Wir berichten von ehemaligen Stipendiatinnen und Stipendiaten, was aus ihnen geworden ist.

. . . Radu Homorozan?

Radu Homorozan aus dem TiL-Jahrgang 2011 machte 2013 sein Abitur und zog nach seiner Zeit als TiL-Stipendiat nach Bremen, um dort an der Jacobs University Wirtschaftsinformatik zu studieren. Besonders gereizt hat ihn dabei das internationale und diverse Umfeld – auf dem Campus wohnen Student*innen aus mehr als 100 Länder. Nach dem Bachelor vertrieb es Radu noch weiter in den Norden – nach Kopenhagen! Dort studiert er gerade im Master und wird sein Studium in Wirtschaftsinformatik voraussichtlich noch 2018 beenden. Obwohl Radu also in Dänemark studiert, lebt er in Schweden, um genauer zu sein in Malmö. Fast täglich pendelt er über die Öresundbrücke. Beide Länder gefallen ihm sehr, und er fühlt sich besonders in der dänischen Kultur und Gesellschaft wohl und gut aufgehoben: „Obwohl man das nicht wirklich denkt, ist der Unterschied zu Deutschland doch ziemlich groß.“

Im vergangenen Semester studierte Radu zudem an der Bond University in Gold Coast, Australien. Obwohl Radu mit so vielen Ländern vertraut ist, ist er sich sicher: „das war die beste Zeit meines Lebens.“ Er wohnte im sonnigen Bundesstaat Queensland, lernte Surfen und konnte neben dem Studium viel reisen, wodurch er die berühmte australische Lässigkeit hautnah erleben konnte. Besonders fasziniert hat ihn neben den atemberaubenden Landschaften und der vielfältigen Tierwelt auch die Lebensweise der Australier: Radu bezeichnet sie als „unglaublich freundliche Menschen, sehr locker und entspannt, und scheinen ihr Leben in vollen Zügen zu genießen, egal wo sie leben und was sie tun.“

Seit drei Monaten ist Radu nun zurück im kalten Skandinavien und schreibt fleißig an seiner Masterarbeit. Diesen Sommer zieht er auch nach Kopenhagen und möchte dort auch nach dem Studium noch bleiben. Direkt nach dem Studium soll es jedoch erst noch eine Auszeit sein: Radu hat vor, zwei oder drei Monate zu reisen und Asien soll es sein. Im Anschluss, ab Beginn des nächsten Jahres, hat er vor, eine Vollzeitstelle in der IT-Beratung anzutreten. Radu denkt, dass es ihn langfristig wieder nach Deutschland ziehen wird, doch vorerst genießt er das internationale Umfeld in vollen Zügen und freut sich, bekannte Gesichter zu sehen: „Ich freue mich übrigens immer sehr über Besuch, vor allem aus der TiL-Familie, also meldet euch gerne bei mir wenn ihr mal in den Norden unterwegs seid. :)“
Wir wünschen Radu für den Masterabschluss, das Reisen und natürlich den Berufseinstieg viel Erfolg!

. . . Thanaseela Thanabalasundaram?

Seitdem Thanaseela aus dem TiL-Jahrgang 2010 im Oktober 2014 angefangen hat, in Heidelberg Medizin zu studieren, hat sich in ihrem Leben Einiges getan. Die unschuldigen Zeiten als ‚Ersti‘ sind lange vorbei, kommen ihr aber „wie gestern“ vor und sind voller schöner Erinnerungen. Die ersten zwei Jahre arbeitete Thanaseela darauf hin, das Physikum zu bestehen – die erste große Herausforderung ihres Lebens, die auch damit verbunden war, gewisse Grenzen zu erfahren. Auch nach dem Physikum ließ der Leistungsdruck nicht nach. Doch die klinischen Semester beflügelten ihr Interesse und ihre Motivation und führten Thanaseela vor Augen, weshalb sie sich für das Studium der Humanmedizin entschieden hatte. Die TiL-Alumna ist inzwischen im siebten Semester im chirurgischen Block und ist gespannt auf die neuen bevorstehenden Eindrücke in der Chirurgie.

