Veranstaltungs-Rückblicke

Laborpraktikum am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg

Im August waren auch in diesem Jahr acht TiL-Stipendiatinnen und Stipendiaten für ein einwöchiges Laborpraktikum am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Was sie dort erlebt haben, vermittelt der Bericht eines Teilnehmers, den wir in Auszügen hier wiedergeben:

„ […] Am ersten Tag unseres Praktikums blieb zwischen der Vorstellung des Heidelberger Life-Science Lab und den ersten Versuchen genügend Zeit für lustige Unterhaltungen. Dennoch lernten wir im Verlauf der Woche unter der Anleitung von Anja Reimann, die vom DKFZ aus uns betreute, nicht nur die richtige Handhabung mit der Pipette kennen, sondern auch wie man Proteine in einem Gel färbt, die Ermittlung der Zellzahlen mit einer *hust angebend* Neubauer-Zählkammer.

Durch das Hinzufügen von Todesligand bei lebenden humanen Leukämie-Zellen hatten wir am Ende der Woche auch ein paar tote Zellen auf dem Gewissen, aber Auftrag ist halt Auftrag… Unsere Arbeit bestand aber nicht nur aus praktischen Aufgaben im Labor, sondern die Unterscheidung von der Apoptose und Nekrose, die Funktionsweise eines Elektronenmikroskops, eine Vorstellung vom Krebsinformationszentrum, einen Einblick in die Medizintechnik und die theoretische Sequenzierung eines Genoms mit anschließender Besichtigung der millionenschweren „Babys“ gehörten ebenso zum Wochenplan.

Diese große und vielseitige Anzahl von Programmpunkten an einem „normalen“ Tag zeigte sich nicht nur bei unserem ständig wachsenden Wissenstand, sondern auch bei der Kilometeranzeige im Handy… Und so einigten wir uns mit TiL-Alumna Kameliya, die uns diese Woche begelitete, auf einen Power-Nap nach dem Abendessen, bevor wir uns eines Tages auf das Heidelberger Schloss wagten, natürlich mit der historischen Bergbahn und nicht zu Fuß.

Einen weiteren historischen Höhepunkt durften wir auch im Dokumentationszentrum der deutschen Sinti & Roma erleben. Die deutsche Gedenkstätte für die Opfer während der Zeit des Nationalsozialismus war eine sehr anschauliche Vorstellung, um diese sehr dunkle und harte Zeit der Menschen zu verdeutlichen. (Vielen Dank an den netten älteren Mann am Empfang, der uns doch noch kurz vor Öffnungszeit reinließ und am Ende einzelne Ausreißer aus der Gruppe im Gebäude zusammensuchte… Sorry, aber es war echt interessant…)

Am letzten richtigen Labortag, dem Donnerstag, durften wir eine einmalige Chance ergreifen und uns das berüchtigte 7-Tesla MRT aus kürzester Entfernung ansehen, naja zumindest die 18-Jährigen… Im Vergleich: Bisher eingesetzte Feldstärken von 1,5 Tesla bzw. 3 Tesla ermöglichen nur einen Bruchteil der Informationen im Vergleich zum 7-Tesla. (Knapp 10-Millionen teures Baby…).

Den Abend versüßten wir uns mit einem Zusammenkommen in der „Bierbrezel“ mit unserer Laborleitung Anja. Ein paar TiLer aus der Umgebung hatten sich auch Zeit genommen, und so verbrachten wir einen unvergesslichen letzten Abend dieser ereignisreichen Woche.“

Sommerakademie 2019 in Überlingen

Die 14. einwöchige Sommerakademie von Talent im Land fand zu Beginn der Sommerferien im Salem International College in Überlingen am Bodensee statt. Unter dem Oberthema „I’ve got the power! Macht – mehr als nur ein düsterer Herrschaftsbegriff?“ konnten 90 TiL-Stipendiat*innen aus Baden-Württemberg und Bayern den Begriff „Macht“ aus den verschiedenen Blickwinkeln der Disziplinen Wirtschaft, Jura, Politik, Medizin, Medienwissenschaften oder Künstliche Intelligenz kennenlernen.

