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Talent kennt keine Herkunft

53 neue Stipendiaten sind seit dem 1. September Teil der TiL-Familie und werden auf ihren Bildungswegen umfassend unterstützt. Am 15. November wurden sie von Kultusministerin Susanne Eisenmann sowie den Geschäftsführern der beiden Stiftungen, Christoph Dahl und Uta-Micaela Dürig, feierlich im Haus der Wirtschaft Stuttgart in das Programm „Talent im Land“ aufgenommen. „Bildung ist der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben und der aktiven Teilhabe an unserer Gesellschaft. Deshalb unterstützt ‚Talent im Land‘ begabte junge Menschen, die sich trotz mancher Hindernisse nicht unterkriegen lassen und ihren Weg zum Abitur oder zur Fachhochschulreife fest im Blick haben“, betont Dr. Susanne Eisenmann, Ministerin für Kultus, Jugend und Sport. Für die 34 Mädchen und 19 Jungen, die aus insgesamt 276 Bewerberinnen und Bewerbern ausgewählt wurden, öffnen sich als TiL-Stipendiaten ganz neue Perspektiven. Neben einer monatlichen Unterstützung von in der Regel 150 Euro erhalten sie Zugang zu einem umfangreichen Seminar- und Bildungsprogramm, lernen bei der Sommerakademie berufliche Vorbilder kennen und können sich innerhalb eines Netzwerks aus rund 650 „Talent im Land“-Alumni Ratschläge für Schule und Berufsplanung einholen.

Der neue Zuwachs stammt aus unterschiedlichen Ländern und verschiedenen Kulturkreisen. Während 24 Stipendiaten in Deutschland geboren sind, zählen zu den Herkunftsländern der anderen Jugendlichen beispielsweise Pakistan, Afghanistan, die Türkei, Bulgarien, Kolumbien und China. Die größte Gruppe stammt ursprünglich aus Syrien: Zwölf Jugendliche sind dort geboren. „Vielfalt ist ein wichtiger Bestandteil des Programms. Unabhängig von Herkunft und sozialem Status setzen wir uns mit TiL für faire Bildungschancen ein. Jedes Jahr aufs Neue machen die persönlichen Erfolgsgeschichten deutlich, wie das Programm den Lebensweg junger Menschen positiv beeinflussen kann“, erklärt Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung.

Die Stipendiatinnen und Stipendiaten haben in ihren jungen Jahren bereits soziales oder politisches Engagement gezeigt oder Auszeichnungen für schulische oder sportliche Leistungen erhalten. Sie sind vielseitig interessiert und haben oftmals bereits klare berufliche Ziele vor Augen. „Mit ‚Talent im Land‘ setzen wir uns dafür ein, dass das Engagement und die Motivation junger Menschen nicht von äußeren Umständen ausgebremst werden. Junge Talente dürfen nicht darunter leiden, wenn zuhause keiner bei schulischen Fragen helfen kann oder das Geld nicht ausreicht, beispielsweise für die technische Ausstattung eigener Experimente“, sagt Uta-Micaela Dürig, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung. In diesem Jahr stehen besonders technische und naturwissenschaftliche Studienfächer, wie Mathematik, Ingenieurwesen oder Medizin hoch im Kurs. Aber auch Herausforderungen, wie die Teilnahme an der Tour de France oder die Mithilfe beim Wiederaufbau Syriens zählen zu den ehrgeizigen Plänen der jungen Menschen. „Ich möchte die Welt mit meinem Beruf konstruktiv verbessern“, bringt es eine Stipendiatin auf den Punkt.

Seit 2003 gibt es „Talent im Land“, durch das bereits mehr als 700 begabte Schülerinnen und Schüler gefördert wurden. Neben Talent müssen die Schüler Ausdauer, Zielstrebigkeit und soziales Engagement mitbringen. Bewerben können sich Jugendliche, die mindestens die siebte Klasse besuchen und die Schule mit dem Abitur oder der Fachhochschulreife beenden möchten. Die nächste Bewerbungsrunde startet im Februar 2018. Das Gesamtbudget für „Talent im Land“ beträgt pro Kalenderjahr rund 900.000 Euro.

