Veranstaltungs-Rückblicke

Online-Workshop: Selbst- und Zeitmanagement in Corona-Zeiten

Auch in diesem Jahr haben wir Ende Januar unseren traditionellen eintägigen Workshop zum Thema Selbst- und Zeitmanagement – in diesem Jahr als Online-Format – mit unserer Referentin Erika Magyarosi zweifach angeboten.

Die beiden Stipendiatinnen Roula und Paula haben einen Bericht über den Workshop verfasst:

Wir sind eine Familie, wir halten zusammen!“, so inspirierte uns Erika Magyarosi in ihrem Workshop zum Thema Selbst- Zeitmanagement in Corona-Zeiten. 22 Tiler saßen am 23. Januar gespannt an ihren Rechnern und lauschten Erika Magyarosi, die ihnen wertvolle Tipps schenkte, und zwar nicht nur im Bereich Zeitmanagement, sondern auch in vielen anderen Lebensbereichen.

Wie teile ich meine Zeit am besten ein? Was priorisiere ich, wie kann ich mich motivieren und wie schaffe ich es, zu den 15%  der Menschen zu gehören, die ihre Ziele für das Jahr erreichen? All diese Fragen und die Antworten darauf waren Teil des Workshops, der von Erika Magyarosi geleitet wurde. Die Referentin ist halb Ungarin und halb Rumänin, fühlt sich aber auch in Tübingen heimisch. Die 22 Teilnehmer waren von ihrer Ambition und Motivation fasziniert. Denn sie schaffte es, das C1-Deutschzertifikat in vier Monaten zu bestehen und an der Uni Philosophie zu studieren sowie im Anschluss zu lehren. Ihre Leidenschaft ist Kant und ihr Motto ist: „Es ist ok, sollte aber exzellent sein!“, aber ACHTUNG, nicht perfekt, weil die Perfektion kann nie erreicht werden. Für das Erreichen der Exzellenz gibt es jedoch Strategien, die wir gelernt haben.

„Jeder Wunsch hat das Potential erreicht zu werden.“ Dieser Spruch zeigt, dass wir für unsere Ziele kämpfen sollten, da wir sie erreichen können. Um unsere Ziele bestmöglich zu erreichen, bekamen wir Methoden an die Hand. Wir lernten, wie wir den Anfang des Jahres ausnutzen können, um Ziele zu setzen und unsere Zeit geschickt zu planen. Wir wurden von Erika Magyarosi informiert, was man gegen Aufschieberitis tun kann und, was Zeitdiebe sind. Wichtig sind auch die humorvollen Fachbegriffe, die Erika häufig benutzt wie zum Beispiel „eat the frog“ oder „Salami-Methode“, für die Vegetarier: „die Karotten-Methode“.

Ein weiterer Tipp: Für unsere Ziele ist es wichtig ein Minimum und ein Maximum zu definieren um realistisch zu bleiben. Bei der Festlegung unserer Ziele sollten wir Namen finden, die zu dem Projekt passen, aber auch so besonders sind, um unser Ziel immer vor Augen zu haben. Die definierten Ziele bekamen Namen wie Keep calm, JurAnita, Butterfly Effect, Ruby Talk, Florenz, Speedy Gonzales oder Mozart and Faith. Auch sollten wir unsere großen Ziele auf Monats- und Wochenziele herunterbrechen um die Motivation zu behalten, an ihnen zu arbeiten und sie zu erreichen.

Jede*r Einzelne von uns Teilnehmer*innen bekam einen Coach zugeteilt und ist selbst auch Coach für eine andere Person, um gemeinsam die Ziele zu erreichen und sich gegenseitig zu unterstützen. Durch den Workshop aber auch durch die tolle gemeinsame Zeit, die wir hatten, ist das Erreichen unserer persönlichen Ziele in greifbare Nähe gerückt.

Abschließend folgte ein schöner Vergleich der Referentin: Die Zeit kann man als Zyklen definieren. Momentan ist es Winter (auch metaphorisch) und danach kommt logischerweise der Frühling „und wir kriegen auch unseren Frühling“, motivierte Erika Magyarosi am Schluss.