Neben ihrem Studium ist Thanaseela auch ehrenamtlich aktiv bei ‚Studieren ohne Grenzen‘. Durch die Hochschulgruppe erlebte sie eines ihrer Studienhighlights kurz vor dem ersten Staatsexamen: gemeinsam mit ihren Freunden, der Hochschulgruppe und einer Gruppe tamilischer Kinder stellte sie ein Tanzschauspiel in Heidelberg auf die Beine. Die zweistündige Show brachte Einnahmen für ein gemeinnütziges Projekt in Sri Lanka. Thanaseelas Freude am Tanzen ist ungebrochen: „Ich denke darüber nach, einen kleinen Tanzverein zu gründen, der genau den Leitgedanken tragen soll, den ich vermitteln möchte. Wir setzen unsere Kompetenzen und Fähigkeiten dafür ein, um anderen Menschen egal in welcher Form zu helfen. Der Spaß kommt dabei nie zu kurz und die Vorbereitungen für das nächste Tanzschauspiel Anfang 2018 laufen auch schon.“

Aktuell steht ein weiterer Lebensabschnitt für Thanaseela bevor: nach dem laufenden Wintersemester wird sie ein Freisemester absolvieren, in dem sie ihre Famulaturen – in anderen Bereichen auch ‚Praktika‘ genannt 🙂 – absolvieren wird, um damit praktische Erfahrungen insbesondere im Ausland zu sammeln. Gleichzeitig wird es dann auch Zeit, sich um eine Doktorarbeit zu kümmern. Thanaseelas Interessen sind bisher vor allem in den Themenbereichen Global Health und Tropenmedizin und sie hofft, auf eine für sie ansprechende Promotionsstelle zu stoßen. Wir hoffen das natürlich auch für sie!

Ist auch dieser Schritt geschafft, dauert es nur noch ein Jahr bis zum zweiten Staatsexamen und dann geht der Berufsalltag für Thanaseela los! Sie sagt: „Noch fühle ich mich nicht für den Beruf als Ärztin bereit, denke aber, dass die Reife im Lauf der nächsten Jahre kommt und mich für den Berufsalltag wappnet.“

Das Studium jedenfalls hat Thanaseela einmal mehr gezeigt, wie unterschiedlich Menschen sein können, und sie vor ernsthafte Herausforderungen gestellt. Ihre Ansichten konnte sie aus eigener Sicht ebenfalls an einigen Stellen bereichern und es gab – entgegen aller Befürchtungen – nie etwas zu verlieren. Thanaseela ist schon gespannt, was die kommenden Jahre und Monate für sie bereithalten und wir wünschen ihr viel Erfolg bei den anstehenden Entscheidungen!

. . . Tuba Aini?

Tuba Aini aus dem TiL-Jahrgang 2010 beendete 2013 erfolgreich das Abitur und begann im Anschluss direkt mit ihrem Studium der Zahnmedizin an der Goethe Universität Frankfurt (Main). Mittlerweile studiert sie im siebten Semester: „Endlich! Das bedeutet nämlich für mich: Adieu „Phantompuppen“ und Plastikzähne und hallo erster Patient. In diesem Semester werde ich alles, was ich zuvor an Theorie gelernt und an den „Phantomköpfen“ geübt habe, an Patienten durchführen.“

Für Tuba und ihre Kommiliton*innen bedeutet dies nach der Terminvereinbarung strikte Partnerarbeit in der Behandlung: da die Studierenden noch keine Vorerfahrung mit echten Patient*innen haben, beschränkt sich die Arbeit einerseits auf die sogenannte konservierende Zahnheilkunde: „Das heißt bohren, Karies entfernen, Zahn füllen, Wurzelkanalbehandlungen, professionelle Zahnreinigungen und so weiter“, sagt Tuba. Andererseits ist es entscheidend, dass der behandelnde Partner nach jedem Schritt, der erfolgreich ausgeführt wurde, den entsprechenden verantwortlichen beaufsichtigenden Zahnarzt holt, der alles absegnet. Ebenso muss Tuba natürlich selbst auch für ihre Studienpartnerin die Assistenz „spielen“.