Neben den von Hochschuldozent*innen geleiteten Kursen und den kursübergreifenden sportlichen und informativen Angeboten, meist betreut durch die Stipendiat*innen selbst, waren vor allem die Abende mit abwechslungsreichen Veranstaltungen gefüllt. Ob bei der Campusolympiade oder der Bootsfahrt auf dem Bodensee – die Teilnehmer*innen der Akademie hatten nicht nur Zeit für intensive Weiterbildung, sondern auch zahlreiche Gelegenheiten, neue Freundschaften zu schließen und alte zu vertiefen.

Ein weiteres Highlight war wie immer der Abend der Talente, an dem sich viele Stipendiat*innen unter anderem musikalisch (instrumental und Gesang), tänzerisch oder akrobatisch präsentierten. Orientierung auf dem Weg in ein Studium bot der Studieninfonachmittag. Nach Workshops zur richtigen Studienfachwahl, zur Studienfinanzierung, zu Speedreading und zum richtigen Zuhören in Vorlesungen berieten Kursleiter*innen, Orga-Team und eingeladene TiL-Alumni zu den diversen Studienfächern. Eingeladen wurden zudem Studierende verschiedener Förderwerke sowie der Initiative Arbeiterkind.de, denen ebenfalls viele Fragen rund ums Studium und zu Stipendien-Bewerbungen gestellt werden konnten.

Beim Abend mit Gästen wurde das Thema „I‘ve got the power! Was Resilienz und soziales Engagement bewirken können“ beleuchtet und diskutiert. Wann haben wir als Einzelpersonen die Macht, durch unser Handeln gesellschaftliche Strukturen oder Einzelschicksale zu beeinflussen? Diese und viele weitere Fragen beantworteten die Tänzerin Sophie Hauenherm, die nach einer krankheitsbedingten Lähmung die Macht über den eigenen Körper zurückgewinnen musste, sowie der Schüler Ben Awenius, der als Aktivist von Fridays for Future München versucht, die Politik zum Handeln zu bewegen.

Am letzten Abend präsentierten die Kurse in kurzweiligen Inszenierungen ihre Ergebnisse den anderen Teilnehmer*innen, bevor dann alle in die wohlverdienten Sommerferien entlassen wurden.

Einen guten Einblick vermittelt auch dieser Film, der auf der Sommerakademie 2019 entstanden ist:

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Absolvent*innen-Abschiedsfeier 2019 in Tübingen

Feierlich verabschiedeten sich die diesjährigen Absolvent*innen Mitte Juli in der Alten Aula der Eberhard Karls Universität Tübingen. Die Schulzeit und damit auch die Zeit als aktive Stipendiat*innen bei TiL neigte sich dem Ende zu, ein neuer, spannender Lebensabschnitt beginnt! Carolin Genkinger von der Robert Bosch Stiftung und Dr. Andreas Weber von der Baden-Württemberg Stiftung beglückwünschten die Absolvent*innen zu diesem wichtigen Meilenstein ihrer persönlichen Bildungslaufbahn.

Maßgeblich gestaltet wurde das Programm durch Beiträge verschiedener Stipendiat*innen, die ihre vielfältigen Erfahrungen im Programm resümierten: Absolventin Mona Kleinfeldt hielt eine rückblickende Rede auf die vergangenen Jahre und Negin Moskhi verzauberte den Saal mit den Klängen ihrer Geige. Anschließend überzeugte Aliah Al-Khafadji mit ihrem kreativen Poetry Slam-Vortrag.

Einen Einblick, wie es nach der Schulzeit weitergehen kann, gaben den Abiturienten TiL-Alumni Kadir Altan und Ardit Jashanica mit ihren Beiträgen „Von der Schule an die Uni“ und „Ab in die Arbeitswelt:  Ein Einblick“. Aber auch die TiL-Familie soll in der Zukunft der Absolvent*innen nicht zu kurz kommen: TiL-Alumnus Aleksandar Dujakovic stellte die Arbeit des TiL-Alumnivereins vor, verbunden mit der Einladung an die Abiturient*innen, sich auch nach dem Stipendium aktiv im Netzwerk zu engagieren.

Begleitet von Familie und Wegbegleiter*innen feierten die Absolvent*innen beim Stehempfang mit Fingerfood und kühlen Getränken sich, ihre Erfolge und die schöne, gemeinsame Zeit im Programm. Mit Urkunden in der Hand und einer rückblickende Fotoslideshow auf die Erlebnisse der vergangenen Jahre endete an diesem Tag für rund 40 TiLer die Zeit im Stipendium, doch TiL begleitet sie hoffentlich noch eine Weile auf die eine oder andere Weise weiter.