Drei der neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten stellen wir hier vor:

Maria

Maria

Bereits vor ihrer Aufnahme als TiL-Stipendiatin war Maria ein kleiner Star: die 15-jährige Schülerin der Hebelschule Schliengen ist begeisterte Modedesignerin. Sogar schon aus dem Hause Dior gab es via Instagram Lob für Marias Rekreation eines Dior-Kleides. Das Besondere: Maria produzierte zunächst ausschließlich Fashion auf Mikroebene – für Barbies! Auf Facebook haben sie und ihre Kreationen eine treue Fangemeinde (mit etwa 40 000 Likes!) und in Marias Heimat Kolumbien ist ihr Label ‚Mariaang‘ eine eingetragene Marke, die inzwischen auch dazu genutzt wird, um Mode im ‚großen‘ Stil zu kreieren und sich ehrenamtlich zu engagieren.
Der Beginn ihrer modischen Reise war eine Nähmaschine, die Maria geschenkt bekam, als sie 2014 mit ihrer Mutter nach Deutschland kam und sich zu Beginn noch vor allem auf Englisch unterhalten musste, da sie kein Deutsch sprach. Was sie zuvor nur auf Papier kreiert hatte, konnte sie jetzt praktisch umsetzen, und der Mangel an Kommunikationsmöglichkeiten ließ mehr Raum für das das Schneidern.
Maria konzentriert sich momentan auf ihre Schullaufbahn, um ihre Modeambitionen mit einem sehr guten Abitur an einer Hochschule in Deutschland fortzusetzen zu können. In ihrer Freizeit findet sie Ausgleich im Sport und beim Singen im Chor. Wir freuen uns, Maria auf ihrem spannenden Weg zu begleiten!

Tariq

Tariq

Tariqs Weg führte den 18-jährigen Gymnasiasten vom kriegsgebeutelten Kabul nach Rheinfelden, wo er heute mit seiner Familie lebt und sich aktiv gegen Vorurteile gegenüber Geflüchteten einsetzt. Dafür hat Tariq eine wahre Vielzahl an Engagements vorzuweisen: er ist unter anderem ehrenamtlicher Dolmetscher (und dabei ist er vielfältig einsetzbar, denn er spricht sechs Sprachen), nimmt an der Mediatoren-AG seiner Schule teil, beteiligt sich im Jugendparlament Rheinfelden, gibt Nachhilfe und war Klassensprecher. Darüber hinaus hielten er und seine Geschwister schon einige gut besuchte Vorträge, um von ihren Erfahrungen zu berichten und eine Perspektive auf Flucht und das Leben außerhalb Westeuropas zu geben.
Tariq möchte nach seinem Abitur Jura studieren. Damit möchte er nicht nur den Skeptiker*innen unter Beweis stellen, dass er ebenso wie gebürtige Deutsche Erfolg haben kann, sondern auch dem Teil der Gesellschaft, der die Familie mit offenen Armen aufnahm, etwas zurückgeben. Dafür hat er sich innerhalb kürzester Zeit von der Werkrealschule auf das Gymnasium gearbeitet und auf dem Weg zudem Berufserfahrung durch Praktika gesammelt, unter anderem bei der Bürgermeisterin der Stadt Rheinfelden. Tariqs Schulweg wird nun bis zum Abitur von TiL begleitet und wir sind schon gespannt, mit welchen Aktivitäten er uns als nächstes beeindrucken wird.