Bis zur Behandlung an Patienten war es für Tuba ein weiter Weg: in den ersten drei Semestern belegte sie noch zusammen mit den Humanmedizinern Kurse in Anatomie, Chemie, Physik, Biochemie und Physiologie. Zusammen mit den vierten und fünften Semestern war dies der vorklinische Abschnitt des Studiums. Das letzte Jahr der Vorklinik wird dann aber bereits in der Zahnklinik absolviert, und die Vorbereitung auf das Physikum, also das erste Staatsexamen, laufen sowohl theoretisch als auch praktisch auf Hochtouren. Seit dem Frühjahr 2017, dem sechsten Semester, ist Tuba im klinischen Studienabschnitt und wurde auf die bevorstehende Behandlung an den Patient*innen vorbereitet. Bereits zu dem Zeitpunkt dürfen die ‚Zahnis‘ auch Patient*innen röntgen (Tuba: „Was die Humanmediziner nicht dürfen!“). Tuba findet „erstaunlich, wie viel man innerhalb eines Jahres in der Zahnklinik lernt und dann direkt auf die Patienten losgelassen wird“. Die Patient*innen in der Zahnklinik wissen, dass die behandelnden Studierenden sich noch in der Ausbildung befinden, „dennoch sehen sie jeden, der weiß gekleidet ist  – also uns Studierende auch -, als ‚Götter in Weiß‘ und vertrauen uns. Man trägt also große Verantwortung als Behandlerin!“

Ihren Studienalltag empfindet Tuba als recht schulähnlich, der Stundenplan sei stets prall gefüllt und mit Anwesenheitspflicht und den festen Unterrichtszeiten gibt es nicht so viele Freiheiten, wie man denken könnte. Doch: „Das Gute ist, dass man jede Menge praktisch arbeitet, sodass die Zeit relativ zügig vergeht.“

Bis zur „fertigen“ Zahnärztin liegt für Tuba dennoch noch ein Stück Weg vor ihr: „Das Studium geht insgesamt elf Semester plus zwei weitere Jahre Assistenzzeit. Das Studium ist kein Zuckerschlecken, aber es macht wirklich Spaß! Ich kann mir anschließend dann gut vorstellen, in die Oralchirurgie zu gehen, aber bis dahin ist ja noch etwas Zeit.“ Wir wünschen ihr weiterhin viel Freude und Erfolg auf dem Weg zur Zahnärztin!

 

. . . Denis Vuckovac?

Denis gehört zu einem der ersten „Talent im Land“ Jahrgänge, er wurde 2004 in die Förderung aufgenommen und hat 2007 sein Abitur gemacht. Direkt nach seinem Abitur war er 2007 für fünf Wochen mit Fulbright in Kalifornien, wo er einige seiner engsten Freunde kennen gelernt hat – und über dessen Alumniverein er acht Jahre später seine Freundin kennen lernen sollte. Direkt im Anschluss an „die unglaubliche Zeit in den USA“ begann er dann sein Studium am Karlsruhe Institut für Technologie, damals allerdings noch Universität Karlsruhe (TH). (Für Denis ein deutliches Anzeichen, alt geworden zu sein.) Da er sowohl technisch als auch wirtschaftlich interessiert war, entschloss er sich dafür, Wirtschaftsingenieurwesen zu studieren. Gut gefallen haben ihm dabei Unterschiedlichkeit und Abwechslungsreichtum der verschiedenen Lehrveranstaltungen: von Werkstoffkunde über Programmieren bis hin zu Finanzwirtschaft und Konjunkturtheorie. Vielfältig war auch die Wahl seiner Auslandsaufenthalte: Denis war jeweils für ein Semester in Singapur und Kalifornien. Speziell ersteres hat ihm sehr gut gefallen! Er sagt: „Singapur selbst ist ein unglaublich vielfältiges und dynamisches Land, was so wahrscheinlich einmalig auf der Welt ist.“ Und auch hier hat Denis wieder einige Freunde, diesmal aus der ganzen Welt, fürs Leben getroffen: „Und erstaunlicherweise hält der Kontakt!“ Schon seit 2010 schafft er es, sich regelmäßig mit diesem Freundeskreis zu treffen, allerdings inzwischen etwas seltener als noch zu Studienzeiten.