 

 

Stereotype, Vorurteile und Ungleichheiten

Woher kommen Stereotype? Und wie wird aus Rollenbildern und Vorurteilen Diskriminierung? Und was kann der und die Einzelne dagegen tun? Das waren nur einige der Fragen, mit denen sich 42 Teilnehmende beim Seminar „Stereotype, Vorurteile und Ungleichheiten“ im April 2019 beschäftigten.

Dabei wurde unter Anleitung des jungen Teams der Landeszentrale für politische Bildung, die das Seminar für uns durchführte, nach Kräften recherchiert, diskutiert und vor allem auch ausprobiert: Bei der „Teilhabe-Challenge“ ging es beispielsweise für die TiLer nach Bad Urach, wo sie sich ganz konkret auf die Suche nach Stereotypen und Benachteiligungen machten. Und sie wurden fündig: So wurden in der anschließenden Präsentation Bilder von klischeehafter Werbung, nicht-abgesenkten Bordsteinen und „haut“-farbenen Strumpfhosen gezeigt. Alles No-Gos, da war sich die nun sensibilisierte Gruppe einig.

Zum Abschluss machten sich die TiLer daran, die ihnen besonders am Herzen liegenden Botschaften kreativ sichtbar in die Welt zu tragen, und so entstanden nicht nur Instagram-Posts, sondern beispielsweise auch bemalte Stoffbeutel.

Was möchte ich studieren? Das SOS-Studienorientierungsseminar 2019

Studieren – warum eigentlich? Welcher Studiengang bietet sich für mich an? Wie stelle ich mir eigentlich meine Zukunft vor und wie kann ich diese Vorstellung umsetzen? Was wünsche ich mir für meine berufliche/private Zukunft? Was ist mir dabei besonders wichtig? Anhand dieser Fragen ließen sich 40 Stipendiat*innen von fünf Trainer*innen des Programms „Studienkompass“ Anfang März durch das Wochenende in Filderstadt führen. Anschließend konnten die Stipendiat*innen zwar nicht mit weniger, aber stattdessen mit konkreteren Fragen für die weitere eigene Studienorientierung in die Zukunft blicken.

Das Seminar begann mit einer zentralen Voraussetzung für ein Seminar zur Studienorientierung: Lohnt sich ein Studium? Trainer Baris Ünal, hauptberuflich Leiter der Studienberatung an der TU Berlin, stellte den Stipendiat*innen eine ganze Reihe von Gründen vor, die für ein Studium sprechen, und welche Voraussetzungen jemand mitbringen muss, der studieren möchte.

Für die beiden Folgetage wurden die Teilnehmer*innen in vier Gruppen unterteilt und konnten so in kleinen Gruppen ihren Zukunftsvorstellungen auf den Grund gehen. Nicht nur berufliche, sondern auch persönliche Aspekte wurden mit einbezogen. Auf dieser Basis konnten die Stipendiat*innen ‚Zukunftsskulpturen‘ bauen, die am Abend der gesamten Gruppe präsentiert wurden. In einer Coaching-Paarübung erarbeiteten die TiLer am Nachmittag anhand einer Stärken- und Schwächenanalyse den Einfluss persönlicher Faktoren auf die Studienwahl.

Am letzten Tag des Seminars stellten die Stipendiat*innen ihre persönlichen Erkenntnisse des Vortages ihrer Kleingruppe vor und erhielten aus der Gruppe und vom jeweiligen Trainer Rückmeldung. Die individuellen Fähigkeiten wurden noch einmal hervorgehoben, und damit können die TiLer nun gestärkt in das letzte Jahr vor dem Abitur starten. Zu guter Letzt sollte noch ein wenig mehr Organisation in das gedankliche Drunter und Drüber nach dem aufschlussreichen Wochenende gebracht werden: Informationsangebote im Netz wurden vorgestellt, um mithilfe dieser zu einer fundierten Studienentscheidung kommen zu können.

