Veranstaltungs-Rückblicke

15. TiL-Jahrgang aufgenommen

51 neue Stipendiat*innen sind seit dem 1. September Teil der TiL-Familie und werden auf ihren Bildungswegen unterstützt und beraten. Am 14. November wurden sie von Kultusministerin Susanne Eisenmann sowie Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung, und Dr. Dagmar Wolf, Bereichsleiterin Bildung der Robert Bosch Stiftung, feierlich im Neuen Schloss Stuttgart als 15. Jahrgang in das Programm „Talent im Land“ aufgenommen. „Die Stipendiaten sind außergewöhnliche Jugendliche, die trotz schwieriger Startbedingungen ihre Motivation nie verloren haben und voller Zuversicht in die Zukunft blicken. Dabei denken sie nicht nur an sich selbst, sondern auch an andere“, betonte Dr. Susanne Eisenmann, Ministerin für Kultus, Jugend und Sport, in ihrem Grußwort. Zudem riet sie den Stipendiatinnen und Stipendiaten, dass man bei Misserfolgen nicht liegen bleiben dürfe, sondern wieder aufstehen und weiterkämpfen solle.

Für die 31 Mädchen und 20 Jungen, die aus insgesamt über 300 Bewerbungen ausgewählt wurden, öffnen sich als TiL-Stipendiaten ganz neue Perspektiven. Neben einer monatlichen Förderung von in der Regel 150 Euro erhalten sie Zugang zu einem umfangreichen Seminar- und Bildungsprogramm, lernen bei der Sommerakademie berufliche Vorbilder kennen und können sich innerhalb eines Netzwerks aus rund 650 „Talent im Land“-Alumni Ratschläge für Schule und Berufsplanung einholen.

Die neu aufgenommenen TiL-Familienmitglieder stammen aus unterschiedlichen Ländern und verschiedenen Kulturkreisen. Während 27 Stipendiat*innen in Deutschland geboren sind, zählen zu den Herkunftsländern der anderen Jugendlichen beispielsweise Pakistan, Rumänien, Afghanistan, Iran, Sri Lanka, Libanon und die Philippinen. Die größte Gruppe mit elf Schülerinnen und Schüler stammt ursprünglich aus Syrien. „Herkunft darf nicht über den Zugang zu Bildung entscheiden. Mit Talent im Land fördern wir auch diejenigen, die bisher vielleicht übersehen wurden und die sich trotz mancher Hindernisse nicht unterkriegen lassen“, erläuterte Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung.

Die Stipendiatinnen und Stipendiaten haben bereits soziales oder politisches Engagement gezeigt oder Urkunden für schulische oder sportliche Leistungen erhalten. Sie sind bunt interessiert an Neuem und haben oftmals bereits ambitionierte berufliche Ziele vor Augen. In diesem Jahr stehen besonders technische und naturwissenschaftliche Studienfächer wie Informatik, Mathematik oder Ingenieurwesen hoch im Kurs. Auch ein hohes Interesse an Thema Gerechtigkeit wurde spürbar: Einige Schülerinnen und Schüler haben Interesse an politischen Themen, möchten bei der UNO arbeiten oder Medizin studieren, um in Kriegsgebieten aktiv vor Ort helfen zu können.

Die Festveranstaltung lieferte den anwesenden Gästen einen Einblick in die Bestandteile des Programms, von denen die neuen Stipendiat*innen in den kommenden Jahren profitieren werden. So hob in einer Gesprächsrunde TiL-Alumnus Ivo Georgiev hervor, in welcher Art und Weise die Impulse des Bildungsprogramms ihm geholfen hatten, seine Talente zu entfalten. Und Sommerakademieleiterin Erika Magyarosi schilderte ihre Erfahrung, dass die Sommerakademie ein Geben und Nehmen sei, bei dem unglaublich viel Begeisterung und Energie bei allen Beteiligten spürbar werde. Ein → kurzer Film lieferte einen Eindruck von der Atmosphäre und den Inhalten eines  Wochenend-Seminars.

Die aktuellen Stipendiat*innen Jakub und Ophundem beeindruckten mit ihrer Präsentation vom Song „A Million Dreams“, und Neu-Stipendiat Younes gab einen beeindruckenden Einblick in die koreanische Kampfkunst „Taekwondo“. Der Abend klang bei netten Gesprächen und einem Fingerfood-Buffet begleitet von Livemusik harmonisch aus.