TiL-Jahrestreffen 2020: experimenta in Heilbronn

Alle TiL-Stipendiat*innen an einem Tag zu einem erlebnisreichen Tag zusammenzubringen, das ist das Ziel des TiL-Jahrestreffens. Immerhin 120 der 160 aktuellen Stipendiat*innen verbrachten Anfang Oktober einen Samstag im Experimenta Science Center in Heilbronn, wenn auch mit einigen corona-bedingten Einschränkungen. Ob bei einem Laborkurs, in einer Science Dome Show oder in der Ausstellung mit den vielen Mitmach- und Ausprobierstationen – auf ganz unterschiedlichen Weisen konnten sich die Stipendiat*innen naturwissenschaftlichen Themen annähern.

Bei den Laborkursen der Experimenta standen spannende Experimente und Versuche auf dem Programm. Im DNA-Labor wurde beispielsweise mit Hilfe der PCR-Technik ein Täter mittels genetischem Fingerabdruck überführt, im Robotik-Labor konnte man erste Schritte zur Programmierung eines Roboters erlernen, und beim Workshop Faszination Farbe drehte sich alles um die Entstehung und Wahrnehmung von Farben.

Wer nicht gerade in einem Laborkurs war, konnte in der übrigen Zeit auf eigene Faust die große Naturwissenschafts-Ausstellung der Experimenta erforschen. Auf vier Stockwerken gab es Hunderte von Mitmachstationen und Experimente zu entdecken, und so fand jeder etwas, um die eigenen Reaktionen oder die Geschicklichkeit zu testen, das eigene Wissen zu erweitern und den einen oder andere Aha-Moment zu erleben.

Alle Interessierten konnten außerdem einen Einblick in das Schülerforschungszentrum (SFZ) Nord-Württemberg erhalten, das an der Experimenta in Heilbronn angesiedelt ist und mit seinen Laboren für Biologie, Chemie und Physik und Technik vielfältige Möglichkeiten für junge Forscher*innen bietet, eigene Projekte umzusetzen. (Eine Übersicht über alle SFZ in Baden-Württemberg gibt es →hier).

Für viele war es der erste Besuch der Experimenta, und vermutlich nicht der letzte, denn fast alle waren begeistert von den vielen Möglichkeiten, die sich dort bieten, um sich spielerisch und interaktiv mit Naturwissenschaft auseinanderzusetzen.

Erstes Stipendiatentreffen des Jahrgangs 2020

Zur Freude aller konnte das erste Stipendiatentreffen des neuen TiL-Jahrgangs 2020 im September in der Akademie Bad Boll trotz Corona als Präsenzveranstaltung stattfinden. Wie bereits in den Vorjahren stand das Seminar unter dem Motto „Chancen bilden – auf dem Weg zu neuen Herausforderungen“.

Bei erlebnispädagogischen Kleingruppenaktivitäten, Workshops zu eigenen Zielen und Herausforderungen und dem Abendprogramm nutzten die neuen Stipendiat*innen die Zeit, um sich gegenseitig kennenzulernen und sich auf das „TiL-Feeling“ einzustimmen.

Bei der Talent-Show am zweiten Abend zeigte sich: so vielfältig unsere Stipendiat*innen sind, so vielfältig sind auch ihre Talente. Ob bei einem Vortrag über die Sportart Cricket, einer Beat-Box-Einlage, Musikstücken sowie einer Taekwondo-Vorführung – es war für alle ein toller Abend, der viel zu schnell zu Ende ging.

Für den Abschluss am Sonntag berichteten schließlich einige ehemalige Stipendiatinnen und Stipendiaten über ihre Erfahrungen mit dem Programm und gaben hilfreiche Tipps. Wir blicken zurück auf ein erlebnisreiches Wochenende, das allen Beteiligten in guter Erinnerung bleiben wird.

 

Same same but different: Sommerakademie 2020

Bereits zum 15. Mal konnten in diesem Jahr insgesamt 74 Stipendiat*innen von Talent im Land Baden-Württemberg und Bayern auf dem Campus des Salem International Colleges in Überlingen Anfang August acht unvergessliche Tage auf der Sommerakademie erleben. Gemäß des diesjährigen Mottos „same same but different – Gleichheit als Ideal, Vielfalt als Chance“ war diese Akademie durch die Corona-Situation in vielerlei Hinsicht „different“: durch das Im Vorfeld erarbeitete Hygienekonzept konnten die Kurse, die kursübergreifenden Freizeit- und Sportangebote sowie das Abendprogramm nach den Corona Abstands- und Hygieneregeln durchgeführt werden.

