Blasien.In ihrer Freizeit engagierte Le Vy sich viele Jahre beim Heimatverein, aktuell bringt sie sich im Jugendrotkreuz und im Zentrum für individuelle Begabungsförderung ein, wo sie Schüler*innen mit Lese-Rechtschreib-Schwäche unterstützt. In ihrer Freizeit spielt Le Vy Badminton, schreibt gern Gedichte oder Kurzgeschichten und interessiert sich für griechische Mythologie. Ihre große Leidenschaft für Musik lebt sie seit sechs Jahren beim Geigenunterricht aus, außerdem spielt Le Vy im schulischen Orchester und Streichertrio und singt auch gern. Diese breitgefächerten Interessen und Le Vys Motivation, immer Neues kennenzulernen, werden ihr sicher helfen, all ihre Zukunftspläne zu verwirklichen. Wir freuen uns darauf, Le Vy auf ihrem weiteren Weg zu begleiten!

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„Stuttingen“ – ein kommunalpolitisches Planspiel

Ein Bericht von Stipendiatin Leyla Yilmaz.

Über 20 Stipendiat*innen nahmen in der ersten Novemberwoche drei Tage lang an einem Planspiel über kommunale Politik teil, das von der Landeszentrale für politische Bildung speziell für Talent im Land durchgeführt wurde.

Die Teilnehmenden schlüpften in „Stuttingen“ in verschiedene Rollen des Gemeinderats, der Stadtverwaltung und der Jugendvertretung und befassten sich so mit kommunalpolitischen Themen aus unterschiedlichsten Perspektiven. So entstanden Diskussionen über Lösungsvorschläge verschiedener Probleme, die in der fiktiven Stadt „Stuttingen“ auftraten und (fast) alle Teilnehmer*innen zufriedenstellten und eine Menge neues Wissen über Demokratie vor Ort.

Die politischen Einheiten wurden von den Referierenden immer wieder durch Spiele unterbrochen und blieben so kurzweilig. Die besten Teilnehmer*innen wurden außerdem ausgezeichnet, wodurch der Spaß für alle Beteiligten aber nicht zu kurz kam.

Der Lerneffekt war durch die lockere, offene und vertrauenswürdige Art der Referenten sehr hoch und die Atmosphäre entspannt, alle hatten große Freude an dem Seminar. Schließlich kam auch das Abendprogramm nicht zu kurz. Der Höhepunkt des Seminars war jedoch am letzten Tag die simulierte Stuttinger Gemeinderatssitzung im Rathaus Tübingen. Mit dabei waren dabei auch zwei Tübinger Gemeinderäte, die im Anschluss für Fragen zur Verfügung standen.

In einem nächsten Schritt sollen mit einigen Teilnehmer*innen an einem Wochenende Anfang nächsten Jahres kurze Erklärvideos erstellt werden, um diese zusammen mit dem eigentlichen Planspiel in der Bildungsarbeit der Landeszentrale für politische Bildung einzusetzen.

Zweites Stipendiatentreffen des Jahrgangs 2015

Das zweite Stipendiatentreffen des Jahrgangs 2015 vom 28. bis 30. Oktober fand unter dem Motto ‚Eine Meinung haben – und dazu stehen‘ statt – eine gelungene Veranstaltung für alle Beteiligten. Rhetorik und Präsentation sollten dabei kennengelernt und praktiziert werden, ganz in diesem Sinne gab es ein Rede- und Sprachtraining sowie eine Einführung und Kleingruppenarbeit über Meinungsreden.

Die Leistung der Einzelnen kam dennoch nicht zu kurz: In einer eigenen Rede und einer Videopräsentation mit anschließender Analyse konnten die 44 Stipendiat*innen ihre rhetorischen Fähigkeiten der Gruppe präsentieren und vor allem sich selbst vor Augen führen. Als Abschluss des zweiten Tages gab es noch weitere Anstöße in einem Vortrag von Dr. Martin Roos, der aus Düsseldorf angereist war.

Der Höhepunkt des Seminars, neben der Wiedersehensfreude, war die große TiL-Debatte am Sonntag zum Thema „Soll der Zugang zu sozialen Medien erst ab 18 Jahren erlaubt sein?“, die auch gleichzeitig den Seminarabschluss darstellte. Besonderer Beliebtheit erfreute sich in alter TiL-Manier außerdem die Sporthalle, die das Zusammensein sicher ebenso stärkte wie gemeinsame Abende und Gespräche.