Fünf der neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten stellen wir hier vor:

Sahar

Vor genau drei Jahren kam Sahar mit ihrer Mutter, Großmutter und Tante aus dem Iran nach Deutschland in den Schwarzwald. Schon in dieser kurzen Zeit legte die gebürtige Afghanin eine beträchtliche Laufbahn hinter sich. Als Sahar im Jahr 2016 begann, auf eine Realschule zu gehen, empfahlen ihre Lehrkräfte ihr schon nach vier Monaten, auf ein Gymnasium zu wechseln. Dieses besucht Sahar nun in der 8. Klasse.
Ihr Interesse für Sprachen begann schon früh, als sie im Iran eine Grundschule besuchte. Zu dieser Zeit lernte sie mit Hilfe des Internets Englisch. Nicht nur das Sprachenlernen begeistert sie, sondern auch die Literatur. So liest sie schon jetzt mit großem Enthusiasmus Franz Kafka und Paolo Cohelo. Sahar hat auch eine künstlerische Seite. Sie nimmt Gitarrenunterricht, singt im Schulchor mit und malt und schreibt für eine afghanische Kinderzeitschrift. Für eine ihrer Geschichten wurde sie als beste Schriftstellerin ihrer Altersgruppe bei einem iranischen Literaturfestival ausgezeichnet. Da sie nach ihrem Abitur gerne Schriftstellerin und Physikerin werden möchte, ist Sahar hoch motiviert und hofft, dieses Ziel mithilfe von TiL erreichen zu können. Wir freuen uns darauf, Sahar in den nächsten Jahren begleiten zu dürfen!

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Absolventenfeier 2018 in Tübingen

Am 12. Juli 2018 war es für 40 TiL-Stipendiat*innen an der Zeit, das Programm hinter sich und einen spannenden neuen Lebensabschnitt beginnen zu lassen. In Anwesenheit vieler Familien und Wegbegleiter*innen während der TiL-Zeit läutete ein feierlicher Nachmittag in der Alten Aula der Universität Tübingen den ‚Anfang vom Ende‘ als aktive Stipendiat*innen ein. Carolin Genkinger von der Robert Bosch Stiftung und Jessica Epple von der Baden-Württemberg Stiftung beglückwünscht die Absolvent*innen zu diesem wichtigen Meilenstein ihrer persönlichen Bildungslaufbahn.

Maßgeblich gestaltet wurde das Programm durch Beiträge verschiedener Stipendiat*innen, die ihre vielfältigen Erfahrungen im Programm resümierten: Absolventin Anna Kling hielt eine rückblickende Rede auf die vergangenen Jahre. Dilara Kocoglu und Özgenur Cicek sangen das Lied „Be the miracle“, das im Jahr zuvor bei der Sommerakademie entstand und an dem beide mitgewirkt hatten. Und schließlich überzeugte Leah Nlemibe mit ihrem kreativen Poetry Slam-Vortrag.

Auch nach der Verabschiedung als Aktive bei TiL ist das familiäre Gefühl des Programms natürlich nicht zu Ende. So hieß Emsal Avdosoji vom TiL-Alumni e.V. die Absolvent*innen in der breitgefächerten Welt der Alumni herzlich willkommen und zeigte auf, in welcher Art und Weise ehemalige Stipendiaten im Alumniverein aktiv werden oder bleiben können. Zwei letztjährige Abiturient*innen boten einen Einblick, wie es nach dem Abitur weitergehen kann. So berichtete Kiril Denisov von seinem eigenen Übergang von der Schule an die Uni. Und Sabra Ghebreyesus schilderte, welche Möglichkeiten und neuartigen Erfahrungen ein Freiwilligendienst ermöglicht.

Mit Urkunden in der Hand und einer rückblickende Fotoslideshow auf die Erlebnisse der vergangenen Jahre endete mit diesem Nachmittag für einige TiLer die Zeit im Stipendium, doch TiL begleitet sie hoffentlich noch eine Weile auf die eine oder andere Weise weiter. Beim Stehempfang mit Fingerfood und kühlen Getränken feierten die Absolvent*innen sich, ihre Erfolge und die schöne, gemeinsame Zeit im Programm.

Herausforderungen in der Schule

Jede Schülerin und jeder Schüler steht in der Schule immer wieder vor neuen Herausforderungen. Bei einem Wochenendseminar Anfang Mai in Rottweil beschäftigten sich 45 Stipendiat*innen überwiegend aus der Mittelstufe in drei Workshops mit unterschiedlichen Schwierigkeiten, die im schulischen Kontext auftreten können.