Alisa

Alisa

Mit der 14-jährigen Alisa ist ein absolutes Energiebündel bei Talent im Land aufgenommen worden: Fußball, Leichtathletik, Tanzen und Ski beziehungsweise Snowboard fahren – Alisa macht so gerne und so viel Sport, dass sie manchmal bedauert, nicht mehr Zeit für soziales Engagement zu finden. Dennoch hat sie sich jetzt auch als Jugendgemeinderätin beworben. In ihrer Freizeit kümmert sich Alisa zudem um ihre erkrankten Großeltern, die ein paar Jahre vor ihrer Geburt mit Alisas Mutter und den älteren Kindern nach Deutschland migrierten. Alisas Verwandtschaft lebt weiterhin in der Ukraine – einst besuchte die Familie ihre Heimat regelmäßig, doch die politische Lage im Land lässt dies momentan leider nicht zu.
Alisa lebt in Tübingen und besucht dort ein Gymnasium – und wie ihre Hobbys schon ahnen lassen, befindet sie sich bereits seit der Unterstufe im Sportprofil. Doch auch Mathematik, Englisch und Deutsch fallen ihr leicht, so beweist sie sich selbst und anderen regelmäßig, dass es sich gelohnt hat, trotz Realschulempfehlung den gymnasialen Zug zu besuchen. Und auch für Kunst und Kreatives kann sich Alisa begeistern. Wir freuen uns auf die gemeinsamen Jahre!


Erstes Stipendiatentreffen des Jahrgangs 2017

Der TiL-Jahrgang 2017 ist ein ganz besonderer: drei Stipendiat*innen mehr konnten dieses Jahr mit aufgenommen werden und werden nun bis zum Abitur oder einem gleichwertigen Schulabschluss gefördert. Vom 15. – 17. September 2017 lernten die Neulinge sich gegenseitig und das TiL-Büro zum ersten Mal richtig kennen. Wie in den Vorjahren stand das Seminar in der Evangelischen Akademie Bad Boll unter dem Motto „Chancen bilden – auf dem Weg zu neuen Herausforderungen“.

Im Seminar lernen die Stipendiat*innen das Programm, die Gruppe, und sich selbst etwas besser kennen. Nach einem vielfältigen Kennenlernen am Freitag wurden die Schüler*innen am Samstag in wechselnde Gruppen eingeteilt. Während zwei Gruppen sich ihrer eigenen Fähigkeiten, Stärken & Zielen bewusst werden sollten, aber auch erfuhren, wie die anderen Stipendiat*innen sich mit den Herausforderungen des Alltags und der Schule auseinandersetzen, halfen Vertrauens- und Kooperationsübungen zwei weiteren Gruppen, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Anschließend wurden die Gruppen getauscht. Bei der Talentshow am Samstagabend schließlich durfte jede*r Einzelne in offener Atmosphäre ihr oder sein persönliches Talent den anderen präsentieren. Und die Bühne wurde eifrig genutzt: Von Zaubertricks (oder was es doch Magie?) über Gesangseinlagen bis hin zu Artistik mit „Pois“ gab es einiges zu sehen und hören!

In einer Talkrunde mit drei ehemaligen Stipendiat*innen am Sonntag berichteten diese über ihre Erfahrungen aus dem Stipendium. Ebenfalls vorgestellt wurden den Stipendiat*innen ihre Regionalgruppen, in denen regelmäßig Aktivitäten in der näheren Region unternommen werden. Auch die Eltern bzw. Begleitpersonen und deren Fragen an das Programm kamen nicht zu kurz: im Anschluss an ein gemeinsames Mittagessen wurde eine Inforunde zu den Bestandteilen des Stipendiums angeboten.