In diesem Jahr gab es Kurse in den Bereichen Wirtschaft, Jura, Politik & Medienwissenschaft, Künstliche Intelligenz & Robotik, Soziologie und Medizin. Thematisch deckten die Kursinhalte eine breite Palette ab und reichten von der Analyse der Bedeutung von Meinungsvielfalt in den Medien und in der Politik (Kurs Politik & Medienwissenschaft) bis hin zu Genetik und Viren (Kurs Medizin). Bei den Abschlusspräsentationen am letzten Abend der Akademie erarbeiteten die Kursteilnehmer*innen gemeinsam mit ihren Dozent*innen ein abwechslungsreiches Abendprogramm, in dem das in der Woche Erlernte kreativ auf der Bühne dargeboten wurde. Hier war von Theaterstücken bis hin zu einer von Licht und Musik untermalten Mini-Roboter-Show Einiges geboten.

Bei allem wissenschaftlichen Input durfte natürlich ein angemessener Ausgleich nicht fehlen. Im Nachmittagsprogramm wartete ein umfangreiches Repertoire an Workshops auf die Stipendiat*innen. Die angebotenen Workshops – in denen viele Stipendiatinnen selbst als Leitende aktiv wurden – spiegelten die Bandbreite der Talente unser Stipendiat*innen wider: neben Sprachkursen in Kurdisch, Türkisch und Albanisch, einer Einführung in die Philosophie sowie einem Vortrag über Raumfahrt waren auch viele sportliche Angebote dabei, die von „Workout für Ladies“ über Tanz bis hin zu Tennis reichten.

Auch das freiwillige Sportprogramm kam nicht zu kurz und bot Aktivitäten für alle Talente und Interessen. Neben exotischeren Disziplinen wie Bogenschießen, Frisbee oder Discgolf konnte Basketball, Beachvolleyball, Tennis und Fußball gespielt werden. Ihren sportlichen Ehrgeiz herausgefordert sahen die Stipendiat*innen bei einem Beachvolleyball- und einem Basketballturnier, und natürlich durfte das traditionelle Flutlicht-Fußball-Duell zwischen TiL Bayern und TiL Baden-Württemberg nicht fehlen.

Beim Abend mit Gästen reflektierte die Tübinger Schauspielerin Insa Jebens in einer One-Woman-Show das Thema Liebe und Genderrollen. In der anschließenden Podiumsdiskussion, bei der auch die Soziologin und Dozentin der diesjährigen Sommerakademie Katja Hericks mitdiskutierte, wurde das Thema von unterschiedlichen Facetten aus beleuchtet.

Zur Freude aller konnte auch in diesem Jahr die traditionelle Bootsfahrt auf dem Bodensee stattfinden. Nach den Regenschauern tagsüber blieb es am Abend trocken und ein wunderschöner Sonnenuntergang sorgte für eine schöne Atmosphäre auf dem Panoramadeck.

Alle Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, beim Informationsabend Studium und Beruf die anwesenden Studienfach-Vertreter*innen zu löchern und dadurch Orientierung über mögliche Bildungswege nach der Schulzeit zu erhalten. Zahlreiche Vertreter*innen von Studienförderwerken schalteten sich via Online-Konferenz dazu, sodass die Stipendiat*innen – auch ohne analogen Kontakt – die Möglichkeit hatten, in Einzel- und Gruppengesprächen wertvolle Informationen über Studienfinanzierungsmöglichkeiten aus erster Hand zu erhalten.

Atmosphärischer Höhepunkt war der Abend der Talente, der traditionellerweise von den Stipendiat*innen selbst gestaltet wird. Neben Rope Skipping, Karate, Poetry Slam und einem eigens für die Sommerakademie geschriebenen Theaterstück stellten die Stipendiat*innen ihr musikalisches Können unter Beweis: Klavier- und Saxophonspiel sowie Operngesang sorgten für Gänsehautmomente.

Ein weiteres Highlight und in dieser Form eine Premiere war eine Silent Disco am Abschlussabend: Auf den ausgeteilten Kopfhörern konnten die Teilnehmer*innen aus drei Kanälen mit unterschiedlichen Musikrichtungen auswählen. Mit auf diese Weise rot, grün und blau leuchtenden Kopfhörern konnten alle mit ausreichend Abstand und ohne Lärmbelästigung der umliegenden Anwohner unter freiem Himmel die Akademie ausklingen lassen.