Vielfältig waren auch Denis beruflichen Tätigkeiten. So absolvierte er Praktika in der Automobilwirtschaft („Jeder im Ländle sollte das mal gemacht haben, oder?“) und Energiewirtschaft. Speziell letztere Tätigkeit im Rheinland hat ihm sehr gut gefallen. Dabei hat er Methoden aus der Finanzwirtschaft genutzt, um den Wert von ganzen Kraftwerken auf Basis unterschiedlicher Szenarien bis zum Jahre 2020 („was inzwischen gar nicht mehr so weit weg scheint … Denis = alt“) zu bewerten. Denis hatte das „Glück“ in dieser Branche zu arbeiten, während es in Japan zum Reaktorunglück in Fukushima kam, was in Deutschland zum Atomausstieg und der Energiewende führte (findet Denis gut), allerdings monatelange Arbeit umsonst machte (fand Denis nicht so gut). So merkte er zu diesem Zeitpunkt zum allerersten Mal die Tücken globaler Energiemärkte kennen, die beeinflusst werden von praktisch allen geopolitischen, meteorologischen sowie ökonomischen Geschehnissen weltweit. Nach dem Studienabschluss entschloss er sich dann jedoch Erfahrungen in der Unternehmensberatung zu sammeln. Hierbei wurde er in wenigen Monaten auf Projekte bei den unterschiedlichsten Unternehmen „verkauft“, lernte viel, arbeitete aber vor allem auch sehr viel. Weil Denis der Meinung war, das wäre zu viel Arbeit gewesen, entschloss er sich im Anschluss sein Glück wo anders zu suchen – auch wenn er, wie er schreibt, am liebsten „direkt in Rente“ gegangen wäre, aber so alt ist er nun wirklich nicht… 🙂

Denis arbeitet heute in der Schweiz an der ETH Zürich als Doktorand und forscht zu den Themen „Internet of Things“, also grob dem Verschmelzen der digitalen mit der physischen Welt. Das Doktorat ist anders als häufig sehr praxisnah und weniger theoretisch ausgelegt (sofern das denn möglich ist). Das sonst übliche Problem, im „Elfenbeinturm“ zu sitzen hat Denis daher weniger – was für ihn eine wichtige Grundvoraussetzung war, als er sich zu diesem Schritt entschieden hat. Konkret hat Denis in den letzten Jahren zusammen mit zwei Masterstudenten eine mobile Self-Checkout App entwickelt, die es Nutzern erlaubt Produkte in einem Kiosk nur über das Smartphone zu bezahlen und so die Schlange an der Kasse zu überspringen. Die App wurde an mehreren „Convenience Stores“ am Hauptbahnhof Zürich getestet und erfreut sich bei Nutzern großer Beliebtheit, was man an der hohen Zahl wiederkehrender Nutzer sowie an der Regelmäßigkeit ihrer Einkäufe gut erkennen konnte. Eine Zunahme an Warenschwund haben sie außerdem erfreulicherweise während der Pilotphase nicht feststellen können. Die Arbeit an der Uni ist von sehr viel Freiheit geprägt, „was Fluch und Segen zugleich ist“, da man sich häufig verloren vorkommt. Denis ist aber inzwischen im letzten Jahr seiner Promotion angekommen und sollte, wenn alles nach Plan verläuft, im Mai 2018 fertig sein – die Ziellinie ist also bereits in Sicht.

Noch dazu befasst sich Denis sowohl privat als auch beruflich nun schon seit fast zwei Jahren immer mehr mit der Blockchain, also der Sicherheit durch kryptografische Verkettung, und glaubt fest daran, dass Projekte wie beispielsweise Ethereum ein Riesenpotential haben, das Internet der Zukunft sowie unser Wirtschaften grundlegend zu verändern. Falls andere Stipendiaten oder Alumni in dem Themenbereich interessiert sind, würde sich Denis freuen, wenn sie sich bei ihm melden, um Meinungen und Ansichten auszutauschen.

An Zürich und die Schweiz hat er sich inzwischen gewöhnen können, es ist allerdings auch nicht das erste Mal, dass sich Denis in einem neuen Land integrieren musste. 🙂  Allerdings hatte er das beim ersten Mal etwas leichter in Erinnerung: „Ist wohl auch so etwas, was mit dem Alter nicht leichter wird.“ Seit Denis’ Freundin aus Berlin zu ihm nach Zürich gezogen ist und beide auch deutlich häufiger ihre Wochenenden damit verbringen, die Schweizer Berge und Seen zu erkunden, fühlt es sich aber schon deutlich mehr nach „Zuhause“ an.

Wir sind uns sicher, dass das noch mehr wird, und wünschen Denis für seinen weiteren Weg viel Erfolg, weiterhin viele TiL-Begegnungen und auch Gelassenheit in Bezug aufs Älterwerden. 🙂

. . . Robert Weis-Banaszczyk?

Robert bei einer seiner vielfältigen Dirigententätigkeiten.