Der Abschluss naht: das Abilerncamp 2019

Bereits zum dritten Mal startete das alljährliche Abilerncamp Anfang März 2019 und leitete für viele Abiturient*innen den Endspurt der Prüfungsvorbereitungen ein. Auch 2019 erfreute sich das Camp wieder großer Beliebtheit unter den baldigen Abiturient*innen. Von Freitagnachmittag bis Montagmittag verbrachten 25 Noch-Stipendiat*innen ein paar intensive Tage mit viel gemeinsamer Lernzeit und anderen anregenden Programmpunkten. Durchgeführt wurde das Abilerncamp von einem fünfköpfigen Team von TiL-Alumni.

Das Wochenende war geprägt von Lerneinheiten, die frei gestaltet werden konnten. Die Alumni in ihrer Mentor*innenfunktion standen mit Rat, Tat und jeder Menge Fachwissen zur Seite, doch auch Einzelarbeit war gern gesehen und konnte in den recht ruhigen Hängen über Schwäbisch Hall gut ausgeführt werden. Die Alumni begleiteten die Stipendiat*innen außerdem mit Workshops und Gesprächen zu den Hauptfächern Mathe, Deutsch und Englisch.

Ein Ausgleich durfte natürlich nicht fehlen! Jeden Morgen konnten sich die Frühaufsteher*innen der Gruppe zum Morgenlauf treffen, um erfrischt in den Tag zu starten. Regelmäßige Pausen für Snacks und ein wenig Bewegung sorgten für eine gute Atmosphäre. Und wurde zwar in der abschließenden Feedback-Runde die Stimme laut, man könne doch auch nach dem Abendessen noch Lernzeiten einrichten, waren es doch genau diese Stunden des Erholens, die den Rest des Tages so produktiv machen konnten. Denn auch ein rauchender und ratternder Kopf muss bisweilen abschalten…

Viel zu schnell kamen der Montag und die Abreise – und damit war wieder ein großer Schritt in Richtung Schulabschluss getan! Den Absolvent*innen im Jahr 2019 wünschen wir viel Erfolg bei den Prüfungen und nur wenig Stress!

Verstärker – wir verschaffen uns Gehör

Fast jeder kennt Situationen oder gesellschaftliche Zustände, die einen ärgern. Vielleicht hat man sogar eine Idee, was und wie man das ändern könnte, es verlässt einen aber der Mut, weil man als Einzelner „eh nichts verändern“ kann. Bei einem Wochenende-Seminar im Februar erarbeiteten 44 Stipendiatinnen und Stipendiaten von Talent im Land in drei Workshops mediale „Verstärker“, die helfen können, der eigenen Meinung Gehör zu verschaffen. Und bekamen dabei das Handwerkszeug vermittelt, um eigene Botschaften ansprechend zu vermitteln. Angeleitet und unterstützt wurden sie dabei von Teamer*innen der Bundeszentrale für politische Bildung.

Im Workshop „rICHtig wICHtig“ ging es um das Bild, das andere von einem haben und wie richtig oder falsch solche Zuschreibungen manchmal sind. Nach einer Auseinandersetzung mit den persönlichen Wünschen und Forderungen der TeilnehmerInnen wurden mit den Kameras der Smartphones Bilder von sich und den eigenen Botschaften erstellt.

Die TeilnehmerInnen des Workshops „Eure Botschaft – Großes Kino“ formulierten ihre Botschaften, was ihr in ihrem Umfeld oder in der Gesellschaft verbessern wollen. Sie entwickelten Geschichten für mögliche Filme, Bilder und Szenen, die eure Botschaft transportieren. Dabei spezialisierten sie sich in den Bereichen Kamera, Schauspiel oder Regie.

Im „Traumaktivierer“ ging es um die eigenen Ziele und auch darum, aktiv und selbstbewusst die eigene Lebenswelt zu gestalten. Im Fokus in diesem Workshop standen daher zunächst die individuellen Ressourcen und Rahmenbedingungen, die zu einer Verwirklichung der eigenen Träume beitragen können. Im Laufe des Wochenendes entstanden daraus Stop-Motion-Clips, mit denen diese Ziele in Bilder übersetzt wurden.

Hier sind einige Ergebnisse aus den Workshops:

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Selbst- und Zeitmanagement 2018

Um erfolgreich und stressfrei durch den (Schul-)Alltag zu kommen, hilft ein effektives Zeitmanagement. Wenn sich die Arbeit türmt und die Zeit verfliegt, unterstützen erprobte Strategien, den Tag zu strukturieren und die vielen anstehenden Aufgaben und Wünsche besser zu bewältigen.