 

Was will ich studieren? Das SOS-Studienorientierungsseminar 2020

Wie soll mein Weg nach der Schulzeit weitergehen? Wie stelle ich mir meine berufliche und private Zukunft vor? Viele Abiturient*innen stellen sich diese Frage spätestens, wenn die Abschlussprüfungen vor der Tür stehen. Fällt die Wahl dabei auf ein Studium, ergibt sich daraus eine weitere Frage: Welcher Studiengang passt zu mir? Aus rund 16.000 Studiengängen in Deutschland den passenden zu finden ist durchaus eine Herausforderung.

Unterstützung bei dieser wichtigen Entscheidung bekamen 35 TiL-Stipendiant*innen an einem Wochenende Ende Februar von fünf Trainer*innen vom Studienkompass beim Studien-Orientierungs-Seminar SOS in Filderstadt. Ziel des Seminars war es, den Teilnehmer*innen in Hinblick auf deren berufliche und private Zukunft eine Orientierung und einen Überblick an Möglichkeiten zu bieten.

Nach einer gemeinsamen Kennenlernrunde startete das Seminar mit einer zentralen Frage: Lohnt sich ein Studium? Trainer Baris Ünal, hauptberuflich Leiter der Studienberatung an der TU Berlin, stellte den Stipendiat*innen eine ganze Reihe von Gründen vor, die für ein Studium sprechen, und welche Voraussetzungen jemand mitbringen muss, der studieren möchte.

In den beiden folgenden Tagen entwarfen die Teilnehmer*innen in Kleingruppen eine persönliche Zukunftsvision. Wie bereits beim Seminar im Vorjahr ließen die TiL-Stipendiat*innen beim Basteln einer Zukunftsskulptur aus verschiedenen Materialien ihrer Kreativität freien Lauf. Die entstandenen Kunstwerke sollten die im Voraus identifizierten Wünsche und Vorstellungen in Hinblick auf die berufliche wie private Zukunft der Stipendiat*innen repräsentieren. Anschließend erarbeiteten die TiLer*innen in einer Coaching-Übung paarweise eigene Stärken und Schwächen und analysierten, welche äußeren Einflüsse auf ihre Studienwahl einwirken können.

Abschließend bot das Seminar am Sonntag eine Möglichkeit, die gewonnenen Erkenntnisse der eigenen Kleingruppe zu präsentieren und jede*r Teilnehmer*in erhielt ein persönliches Feedback durch die Trainer*innen und die Gruppe. Zu guter Letzt wurde das gedankliche Chaos der letzten Tage sortiert: Informationsangebote im Netz wurden vorgestellt, mithilfe derer eine fundierte Studienwahl getroffen werden kann.

 

Der Abschluss naht: Abilerncamp 2020

Das allseits beliebte Abilerncamp startete Ende Februar in die insgesamt vierte Runde. Für die 25 Noch-Stipendiat*innen bedeutete das: Endspurt in Sachen Abivorbereitung!

In einem intensiven verlängerten Wochenende in Schwäbisch Hall konnten sich die Teilnehmer*innen mit Gleichgesinnten auf die anstehenden Abschlussprüfungen vorbereiten. Unterstützt wurden die baldigen Abiturient*innen von fünf engagierten Ehemaligen, die beim Lernen mit Rat und Tat zu Seite standen und wertvolle Tipps geben konnten. Das Seminar wurde weitgehend offen gestaltet, um viel Raum für individuelles Lernen und Gruppenarbeiten in den verschiedenen Fächern zu schaffen.

Durch motivierende Impulsvorträge, kreativ gestaltete Gemeinschaftsspiele am Abend, aber auch durch entspanntes Meditieren, Tischtennis oder gemeinsame Spaziergänge an der frischen Luft wurde den Stipendiat*innen gekonnt Stress genommen und Freude bereitet. Die gezielte Einteilung der Tage in Lernphasen und Pausen half den Abiturient*innen dabei, einen individuellen Lernplan für Zuhause zu erstellen und diesen auch mit realistischen Zielen zu füllen.