Robert aus dem Jahrgang 2005 machte 2010 sein Abitur und wusste bereits, dass er direkt danach ein Musikstudium angehen wollte, denn auch in der Schule hatte er bereits Dirigierunterricht erhalten. Um sich auf die Aufnahmeprüfung für das Studium vorbereiten zu können, genehmigte sich Robert zunächst ein „Sabbatjahr“, bei dem er durch ein FSJ Kultur tiefe Einblicke in eine Musikschule im hessischen Bad Nauheim bekam. Zusätzlich gab Robert Nachhilfe, um auch erste pädagogische Erfahrungen für sein zukünftiges Lehramtsstudium zu sammeln.

Im Juni und Juli 2011 wurde es dann ernst: die Aufnahmeprüfungen in Stuttgart und Würzburg standen an. Nachdem ihm beide Musikhochschulen Studienplätze anboten, entschied Robert sich für Stuttgart und begann sein Schulmusik-Studium mit Kontrabass im Hauptfach. Seit 2015 setzt er dieses Studium an der Musikhochschule Mannheim mit dem Schwerpunkt Musikpädagogik und dem Leistungsfach Dirigieren fort. Neben der Hochschule ist Robert in verschiedenen musikalischen Bereichen aktiv, als Kontrabassist beispielsweise als festes Mitglied beim Heilbronner Sinfonieorchester und als Aushilfsspieler in Orchestern in Baden-Baden, Mannheim, Tübingen und am Bodensee. Zudem ist Robert seit Anfang des Jahres als Dirigent des Collegium Musicum Ludwigshafen tätig und er kooperiert regelmäßig mit dem Sinfonischen Orchester Klangattacke in Heilbronn. Letztes Jahr wurde ihm außerdem eine besondere Ehre zuteil: bei der Landesgartenschau in Öhringen sollte ein Komponist sein eigenes Konzert dirigieren, fiel jedoch kurzfristig aus – und Robert sprang ein. 🙂 Auch bei Benefizveranstaltungen ist Robert immer gern dabei, er engagiert sich im Jugendbereich und unterrichtet an der Musikschule Unterer Neckar Kontrabass und im Bereich der Ensemblearbeit.

Robert mit dem Sinfonischen Orchester ‚Klangattacke‘.

Doch damit nicht genug – ein eigenes Projekt stand bereits früh im Studium an: „Der nächste Schritt war mein Vorhaben, ein eigenes studentisches Kammerorchester aufzubauen. Das ist aus meiner Sicht ein sehr schwieriges Unterfangen, da man zwar kurzfristig immer ein paar seiner Studienfreunde für ein einzelnes Projekt zusammentrommeln kann. Aber ein Orchester längerfristig am Leben zu erhalten braucht sehr viel Vorbereitung, eine Leitidee, die langfristig motivieren kann, und vor allem viel Unterstützung von außerhalb.“ Die TiL-Verbindung kam Robert hierbei zugute: aus einem Auftritt bei der TiL-Festveranstaltung des Jahrgangs 2012 gründete sich das aus baden-württembergischen Musikstudierenden bestehende EGO Kammerorchester. Robert ist in der Organisation und Leitung tätig und kann eine professionelle CD-Aufnahme, diverse Förderungen und regelmäßige Auftritte vorweisen.

Robert sieht TiL als einen der ermöglichenden Faktoren für seine musikalische Karriere: „da sonst für mich der Instrumentalunterricht (Kontrabass, Klavier, Kurse für Dirigieren und Kontrabass) nicht in diesem Umfang möglich gewesen wäre, ich viele Reisen – wie erst kürzlich nach China mit der Bläserphilharmonie Baden-Württemberg – die mich bis heute prägen, nicht hätte machen können und viele tolle Bekanntschaften, die ich bis heute pflege, nicht gemacht hätte.“

 

. . . Rebecca Hasseli?

Rebecca ganz in ihrem Element.

Rebecca aus dem TiL-Jahrgang 2006 hielt schon während ihrer Schulzeit aktiv Ausschau nach einem späteren Berufsziel und kam während unterschiedlicher Praktika in diversen Kliniken zu dem Schluss, dass ein Medizinstudium genau ihren Interessen und Stärken entspricht. Den Wunsch vieler TiL-Stipendiat*innen, ein Medizinstudium zu ergreifen, beschreibt Rebecca folgendermaßen: „Wenn man innerhalb einer Gruppe von TiLern einen Stein in die Luft werfen würde, würde es mit 60% Wahrscheinlichkeit einen zukünftigen Mediziner treffen“ – eine Aussage, die auch auf sie selbst zutrifft 🙂 Nach einem dreimonatigen Pflegepraktikum im Katharinenhospital in Stuttgart zog Rebecca für das Studium nach Gießen in Hessen, da man zu der Zeit noch Studiengebühren in Baden-Württemberg bezahlte.