Das Stipendiatentreffen war eine rundum schöne und intensive Veranstaltung, deren reibungsloser Ablauf nur noch durch ein fast unglaubliches Wiedersehen übertroffen wurde: Bereits beim Auswahltag im Juli trafen sich zwei Bewerber*innen nach langer Ungewissheit wieder – und nun waren sie gemeinsam in Bad Boll, um ihr Stipendium anzutreten: Zwei unserer neuen Stipendiat*innen kannten sich bereits von ihrer gemeinsamen Zeit in der syrischen Schwimm-Jugend-Nationalmannschaft. Durch die Flucht hatten sie sich aus den Augen verloren – jetzt sind sie beide im selben TiL-Jahrgang. Was für ein berührender Zufall. 🙂

Besuch in der Stuttgarter Oper

Kurz vor den Sommerferien hatten 23 aktuelle und ehemalige TiL-Stipendiat*innen noch die Gelegenheit, eine bislang unbekannte Seite der Stuttgarter Oper kennenzulernen: nicht nur eine Aufführung von Puccinis ‚Tosca‘ sollten sie an dem Abend mitbekommen, sondern auch ein umfangreiches Programm im Vorfeld.

Zur Einstimmung erhielt die bunt gemischte Gruppe eine Führung durch das Stuttgarter Opernhaus, bei der die Teilnehmenden Einblicke in spannende Bereiche wie die Requisitenlager, die Schneiderein und auch die Kulissenwerkstatt erhielten. Insbesondere die Malerwerkstatt hat es unseren Schüler*innen dabei angetan. Darauf folgte ein inhaltlicher Workshop zu ‚Tosca‘, bei dem mithilfe einer Musiktheaterpädagogin die Handlung und die Motive der Protagonisten spielerisch erarbeitet wurden. Der Workshop führte zu so manchen Aha-Erlebnissen in der tatsächlichen Opernvorführung, mit der wir den Tag ausklingen ließen.

Eine Besonderheit war zudem die Nachbereitung des Workshops: Da es nicht möglich war alle Teilnehmenden für eine weitere Sitzung nach Stuttgart zu holen, fand die Nachbesprechung via Facebook-Gruppe statt. Eine weitere tolle Idee der „Jungen Oper“, die das Programm für TiL geplant und arrangiert hatte. Wir bedanken uns herzlich!

Sommerakademie 2017 in Überlingen

Verantwortung. Was die Welt zusammenhält

Anfang August fand im Salem International College in Überlingen die 12. Sommerakademie statt für 86 Stipendiatinnen und Stipendiaten von Talent im Land Baden-Württemberg und Bayern.

Unter dem Oberthema „Verantwortung. Was die Welt zusammenhält“ konnten die Stipendiat*innen einen Kurs wählen aus den Fachbereichen Journalismus, Biomedizin, Politik, Informatik, Wirtschaft und Jura. Die sechs Kurse wurden von Dozenten aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Praxis unterrichtet. Abgerundet wurde die Besetzung durch ein achtköpfiges Orga-Team und durch Akademieleiterin Erika Magyarosi.

Neben den Kursen und den kursübergreifenden sportlichen und informativen Angeboten, meist betreut durch die Stipendiat*innen selbst, waren vor allem die Abende mit abwechslungsreichen Veranstaltungen gefüllt. Ein absolutes Highlight war auch dieses Jahr wieder der Abend der Talente, bei dem sich die Teilnehmer*innen in unterschiedlichster Weise präsentierten. Unter anderem bei der Campusolympiade hatten die Teilnehmer*innen der Akademie Gelegenheit, neue Freundschaften zu schließen und alte zu vertiefen. Beim Abend mit Gästen diskutierten der baden-württembergische Datenschutzbeauftragte Dr. Steffen Brink mit dem Journalisten Ingo Dachwitz von netzpolitik.org und Philipp Tiedt vom BigData-Unternehmen VICO Research & Consulting über das Thema Datenschutz im Netz. Orientierung auf dem Weg in ein Studium bot der Studieninfonachmittag. Nach Workshops zur richtigen Studienfachwahl, zur Studienfinanzierung, zu Mnemotechniken und zu den Studienorientierungstests berieten Kursleiter und Orga-Team zu diversen Studienfächern. Am Abschlussabend präsentierten die einzelnen Kurse mit szenischen Vorstellungen die Inhalte und Quintessenzen der vergangenen Woche.