Lernen zu können wird eigentlich von jedem Schüler erwartet. In dem Workshop „I did it my way – individuelle Lernstrategien entwickeln und entfalten“ reflektierten die Teilnehmer*innen über ihre eigenen Lernstrategien und analysierten, welche Faktoren Lernerfolg zuweilen behindern. Theoretisch vorhandenes Wissen über Gelingensbedingungen machten sich die Stipendiat*innen spielerisch und unter Aktivierung verschiedener Sinne bewusst und erfuhren gegenseitig, was die jeweils anderen als hilfreich oder behindernd beim Lernen empfinden.

Mit Gedächtnisstrategien und Zeitmanagement beschäftigte sich der Workshop „High Speed Gehirn“, in dem die Teilnehmer*innen verschiedene Mnemotechniken praktisch ausprobierten und sich von der tatsächlichen Anwendbarkeit überzeugen konnten. „Das Gehirn merkt sich Dinge leichter, wenn das Wissen attraktiv verpackt wird“ – mit diesem Credo lasse sich vielen derartige Lern-Herausforderungen begegnen.

Gänzlich anderen Herausforderungen widmete sich der Workshop „Wenn schon streiten – dann wenigstens richtig“, in dem die Teilnehmer*innen erfuhren, wie sie schulische wie private Konfliktsituationen – die schulischen Erfolg sehr leicht beeinträchtigen können – reflektieren und analysieren können.

Mit frischer Motivation konnten die Schüler*innen am Ende des Seminars in den Schuljahres-Endspurt starten.

Das Wochenende wurde filmisch begleitet. → Hier zeigen wir das Ergebnis.

Der Abschluss naht: das Abilerncamp 2018

Schon letztes Jahr ein voller Erfolg: das Abilerncamp für den Endspurt der Prüfungsvorbereitungen erfreute sich auch in diesem Jahr wieder großer Beliebtheit unter den baldigen Abiturient*innen. Von Freitagnachmittag bis Montagmittag verbrachten 25 Noch-Stipendiat*innen vier intensive Tage mit viel gemeinsamer Lernzeit und anderen anregenden Programmpunkten. Nicht fehlen durfte dabei ein fünfköpfiges Team von Alumni, die die baldigen Prüflinge mit Fachwissen und anderen hilfreichen Informationen unterstützten.

Das Wochenende war geprägt von Lerneinheiten, die frei gestaltet werden konnten. Die Alumni in ihrer Mentor*innenfunktion standen dabei wo es nur ging mit Rat, Tat und jeder Menge Informationen zur Seite, doch auch Einzelarbeit war gern gesehen und konnte in den recht ruhigen Hängen über Schwäbisch Hall gut realisiert werden. Die Alumni begleiteten die Stipendiat*innen außerdem mit anregenden Workshops und Gesprächen zu den Hauptfächern Mathe, Deutsch und Englisch.

Ein Ausgleich durfte natürlich nicht fehlen! Jeden Morgen konnten sich die Frühaufsteher*innen der Gruppe zum Morgenlauf treffen, um erfrischt in den Tag zu starten. Regelmäßige Pausen für Snacks und ein wenig Bewegung sorgten für eine gute Atmosphäre. Obwohl in der abschließenden Feedback-Runde die Stimme laut wurde, man hätte doch auch nach dem Abendessen noch Lernzeiten einrichten können, waren es doch genau diese Stunden des Erholens, die den Rest des Tages so produktiv machen konnten. Denn auch ein rauchender und ratternder Kopf muss bisweilen abschalten… 🙂

Viel zu schnell kamen der Montag und die Abreise – und damit war wieder ein großer Schritt in Richtung Schulabschluss getan! Den Absolvent*innen im Jahr 2018 wünschen wir viel Erfolg bei den Prüfungen und nur wenig Stress!

Fairplay oder Foulspiel – wo ist Sport politisch?

„Fairplay oder Foulspiel – wo ist Sport politisch?“ Diese Frage stellten sich 50 TiL-Stipendiatinnen und Stipendiaten am letzten März-Wochenende bei einem in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung organisierten Seminar im Haus auf der Alb in Bad Urach.