Viel zu schnell endete die gemeinsame Zeit am Montag mit der Abreise.

Alumnitreffen in Rottweil

Ende November 2019 trafen sich knapp 70 ehemalige TiL-Stipendiat*innen aus Nah und Fern in der Jugendherberge Rottweil, um ein vielseitiges, interessantes und vor allem schönes Wochenende zu verbringen. Mit viel Engagement seitens der Ehemaligen wurden die drei Tage gestaltet: Am Freitag standen das Ankommen, die Begrüßung und die Programmvorstellung im Vordergrund. Beim gemeinsamen Abend am Freitag gab es bei leckeren Crêpes die Gelegenheit, sich in gemütlicher Runde mit anderen Ehemaligen auszutauschen, neue Bekanntschaften zu schließen oder alte Freundschaften zu pflegen.

Der Samstag startete mit einer kurzen Präsentation von aktuellen Informationen aus dem „Talent im Land Alumni e.V.“. Anschließend gab es am Vor- und am Nachmittag je einen von Ehemaligen gestalteten Workshop, der sich mit den Themen „Gewohnheiten“ und „Klimawandel“ auseinandersetzte. In spannenden Kurzvorträgen gaben darüber hinaus einige Ehemalige Einblicke in Themen, mit denen sie sich im Studium oder auch in ihrer Freizeit beschäftigt hatten.

Ein Highlight war auch dieses Jahr der Große Preis, bei denen die Einheit und Verbundenheit der TiLer vorübergehend zweitranging wurde und erhitzt debattiert, angefochten und verteidigt wurde.

Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen der Regionalgruppen, die in aller Ausführlichkeit ihre Aktivitäten des vergangenen Jahres vorstellten. Gemeinsam wurde überlegt, wie die Arbeit der Regionalgruppen noch besser funktionieren und noch lebendiger werden könnte. Nach einer Feedbackrunde und einem letzten gemeinsamen Mittagessen war es dann schon wieder Zeit Abschied zu nehmen.

TiL-Jahrgang 2019 feierlich ins Programm aufgenommen

50 weitere Stipendiatinnen und Stipendiaten sind seit dem 1. September Teil der TiL-Familie und werden auf ihrem Bildungsweg vielfältig unterstützt. Am 8. November wurden sie als 16. Jahrgang von Staatssekretärin Gisela Splett sowie Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg-Stiftung und Christoph Palm, Geschäftsführer der Josef Wund Stiftung, feierlich im Neuen Schloss in Stuttgart bei Talent im Land aufgenommen. „Gute Bildung ist das Wichtigste, was wir unseren Kindern mit auf den Weg geben können“, betonte Gisela Splett, Staatssekretärin im Ministerium für Finanzen Baden-Württemberg.

Für die 33 Schülerinnen und 17 Schüler, die aus knapp 300 Bewerbungen ausgewählt wurden, öffnen sich als TiLer*innen neue Perspektiven. Neben einer monatlichen Unterstützung von 150 Euro erhalten sie Zugang zu einem umfangreichen Seminar- und Bildungsprogramm, können bei der Oberstufen-Sommerakademie Studienfelder kennen lernen und bekommen innerhalb eines Netzwerks aus rund 650 „Talent im Land“-Alumni Ratschläge für Schule und Berufsplanung.

Die neu aufgenommenen TiL-Familienmitglieder zeichnen sich durch ihr hohes soziales oder politisches Engagement aus. Viele der Stipendiaten*innen haben Auszeichnungen für schulische oder sportliche Leistungen erhalten. Sie sind vielseitig interessiert und haben klare berufliche Ziele. „Ich bin jedes Jahr aufs Neue begeistert und beeindruckt von dem Potenzial, der Lebensfreude und den Persönlichkeiten unserer Stipendiatinnen und Stipendiaten. Darin sehe ich eine große Bereicherung nicht nur für die jungen Menschen selbst, sondern für das ganze Land – und die Bestätigung, dass TiL nach wie vor ein wichtiges Bildungsprogramm ist“, erklärte Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung. Bei den Zukunftsplänen stehen in diesem Jahr besonders die Studienfächer Physik, Informatik oder Medizin hoch im Kurs. Aber auch das Engagement für die Umwelt, das Interesse am politischen Geschehen und der Wunsch, sich für andere einzusetzen, zeichnet die Jugendlichen aus: Sie wollen als Ärztin oder Arzt in Kriegsgebieten helfen, Jura oder Politik studieren, für Frauenrechte kämpfen oder die Umwelt schützen.