 

 

 

Absolventenfeier 2017 in Tübingen

Am 13. Juli 2017 war es für knapp 30 TiL-Stipendiat*innen wieder an der Zeit, das Programm hinter sich und einen neuen Lebensabschnitt beginnen zu lassen. In Anwesenheit der Familien und einiger Wegbegleiter*innen während der TiL-Zeit sowie unterschiedlicher Gäste läutete ein feierlicher Nachmittag in der Alten Aula in Tübingen den ‚Anfang vom Ende‘ als aktive Stipendiat*innen ein.

Wie immer durften im Programm Beiträge verschiedener Stipendiat*innen nicht fehlen: Simmuz Doymaz, der Programmälteste dieses Jahr, der bereits 2011 bei Talent im Land aufgenommen wurde, hielt eine rückblickende Rede auf die vergangenen Jahre. Jonathan Tekle, Stipendiat aus dem Jahrgang 2014 und Capoeira-Europameister, begeisterte das Publikum mit einer Capoeira-Routine zusammen mit seinem Trainer. Auch ein musikalischer Beitrag lockerte das Programm auf. So sangen Alumna Sabra Ghebreyesus aus dem Jahrgang 2015 und Stipendiatin Dilara Kocoglu aus dem Jahrgang 2014 einen Song der Popsängerin Adele und als Highlight den Song ‚All I See‘, den sie gemeinsam mit anderen Stipendiat*innen bei einem → selbstorganisierten TiL-Seminar an der Mannheimer Popakademie selbst geschrieben und eingespielt hatten.

Doch auch nach der Zeit als Aktive bei TiL ist das familiäre Gefühl des Programms natürlich nicht zu Ende. Sinan Qazzazie vom TiL-Alumni-Verein hieß die Absolvent*innen in der breitgefächerten Welt der Alumni willkommen. Alumna Kameliya Georgieva machte mit einer beeindruckenden Rede zum Sprung von der Schule an die Universität Lust auf Neues und Alumna Sahrah Mohamed ermutigte nachdrücklich und gewitzt zu einem Auslandsaufenthalt, um den Horizont zu erweitern.

Natürlich durften bei all dem der offizielle Anlass nicht vergessen werden. Beglückwünscht wurden die neuen Alumni von Prof. Dr. Karin Amos von der Universität Tübingen, von Carolin Genkinger von der Robert Bosch Stiftung und von Dr. Andreas Weber von der Baden-Württemberg Stiftung. Mit Urkunden in der Hand und einer rückblickende Fotoslideshow auf die Veranstaltungen der vergangenen Jahre endete mit diesem Nachmittag für einige TiLer die Zeit im Stipendium, doch TiL begleitet sie hoffentlich noch eine Weile auf die eine oder andere Weise weiter. Alles Gute an die Absolvent*innen!

Ein Einblick ins Bildungsprogramm: Song „All I See“

Auf Initiative einer aktuellen und einer ehemaligen Stipendiatin von Talent im Land fand im Frühjahr 2017 in Mannheim ein selbst organisiertes Seminar in Kooperation mit der Mannheimer Popakademie statt. Unterstützt durch professionelle Songwriter und Producer der Popakademie konnten die Teilnehmenden einen gemeinsamen Song selbst schreiben, aufnehmen und produzieren. Der dazugehörige Videoclip gibt Eindrücke der gemeinsamen Tage.

Hier gibt’s den dazugehörigen Bericht zum Seminar.

Hier ist der Song als mp3 zum Anhören und/oder Download.

 

Neu auf unserer Seite: Was machen ehemalige Stipendiaten heute?

Über 500 Schülerinnen und Schüler haben das Programm Talent im Land bereits durchlaufen. In einer neuen Serie berichten wir über ehemalige Stipendiatinnen und Stipendiaten und was aus ihnen geworden ist. → Was macht eigentlich…?