Das vielschichtige und mehrdimensionale Wechselverhältnis zwischen Sport und Politik wurde von den Schülerinnen und Schülern aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Am Freitag erfolgte zunächst eine multimediale Annäherung an das Thema. Mit Fotos, Filmausschnitten, Kurzmeldungen und Posts sollten die Stipendiat*innen in Kleingruppen mediale Ereignisse der Vergangenheit auf einer Skala zum Politik-Gehalt des entsprechenden Ereignisses einordnen. Die unterschiedlichen Einordnungen der Gruppen machten deutlich, dass Ereignisse aus der unterschiedlichen Perspektiven wahrgenommen werden können.

Am Samstag vertiefte die Gruppe an mehreren Themen-Tischen zunächst die bereits am Freitag angesprochenen Aspekte Doping, Sportförderung, Fankultur, Vergabe von sportlichen Großereignissen sowie Integration in und durch Sport. Am Nachmittag erfolgte dann nach eigener sportlicher Betätigung bei traumhaftem Frühlingswetter eine kreative Aufbereitung der Erkenntnisse in einem kurzen Filmclip, einem Radiobeitrag, einem Essay, einer Karikatur, einer Werbekampagne sowie einem kurzen Theaterstück. Den Abschluss fand der Abend mit einer Vorführung des auf wahre Begebenheiten beruhenden Spielfilms Invictus. In diesem Film „verpflichtet“ der nach seiner Haftentlassung und dem Ende der Apartheid zum südafrikanischen Präsidenten gewählte Nelson Mandela die (fast ausschließlich weiße) Rugby-Nationalmannschaft auf einen Sieg der Rugby-Weltmeisterschaft 1995 in Südafrika. Als wäre er für das Seminar beauftragt worden zeigt der Film exemplarisch die Integrationskraft des Sports, mithilfe der die demokratische Wende Südafrikas und die Überwindung der Rassentrennung unterstützt wurde.

Am Sonntag schließlich stand die ehemalige Bundesliga-Handballerin Kaya Diehl, die mit ihrer ehemaligen Mannschaft HC Leipzig EHF-Championsleague-Teilnehmerin und 2016 Handball-Pokalsiegerin war, den Stipendiatinnen und Stipendiaten Rede und Antwort. Von Sportförderung, Doping, Fankultur bis hin zu den Arbeitsbedingungen im Spitzensport kamen dabei viele Themen zur Sprache und gaben den Schüler*innen einen Einblick in die Welt des Spitzensports.

Hier gibt es noch die Ergebnisse der Kreativgruppen:

Der Radio-Beitrag zum Thema Fußball-WM 2022 in Katar.

Der Essay zum Thema Sportförderung in Deutschland.

Das Motiv der Anti-Doping-Kampagne.

Die Karikatur zum Thema Sportförderung in Deutschland.

Der Video-Beitrag zum Thema Doping.

 

 

Was will ich studieren? Das SOS – Studienorientierungsseminar 2018

Studieren – warum eigentlich? Welcher Studiengang bietet sich für mich an? Wie stelle ich mir eigentlich meine Zukunft vor und wie kann ich diese Vorstellung umsetzen? Gibt es eine effektive Art des Informierens? Anhand dieser Fragen ließen sich 38 Stipendiat*innen von fünf Trainer*innen durch das Wochenende führen und konnten anschließend zumeist zwar nicht mit weniger Fragen, aber mit konkreteren Fragen für die weitere eigene Studienorientierung in die Zukunft blicken.

Das Seminar begann mit einer zentralen Voraussetzung für ein Seminar zur Studienorientierung: Lohnt sich ein Studium? Trainer Baris Ünal, im Hauptberuf Leiter der Studienberatung an der TU Berlin, stellte den Stipendiat*innen eine ganze Reihe von Gründen vor, die für ein Studium sprechen, und welche Voraussetzungen jemand mitbringen muss, der studieren möchte.

Davon geleitet startete der erste vollständige Seminartag in fünf Kleingruppen mit einer Erarbeitung der persönlichen Zukunftsvisionen. Nicht nur berufliche, sondern auch persönliche Aspekte wurden mit einbezogen. Die Wünsche für die eigene Zukunft wurden durch das Bauen von ‚Zukunftsskulpturen‘ visualisiert. In einer Coaching-Paarübung erarbeiteten die TiLer am Nachmittag anhand einer Stärken- und Schwächenanalyse den Einfluss persönlicher Faktoren auf die Studienwahl.