Der TiL-Jahrgang 2019 ist eine vielfältige Gruppe: 22 Schüler*innen sind in Deutschland geboren, 16 in Syrien. Weitere Geburtsländer sind Afghanistan, Iran, Bosnien-Herzegowina, Rumänien, Russland, Tibet und Usbekistan. Während fünf Schüler*innen keinen Migrationshintergrund haben, sind 27 Stipendiaten*innen innerhalb der letzten fünf Jahre nach Deutschland zugewandert. „Der diesjährige Jahrgang hätte unserem Stifter große Freude bereitet. Josef Wund musste den steinigen Weg zum beruflichen Erfolg in jungen Jahren fast ohne Unterstützung gehen. Deshalb ist es ganz in seinem Sinne, so unglaublich motivierte und talentierte Menschen unabhängig von ihrer Herkunft zu fördern und ein Stück weit zu begleiten“, betonte Christoph Palm, Geschäftsführer der Josef Wund Stiftung.

Die Festveranstaltung unter der Moderatorin von Kimsy von Reischach lieferte den anwesenden Gästen einen Einblick in die Bestandteile des Programms, von denen die neuen Stipendiat*innen in den kommenden Jahren profitieren werden. So hob TiL-Alumna Anesa Aljovic in ihrer → berührenden Begrüßungsrede die Bedeutung der Seminare und des TiL-Netzwerks hervor und teilte ihre Erfahrungen darüber, was es bedeutet, ein Mitglied der TiL-Familie zu sein.

Passend dazu lieferte ein → kurzer Film einen ersten Eindruck über die Atmosphäre im Programm und worauf sich die neuen Stipendiat*innen freuen dürfen. Neu-Stipendiatin Julia, die mit ihrem → Poetry Slam über die Vielfalt bei TiL alle verzauberte, konnte bei der Frage, worauf sie sich am meisten freue, entsprechend sofort antworten: auf die Sommerakademie.

Auch die musikalischen Beiträge machten die Diversität des neuen Til-Jahrgangs deutlich. Der neue Jahrgang lief zu einem elektronischen Beat in den Saal des Neuen Schlosses ein, den Neu-Stipendiat Mauricio komponiert hatte. Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einem englischen Volkslied am Klavier von Neu-Tilerin Emilija, die mit ihrem Können auch schon bei Jugend musiziert auf Landesebene sehr erfolgreich war. Yasin El Harrouk, Mitglied der diesjährigen Auswahljury und vielen Jugendlichen eher unter seinem Künstlernamen Yonii bekannt, brachte einen seiner Songs auf die Bühne und ermutigte die Jugendlichen, ihren Zielen und Träumen zu folgen.

Der Abend klang bei netten Gesprächen und einem Fingerfood-Buffet, begleitet von Livemusik der Band um TiL-Alumnus Ivo Georgiev, harmonisch aus.

  Der Poetry Slam Text von Neu-Stipendiatin Julia König

  Die Begrüßungsrede von TiL-Alumna Anesa Aljovic

 

Fünf der neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten stellen wir hier vor:

Rana

Die 18-jährige Rana hat einen großen Traum – sie möchte Medizin studieren, um später als Ärztin den Menschen in Afrika zu helfen. Und dafür legt sich die Elftklässlerin, die seit 2019 TiL-Stipendiatin ist, heute schon mächtig ins Zeug. Ihr Ehrgeiz und ihre Zielstrebigkeit sind zwei der vielen Stärken, die Rana auszeichnen. Die Schule nimmt die gebürtige Usbekin sehr ernst, einen Großteil ihrer Zeit verbringt sie mit Lernen. Obwohl Rana sehr gut Deutsch spricht, möchte sie unbedingt noch ihren Wortschatz erweitern. Viel Zeit für Freizeitgestaltung bleibt da nicht, denn Rana hilft nebenbei noch ihren jüngeren Geschwistern und unterstützt ihre Eltern. Findet sich doch mal eine Pause, widmet sie sich ihrer zweiten großen Leidenschaft – dem Sport. Bevor sie 2017 nach Deutschland kam, trainierte Rana Taekwondo. Erst im Sommer 2019 hat sie diees Hobby wieder aufgenommen und in dieser kurzen Zeit schon einige Erfolge feiern können: In zwei Wettbewerben erreichte sie Gold- und Silbermedaillen. Zusätzlich fährt sie gerne Inliner und tanzte 5 Jahre lang Folkore. Wir sind gespannt, wie sich Ranas Weg weiterentwickelt!