Kreativwerkstatt in Gaggenau

Mit 40 Stipendiatinnen und Stipendiaten waren wir am letzten März-Wochenende bei schönstem Frühlingswetter in der Akademie Schloss Rotenfels in Gaggenau. In einem von drei Workshops konnten die Schüler*innen hierbei auf unterschiedliche Weise kreativ werden: bei einem Foto-Workshop mit dem Berliner Fotografen Jan von Holleben, bei einem Graffiti-Workshop mit Bernad Sakic alias Kosmik und bei einem Programmier-Workshop mit Diana und Philipp Knodel des gemeinnützigen Hamburger Startups Appcamps. Bei einer Vernissage am Sonntag stellten die Workshops den anderen Teilnehmer*innen ihre wirklich beeindruckenden Ergebnisse vor. Hut ab vor so vielen Talenten!

Im App-Workshop entstanden in kleinen Teams unter anderem Apps, die Parkplätze in fremden Städten finden, das „wahre Alter“ ermitteln, landeskundliches und popkulturelles Wissen über Korea abfragen oder auch Rückmeldung per SMS geben, wenn sich ein Handy weiter als zugelassen entfernt.

Nach intensiven Vorbereitungen mit der Vorbereitung von diversen Schablonen wurden im Graffiti-Workshop ab Samstagnachmittag Leinwände besprüht – und trotz der Verwendung teils gleicher Schablonen entstanden ganz unterschiedliche und individuelle Kunstwerke.

Der Fotografie-Workshop glich einem Bienenstock. Kleingruppen und Einzelpersonen verfolgten mit der Unterstützung der anderen ihre individuellen Fotokunst-Projekte, sammelten Material, arrangierten, verwarfen Ideen und kreierten neue.

Im Anschluss an die Kreativwerkstatt wurde außerdem ein tolles Video darüber gedreht, das die Arbeit des Wochenendes schön einfängt.

Selbst organisiertes Seminar Songproduktion

Auf Initiative einer Stipendiatin und einer Alumna von Talent im Land fand vom 27. Februar bis 1. März in Mannheim ein selbst organisiertes Seminar in Kooperation mit der Popakademie statt. Unterstützt durch professionelle Songwriter und Producer der Popakademie Mannheim konnten die Teilnehmer einen gemeinsamen Song selbst schreiben und produzieren. Stipendiatin Lena-Marie Lecat berichtet:

 Sonntag Nachmittag trafen wir uns alle im Mannheimer Hauptbahnhof und gingen von dort aus gemeinsam zur Jugendherberge, wo wir auch gemeinsam zu Abend aßen. Mit vollem Magen verbrachten wir den Abend gemeinsam im Aufenthaltsraum mit Gesprächen und Spielen. Auch wenn wir „nur“ eine kleine Gruppe waren, hatten wir eine unglaubliche Vielfalt an musikalischen und fotografischen Talenten zu bieten.

Am Montag ging es dann mit dem offiziellen Programm des SOT los und wir gingen früh morgens in die Popakademie Mannheim. Hier wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt, die für das Songwriting und die Instrumentalbegleitung zuständig waren. Dilara hatte bereits Vorarbeit für uns geleistet und einen Teil des Songs mit Gitarrenbegleitung vorgeschrieben. Die Songwritergruppe überarbeitete die vorhandenen Teile und verfasste eigenständig die Strophen, während die Instrumentalisten sich eine passende Begleitung überlegten. Am Ende des Tages wurden die Ergebnisse gegenseitig vorgestellt und schon gemeinsam geprobt. Danach gingen wir zusammen in die Jugendherberge zum Abendessen. Den restlichen Abend verbrachten wir mit anderen TiLern aus der Regionalgruppe in Mannheim. Von Dilara und Songül bekamen wir dann noch eine kleine Führung durch Mannheim. Nicht mal das kalte Wetter konnte uns unsere Freude und gemütlichen Stimmung verderben!