Am letzten Tag des Seminars stellten die Stipendiat*innen ihre persönlichen Erkenntnisse des Vortages ihrer Kleingruppe vor und erhielten aus der Gruppe und vom jeweiligen Trainer Rückmeldung. Die individuellen Fähigkeiten wurden noch einmal hervorgehoben und damit können die TiLer nun gestärkt in das letzte Jahr vor dem Abitur starten. Zu guter Letzt sollte noch ein wenig mehr Organisation in das gedankliche Drunter und Drüber nach dem aufschlussreichen Wochenende gebracht werden: Informationsangebote und Bewerbungsmodalitäten wurden aufgearbeitet, um sie richtig nutzen zu können.

Das Alumnitreffen 2017

An der Rheinpromenade gelegen trafen sich Ende November eine große und vorfreudige Gruppe ehemaliger TiL-Stipendiat*innen aus Nah und Fern, um ein lehrreiches, spannendes, und vor allem schönes Wochenende zu verbringen. Mit viel Input seitens der Ehemaligen wurden die beiden Tage gestaltet: während am ersten Morgen noch das persönliche Verhältnis zu TiL im Vordergrund stand, ging es am Abend um den Talent im Land Alumni-Verein und aktuelle vereinsinterne Entwicklungen sowie um Neuigkeiten aus der Quelle Nummer Eins für TiLer – dem TiL-Büro. Auch der zweite Morgen brachte ein paar Auffrischungen aus dem Netzwerk rund um TiL: die Berichte aus den Regionalgruppen stellten vor, wie die nahe beieinander lebenden Stipendiat*innen und Alumni zusammenfanden.

Das Oberthema des Wochenendes, „Die Kunst zu…“ wurde in den TED-Talks am Samstag Nachmittag ausgearbeitet. Das Thema wurde ausgewählt, da bei Kunst zwar als erstes sicherlich Gemälde, Skulpturen oder Installationen in den Sinn kommen, und doch auch viel Alltäglicheres als Kunst verstanden werden kann: Die Kunst zu meditieren, die Kunst der Wissenschaft, die Kunst in der Mode… Die verschiedenen Künste der TiL-Familie wurden in den TED-Talks erkundet.

Der letzte Abend war traditionsgemäß geprägt von hitzigen Diskussionen rund um die Fragen des Großen Preises, der dieses Jahr zehnjähriges Jubiläum feierte. Von Sport über Kultur bis hin zu Geschichte waren fünf Kategorien abgedeckt und die plötzlich überraschend wetteifrigen Ehemaligen waren nicht nur mit Fragen über das vielleicht am unangenehmsten stinkende Essen der Welt konfrontiert, sondern auch über Fjodor Dostojewski, Coca-Cola und Dirk Nowitzki.

Talent kennt keine Herkunft

53 neue Stipendiaten sind seit dem 1. September Teil der TiL-Familie und werden auf ihren Bildungswegen umfassend unterstützt. Am 15. November wurden sie von Kultusministerin Susanne Eisenmann sowie den Geschäftsführern der beiden Stiftungen, Christoph Dahl und Uta-Micaela Dürig, feierlich im Haus der Wirtschaft Stuttgart in das Programm „Talent im Land“ aufgenommen. „Bildung ist der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben und der aktiven Teilhabe an unserer Gesellschaft. Deshalb unterstützt ‚Talent im Land‘ begabte junge Menschen, die sich trotz mancher Hindernisse nicht unterkriegen lassen und ihren Weg zum Abitur oder zur Fachhochschulreife fest im Blick haben“, betont Dr. Susanne Eisenmann, Ministerin für Kultus, Jugend und Sport. Für die 34 Mädchen und 19 Jungen, die aus insgesamt 276 Bewerberinnen und Bewerbern ausgewählt wurden, öffnen sich als TiL-Stipendiaten ganz neue Perspektiven. Neben einer monatlichen Unterstützung von in der Regel 150 Euro erhalten sie Zugang zu einem umfangreichen Seminar- und Bildungsprogramm, lernen bei der Sommerakademie berufliche Vorbilder kennen und können sich innerhalb eines Netzwerks aus rund 650 „Talent im Land“-Alumni Ratschläge für Schule und Berufsplanung einholen.