20 Stipendiaten von Talent im Land kamen Anfang Dezember nach Stuttgart, um genau dies zu lernen. Sich in der verfügbaren Zeit auf das Wesentliche zu konzentrieren, einen Überblick über die anstehenden Aufgaben zu gewinnen und dabei die Hobbys nicht ganz zu vergessen, die ToDos richtig zu planen und zu priorisieren, gemeinsam neue Ziele strategisch zu setzen und eine realistische Zeitplanung zu erstellen. All dies waren Themen bei diesem kompakten Tag – das heißt, die Zeit wollte effektiv genutzt sein. Auch die souveräne Bewältigung von Stresssituationen sowie der Umgang mit Störungen und „Zeitfressern“ kamen ebenso zur Sprache wie die lästige, aber allzu menschliche Prokrastination („Aufschieberitis“).

Das Alumnitreffen 2018

Vom 30. November bis 2. Dezember 2018 trafen sich knapp 70 ehemalige TiL-Stipendiat*innen aus Nah und Fern in der Jugendherberge Rottweil, um ein vielseitiges, interessantes und vor allem schönes Wochenende zu verbringen. Mit viel Engagement hatten die Ehemaligen selbst das Wochenende vorbereitet und gestaltet.

Der Freitagabend war geprägt vom Ankommen und vor allem der großen Wiedersehensfreude und Kennenlernen „neuer“ Alumni. Am Samstagmorgen wurden Workshops angeboten, deren Ergebnisse anschließend vorgestellt wurden: Themen wie Salsa, Rassismus, Intercultural Awareness und Tramprennen wurden getanzt, besprochen und diskutiert. Die facettenreichen Künste der TiL-Familie wurden in den TED-Talks erkundet. Hier konnte man unter anderem in das Leben im „Schweizer Exil“ und in das Arbeiten und Wirken von „Digitalen Nomaden“ einen spannenden Einblick bekommen. Danach wurden aktuelle Informationen aus dem „Talent im Land Alumni e.V.“ präsentiert. Der letzte Abend war – wie die Jahre zuvor – geprägt von teils emotionalen Diskussionen rund um die Fragen des Großen Preises. Das Ratespiel wurde von Alumni-Koordinator Ingo Straten moderiert. Am Sonntag bildeten die Berichte aus den Regionalgruppen und der Austausch über die Regionalgruppenarbeit den Abschluss, bevor wieder alle an ihre jetzigen Wohnorte entschwanden.

 

15. TiL-Jahrgang aufgenommen

51 neue Stipendiat*innen sind seit dem 1. September Teil der TiL-Familie und werden auf ihren Bildungswegen unterstützt und beraten. Am 14. November wurden sie von Kultusministerin Susanne Eisenmann sowie Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung, und Dr. Dagmar Wolf, Bereichsleiterin Bildung der Robert Bosch Stiftung, feierlich im Neuen Schloss Stuttgart als 15. Jahrgang in das Programm „Talent im Land“ aufgenommen. „Die Stipendiaten sind außergewöhnliche Jugendliche, die trotz schwieriger Startbedingungen ihre Motivation nie verloren haben und voller Zuversicht in die Zukunft blicken. Dabei denken sie nicht nur an sich selbst, sondern auch an andere“, betonte Dr. Susanne Eisenmann, Ministerin für Kultus, Jugend und Sport, in ihrem Grußwort. Zudem riet sie den Stipendiatinnen und Stipendiaten, dass man bei Misserfolgen nicht liegen bleiben dürfe, sondern wieder aufstehen und weiterkämpfen solle.

Für die 31 Mädchen und 20 Jungen, die aus insgesamt über 300 Bewerbungen ausgewählt wurden, öffnen sich als TiL-Stipendiaten ganz neue Perspektiven. Neben einer monatlichen Förderung von in der Regel 150 Euro erhalten sie Zugang zu einem umfangreichen Seminar- und Bildungsprogramm, lernen bei der Sommerakademie berufliche Vorbilder kennen und können sich innerhalb eines Netzwerks aus rund 650 „Talent im Land“-Alumni Ratschläge für Schule und Berufsplanung einholen.