Am nächsten Tag überarbeiteten beide Gruppen separat ihre Teile und probten diese erneut. Als schlussendlich beide mit ihrer Arbeit zufrieden waren, fügten wir beide Teile zusammen und probten den Song einige Male gemeinsam. Nachdem beide Gruppen zufrieden waren, verließen wir die Akademie und gingen gemeinsam in Mannheim bowlen. Während des restlichen Abends waren wir im Gemeinschaftsraum und sangen und redeten miteinander.

An unserem letzten Tag nahmen wir nach einer kurzen Probe unseren Song stückweise auf. Erst nahmen die Instrumentalisten ihre Parts auf, danach sangen die Solisten ein und schlussendlich die Gruppe. So waren wir, zwar mit Verspätung, aber am Ende des Nachmittages fertig mit dem Einspielen und Einsingen unseres Songs und machten uns auf den Weg zum Bahnhof. Hier mussten wir uns dann leider schon voneinander verabschieden und gingen nach und nach zu den Zügen und fuhren nach diesem sehr tollen Projekt mit einem super Ergebnis nach Hause.

Hier kann man den Song direkt als mp3 anhören und/oder herunterladen.

Während des Seminars entstand zum Song noch ein Videoclip, der weitere Eindrücke bietet von den gemeinsamen Tagen.

 

Neue Bewerbungsrunde für das Schülerstipendium Talent im Land

Das Schülerstipendienprogramm Talent im Land ist in die nächste Runde gestartet. Das Programm richtet sich an begabte Schülerinnen und Schüler, die auf ihrem Bildungsweg zum Abitur bzw. zur Fachhochschulreife Hürden zu überwinden haben. Unterstützt werden die Stipendiatinnen und Stipendiaten durch eine monatliche finanzielle Förderung, durch ein begleitendes Bildungsprogramm sowie durch individuelle Beratung. Das Programm wird getragen von der Baden-Württemberg Stiftung und der Robert Bosch Stiftung.

Wer kann sich bewerben?

Über alle Schularten hinweg können sich Schülerinnen und Schüler, die das Abitur oder die Fachhochschulreife anstreben, um ein Stipendium bei Talent im Land bewerben. Zum Zeitpunkt der Bewerbung muss mindestens Klassenstufe 7 besucht werden und bis zum Erreichen des (Fach-) Abiturs müssen noch mindestens zwei volle Schuljahre bevorstehen (Abschluss also frühestens 2019). Förderbeginn ist der 1. September 2017.

Auswahlkriterien sind

  • gute schulische Leistungen,
  • Motivation, Leistungsbereitschaft & Zielstrebigkeit,
  • außerschulische Ambitionen für Begabungsfelder wie Musik, Sport, Kunst oder Naturwissenschaften,
  • soziales, gesellschaftliches oder politisches Engagement.

Zusätzlich spielen die Lebensverhältnisse der Schülerinnen und Schüler eine Rolle, wenn dadurch eine erfolgreiche Schulkarriere spürbar erschwert wird, beispielsweise durch

  • mangelnde Unterstützung in Bildungsfragen,
  • Schwierigkeiten bei der Finanzierung der Schulausbildung,
  • fehlenden sozialen Rückhalt der Familie (zum Beispiel durch prekäre oder fehlende Beschäftigung),
  • individuelle familiäre oder persönliche Belastungen.

Wie kann man sich bewerben?

Schülerinnen und Schüler können sich ab dem 1. Februar bis zum 31. März 2017 online bewerben. Geeignete Bewerber und Bewerberinnen werden nach einer ersten Sichtung anschließend dazu aufgefordert, ein Motivationsschreiben und die Stellungnahme einer Lehrkraft sowie weitere Unterlagen einzureichen. Die vielversprechendsten Bewerberinnen und Bewerber werden zu einem Auswahlgespräch mit einer unabhängigen Jury eingeladen, die 50 Stipendiatinnen und Stipendiaten auswählt.

Weitere Informationen

Alle weiteren Informationen befinden sich auf unserer Internetseite unter Bewerbung.

Für Rückfragen steht das TiL-Büro gerne zur Verfügung.