Der neue Zuwachs stammt aus unterschiedlichen Ländern und verschiedenen Kulturkreisen. Während 24 Stipendiaten in Deutschland geboren sind, zählen zu den Herkunftsländern der anderen Jugendlichen beispielsweise Pakistan, Afghanistan, die Türkei, Bulgarien, Kolumbien und China. Die größte Gruppe stammt ursprünglich aus Syrien: Zwölf Jugendliche sind dort geboren. „Vielfalt ist ein wichtiger Bestandteil des Programms. Unabhängig von Herkunft und sozialem Status setzen wir uns mit TiL für faire Bildungschancen ein. Jedes Jahr aufs Neue machen die persönlichen Erfolgsgeschichten deutlich, wie das Programm den Lebensweg junger Menschen positiv beeinflussen kann“, erklärt Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung.

Die Stipendiatinnen und Stipendiaten haben in ihren jungen Jahren bereits soziales oder politisches Engagement gezeigt oder Auszeichnungen für schulische oder sportliche Leistungen erhalten. Sie sind vielseitig interessiert und haben oftmals bereits klare berufliche Ziele vor Augen. „Mit ‚Talent im Land‘ setzen wir uns dafür ein, dass das Engagement und die Motivation junger Menschen nicht von äußeren Umständen ausgebremst werden. Junge Talente dürfen nicht darunter leiden, wenn zuhause keiner bei schulischen Fragen helfen kann oder das Geld nicht ausreicht, beispielsweise für die technische Ausstattung eigener Experimente“, sagt Uta-Micaela Dürig, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung. In diesem Jahr stehen besonders technische und naturwissenschaftliche Studienfächer, wie Mathematik, Ingenieurwesen oder Medizin hoch im Kurs. Aber auch Herausforderungen, wie die Teilnahme an der Tour de France oder die Mithilfe beim Wiederaufbau Syriens zählen zu den ehrgeizigen Plänen der jungen Menschen. „Ich möchte die Welt mit meinem Beruf konstruktiv verbessern“, bringt es eine Stipendiatin auf den Punkt.

Seit 2003 gibt es „Talent im Land“, durch das bereits mehr als 700 begabte Schülerinnen und Schüler gefördert wurden. Neben Talent müssen die Schüler Ausdauer, Zielstrebigkeit und soziales Engagement mitbringen. Bewerben können sich Jugendliche, die mindestens die siebte Klasse besuchen und die Schule mit dem Abitur oder der Fachhochschulreife beenden möchten. Die nächste Bewerbungsrunde startet im Februar 2018. Das Gesamtbudget für „Talent im Land“ beträgt pro Kalenderjahr rund 900.000 Euro.

Vier der neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten stellen wir hier vor:

Maria

Bereits vor ihrer Aufnahme als TiL-Stipendiatin war Maria ein kleiner Star: die 15-jährige Schülerin der Hebelschule Schliengen ist begeisterte Modedesignerin. Sogar schon aus dem Hause Dior gab es via Instagram Lob für Marias Rekreation eines Dior-Kleides. Das Besondere: Maria produzierte zunächst ausschließlich Fashion auf Mikroebene – für Barbies! Auf Facebook haben sie und ihre Kreationen eine treue Fangemeinde (mit etwa 40 000 Likes!) und in Marias Heimat Kolumbien ist ihr Label ‚Mariaang‘ eine eingetragene Marke, die inzwischen auch dazu genutzt wird, um Mode im ‚großen‘ Stil zu kreieren und sich ehrenamtlich zu engagieren.
Der Beginn ihrer modischen Reise war eine Nähmaschine, die Maria geschenkt bekam, als sie 2014 mit ihrer Mutter nach Deutschland kam und sich zu Beginn noch vor allem auf Englisch unterhalten musste, da sie kein Deutsch sprach. Was sie zuvor nur auf Papier kreiert hatte, konnte sie jetzt praktisch umsetzen, und der Mangel an Kommunikationsmöglichkeiten ließ mehr Raum für das das Schneidern.
Maria konzentriert sich momentan auf ihre Schullaufbahn, um ihre Modeambitionen mit einem sehr guten Abitur an einer Hochschule in Deutschland fortzusetzen zu können. In ihrer Freizeit findet sie Ausgleich im Sport und beim Singen im Chor. Wir freuen uns, Maria auf ihrem spannenden Weg zu begleiten!