Die neu aufgenommenen TiL-Familienmitglieder stammen aus unterschiedlichen Ländern und verschiedenen Kulturkreisen. Während 27 Stipendiat*innen in Deutschland geboren sind, zählen zu den Herkunftsländern der anderen Jugendlichen beispielsweise Pakistan, Rumänien, Afghanistan, Iran, Sri Lanka, Libanon und die Philippinen. Die größte Gruppe mit elf Schülerinnen und Schüler stammt ursprünglich aus Syrien. „Herkunft darf nicht über den Zugang zu Bildung entscheiden. Mit Talent im Land fördern wir auch diejenigen, die bisher vielleicht übersehen wurden und die sich trotz mancher Hindernisse nicht unterkriegen lassen“, erläuterte Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung.

Die Stipendiatinnen und Stipendiaten haben bereits soziales oder politisches Engagement gezeigt oder Urkunden für schulische oder sportliche Leistungen erhalten. Sie sind bunt interessiert an Neuem und haben oftmals bereits ambitionierte berufliche Ziele vor Augen. In diesem Jahr stehen besonders technische und naturwissenschaftliche Studienfächer wie Informatik, Mathematik oder Ingenieurwesen hoch im Kurs. Auch ein hohes Interesse an Thema Gerechtigkeit wurde spürbar: Einige Schülerinnen und Schüler haben Interesse an politischen Themen, möchten bei der UNO arbeiten oder Medizin studieren, um in Kriegsgebieten aktiv vor Ort helfen zu können.

Die Festveranstaltung lieferte den anwesenden Gästen einen Einblick in die Bestandteile des Programms, von denen die neuen Stipendiat*innen in den kommenden Jahren profitieren werden. So hob in einer Gesprächsrunde TiL-Alumnus Ivo Georgiev hervor, in welcher Art und Weise die Impulse des Bildungsprogramms ihm geholfen hatten, seine Talente zu entfalten. Und Sommerakademieleiterin Erika Magyarosi schilderte ihre Erfahrung, dass die Sommerakademie ein Geben und Nehmen sei, bei dem unglaublich viel Begeisterung und Energie bei allen Beteiligten spürbar werde. Ein → kurzer Film lieferte einen Eindruck von der Atmosphäre und den Inhalten eines  Wochenend-Seminars.

Die aktuellen Stipendiat*innen Jakub und Ophundem beeindruckten mit ihrer Präsentation vom Song „A Million Dreams“, und Neu-Stipendiat Younes gab einen beeindruckenden Einblick in die koreanische Kampfkunst „Taekwondo“. Der Abend klang bei netten Gesprächen und einem Fingerfood-Buffet begleitet von Livemusik harmonisch aus.

Fünf der neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten stellen wir hier vor:

Sahar

Vor genau drei Jahren kam Sahar mit ihrer Mutter, Großmutter und Tante aus dem Iran nach Deutschland in den Schwarzwald. Schon in dieser kurzen Zeit legte die gebürtige Afghanin eine beträchtliche Laufbahn hinter sich. Als Sahar im Jahr 2016 begann, auf eine Realschule zu gehen, empfahlen ihre Lehrkräfte ihr schon nach vier Monaten, auf ein Gymnasium zu wechseln. Dieses besucht Sahar nun in der 8. Klasse.
Ihr Interesse für Sprachen begann schon früh, als sie im Iran eine Grundschule besuchte. Zu dieser Zeit lernte sie mit Hilfe des Internets Englisch. Nicht nur das Sprachenlernen begeistert sie, sondern auch die Literatur. So liest sie schon jetzt mit großem Enthusiasmus Franz Kafka und Paolo Cohelo. Sahar hat auch eine künstlerische Seite. Sie nimmt Gitarrenunterricht, singt im Schulchor mit und malt und schreibt für eine afghanische Kinderzeitschrift. Für eine ihrer Geschichten wurde sie als beste Schriftstellerin ihrer Altersgruppe bei einem iranischen Literaturfestival ausgezeichnet. Da sie nach ihrem Abitur gerne Schriftstellerin und Physikerin werden möchte, ist Sahar hoch motiviert und hofft, dieses Ziel mithilfe von TiL erreichen zu können. Wir freuen uns darauf, Sahar in den nächsten Jahren begleiten zu dürfen!