Das zweite Stipendiatentreffen des Jahrgangs 2018 in Filderstadt

Das 2. Stipendiatentreffen des TiL-Jahrgangs 2018 fand Ende Oktober im Tagungszentrum Bernhäuser Forst in Filderstadt statt. Im Zentrum stand dabei das Thema: „Eine Meinung haben – und dazu stehen“.

Nach dem Ankommen begann der Freitag mit einer allgemeinen Einführung in die Rhetorik. Anhand von Film- und Tonbeispielen wurden wichtige Wesensmerkmale der Rhetorik erarbeitet. Sehr spielerisch ging es in Vorbereitung auf die Debatte am Sonntag auch darum, dass in Kleingruppen Debattenthemen erarbeitet wurden, über die zum Schluss alle abstimmen durften.

Der Samstag stand ganz im Zeichen eines Rede- und Sprechtrainings in Kleingruppen. Aspekte wie ein guter Aufbau einer Meinungsrede, Stimmführung, Gestik und Mimik wurden erörtert – und nach einer Vorbereitungszeit nach dem Mittagessen mit Videoaufzeichnung in der Kleingruppe präsentiert. Anschließend wurden die Videos analysiert und ausgewertet. Nach dem Abendessen stellte Frank Schumacher, Doktorand am Seminar für Allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen, die von seinem Seminar ausgezeichnete „Rede des Jahres“ 2018 vor und zeigte beispielhaft, welche rhetorischen Mittel in der politischen Rede zum Einsatz kommen können. Mit seinem Beitrag und der der anschließenden Diskussion endete eine langer, aber gelungener Seminartag.

Höhepunkt des Wochenendes war am Sonntag dann die große TiL-Debatte zur Frage „Sollen Boulevard-Zeitungen verboten werden?“, bei der einige Stipendiat*innen ihre gelernten Rhetorik-Kompetenzen anwenden und alle anderen diese analysieren konnten.

Natürlich blieb auch Zeit für das ersehnte Wiedersehen: an den Abenden hatten die TiLer Zeit, die tolle Sporthalle des Bernhäuser Forsts zu nutzen oder einfach gemeinsam beisammen zu sein.

 

Erstes Treffen der neuen Stipendiaten 2019

Mitte September 2019 fand in Bad Boll das erste gemeinsame Stipendiatentreffen für die TiL-Neulinge des Jahrgangs 2019 statt. Wie bereits in den Vorjahren stand das große Kennenlern-Treffen unter dem Titel „Chancen bilden – auf dem Weg zu neuen Herausforderungen“.

Die Stipendiat*innen durften sie sich in Workshops mit ihren eigenen Fähigkeiten, Stärken & Zielen auseinandersetzen und von den anderen hören, wie diese mit Herausforderungen des Alltags und der Schule umgehen. Um neue Herausforderungen ging es auch im zweiten Teil des Treffens: unter der Anleitung von zwei Erlebnispädagogen erspürten Kleingruppen die eigenen Grenzen und lernten nebenbei viel über Kommunikation und Gruppenzusammenhalt.

Während am Freitagabend die Gruppe „La Marmotte“ viel zu einer gelösten und lockeren Atmosphäre beitrug, durften beim „Abend der Talente“ die Stipendiat*innen selbst auf die Bühne und ihre persönlichen Talente den anderen präsentieren.

Am Sonntag schließlich berichteten einige eingeladene Alumni des Programms von ihren Erfahrungen und Erlebnissen mit Talent im Land. In einer weiteren Runde sortierten sich die neuen TiLer in ihre Regionalgruppen und tauschten Ideen für gemeinsame Aktivitäten aus.

Den Abschluss am Sonntag bildete ein gemeinsames Mittagessen mit den eingeladenen Eltern und eine Inforunde zu den Bestandteilen des Stipendiums, in der viele Fragen zum Bildungsprogramm und zu Zuschüssen geklärt werden konnten.