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Wiedersehen macht Freu(n)de: Das zweite Stipendiatentreffen des Jahrgangs 2016

Das zweite und bereits letzte Stipendiatentreffen stand für den TiL-Jahrgang 2016 Ende Oktober im Bernhäuser Forst in Filderstadt an – ein Grund für milde Empörung bei manchen, hatte man sich doch nur zweimal als Jahrgang getroffen und sich dabei so liebgewonnen. Doch beim dichten Programm an diesem Wochenende blieb kaum Zeit für solche schmerzlichen Gedanken! Unter dem Motto „Eine Meinung haben – und dazu stehen“ lernten die Stipendiat*innen mal spielerisch, mal intensiv alles Mögliche über rhetorische Grundregeln und das Redenhalten. Mit dabei wie auch in den vergangenen Jahren: Ingo Straten, der ehemalige Leiter der Sommerakademie, und ein Team von drei weiteren Rhetoriktrainerinnen.

Bereichert wurde das Programm zudem durch einen Vortrag von Thomas Di Paolo, der die Zuhörer*innen in die Bildsprache des Grafikdesigns einführte. Der Höhepunkt des Seminars war wie auch schon in den vergangenen Jahren die Große TiL-Debatte, die am Sonntagvormittag stattfand und die Stipendiat*innen bis zum Mittagessen und somit bis kurz vor der Abfahrt in Anspruch nahm.

Natürlich blieb auch Zeit für das ersehnte Wiedersehen: an den Abenden hatten die TiLer Zeit, die tolle Sporthalle des Bernhäuser Forsts zu nutzen oder einfach gemeinsam beisammen zu sein. Von diesen Stunden konnten die Teilnehmer*innen gar nicht genug bekommen.

Erstes Stipendiatentreffen des Jahrgangs 2017

Der TiL-Jahrgang 2017 ist ein ganz besonderer: drei Stipendiat*innen mehr konnten dieses Jahr mit aufgenommen werden und werden nun bis zum Abitur oder einem gleichwertigen Schulabschluss gefördert. Vom 15. – 17. September 2017 lernten die Neulinge sich gegenseitig und das TiL-Büro zum ersten Mal richtig kennen. Wie in den Vorjahren stand das Seminar in der Evangelischen Akademie Bad Boll unter dem Motto „Chancen bilden – auf dem Weg zu neuen Herausforderungen“.

Im Seminar lernen die Stipendiat*innen das Programm, die Gruppe, und sich selbst etwas besser kennen. Nach einem vielfältigen Kennenlernen am Freitag wurden die Schüler*innen am Samstag in wechselnde Gruppen eingeteilt. Während zwei Gruppen sich ihrer eigenen Fähigkeiten, Stärken & Zielen bewusst werden sollten, aber auch erfuhren, wie die anderen Stipendiat*innen sich mit den Herausforderungen des Alltags und der Schule auseinandersetzen, halfen Vertrauens- und Kooperationsübungen zwei weiteren Gruppen, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Anschließend wurden die Gruppen getauscht. Bei der Talentshow am Samstagabend schließlich durfte jede*r Einzelne in offener Atmosphäre ihr oder sein persönliches Talent den anderen präsentieren. Und die Bühne wurde eifrig genutzt: Von Zaubertricks (oder was es doch Magie?) über Gesangseinlagen bis hin zu Artistik mit „Pois“ gab es einiges zu sehen und hören!

In einer Talkrunde mit drei ehemaligen Stipendiat*innen am Sonntag berichteten diese über ihre Erfahrungen aus dem Stipendium. Ebenfalls vorgestellt wurden den Stipendiat*innen ihre Regionalgruppen, in denen regelmäßig Aktivitäten in der näheren Region unternommen werden. Auch die Eltern bzw. Begleitpersonen und deren Fragen an das Programm kamen nicht zu kurz: im Anschluss an ein gemeinsames Mittagessen wurde eine Inforunde zu den Bestandteilen des Stipendiums angeboten.

Das Stipendiatentreffen war eine rundum schöne und intensive Veranstaltung, deren reibungsloser Ablauf nur noch durch ein fast unglaubliches Wiedersehen übertroffen wurde: Bereits beim Auswahltag im Juli trafen sich zwei Bewerber*innen nach langer Ungewissheit wieder – und nun waren sie gemeinsam in Bad Boll, um ihr Stipendium anzutreten: Zwei unserer neuen Stipendiat*innen kannten sich bereits von ihrer gemeinsamen Zeit in der syrischen Schwimm-Jugend-Nationalmannschaft. Durch die Flucht hatten sie sich aus den Augen verloren – jetzt sind sie beide im selben TiL-Jahrgang. Was für ein berührender Zufall. 🙂