Von 2010 bis 2016 studierte sie also an der Justus-Liebig-Universität und schloss das Studium in Regelstudienzeit ab. Eine große Unterstützung während des Studiums war das Stipendium der Hans-Böckler-Stiftung, durch die Rebecca die ganze Studienzeit über gefördert wurde. In ihrem fünften Semester, 2012, begann Rebecca bereits mit ihrer Doktorarbeit am Max-Planck-Institut in Bad Nauheim mit dem Schwerpunkt „Lungenregeneration“. Da sich die Arbeitsgruppe nach eineinhalb Jahren auflöste, musste Rebecca die Promotion leider abbrechen – doch sie nennt es Fluch und Segen zugleich: Auf der Suche nach weiteren Themen, die sie interessieren könnten, stieß Rebeca auf die Rheumatologie und begann eine Doktorarbeit am Franz-Groedel-Institut in Bad Nauheim im Bereich der experimentellen Rheumatologie. Sie konnte schnell Fuß fassen, da sie bereits Vorkenntnisse im Labor hatte. Die Daten der Doktorarbeit konnte Rebecca bereits auf mehreren nationalen und internationalen (u.a. in den USA und innerhalb der EU) Kongressen präsentieren. Das internationale dreijährige Graduiertenkolleg „Molecular biology and medicine of the lung“, das sie bereits während der ersten Promotionsarbeit begonnen hatte, schloss Rebecca 2015 erfolgreich ab.

Seit August 2016 ist Rebecca nun als Ärztin tätig und ist der Rheumatologie treu geblieben. Zu Berufsbeginn wagte sie einen erneuten Umzug in die Ferne und zog nach Lübeck, wo sie als Ärztin in der Universitätsklinik für Rheumatologie arbeitete. Sie war auch am Aufbau der Klinik beteiligt, da es zuvor keine eigenständige Rheumatologie in Lübeck gab. Doch Rebeccas akademische Karriere ist noch nicht abgeschlossen – da sie habilitieren möchte, wagte sie den Wechsel zurück nach Bad Nauheim, wo sie nun in einer der größten Kliniken für Rheumatologie bundesweit tätig ist. Neben der Arbeit in der Klinik betreibt Rebecca Lehre und Forschung. Bis zum Facharzt und zur Habilitation ist es noch ein langer Weg, aber Rebecca ist überzeugt: „wir TiLer geben nie auf.“

Rebecca bei der TiL-Sommerakademie am Bodensee.

Ihre Nähe zu TiL war auch noch lange nach dem Abschluss ihres Stipendiums zu spüren- drei Mal war sie Assistentin für den Medizinkurs bei der Sommerakademie. Kursleiter Dr. Jörg Klug, der an der Universität in Gießen lehrt, kannte Rebecca auch schon aus ihren Anatomieseminaren. Mit einigen der Kursteilnehmer*innen steht sie auch noch immer in Kontakt. Und natürlich kamen nach alter TiL-Manier auch die ehrenamtlichen Tätigkeiten nie zu kurz: neben dem Studium war sie in der Initiative ‚Medinetz Gießen‘ tätig, einem bundesweiten Netzwerk, das sich um die medizinische Versorgung von Menschen ohne Aufenthaltstitel kümmert – was aber nicht bedeutet, dass Studierende die Patienten behandelt. Viel mehr agieren Freiwillige wie Rebecca als Vermittler*innen und sorgen entweder für eine kostenlose Behandlung oder durch eine Finanzierung von Spenden. Zusätzlich war Rebecca im Arbeitskreis ‚Ethik in der Medizin‘ tätig, ein Aspekt, der ihrer Meinung nach während des Studiums viel zu kurz kommt. Ziel des Arbeitskreises ist es, die Medizinstudenten vor dem Klinikalltag auf ethisch kritische Fälle anhand realer Erfahrungen vorzubereiten und gezielt die Kommunikation in solchen Situationen zu trainieren. Auch für das Seminarprogramm der Hans-Böckler-Stiftung organisierte Rebecca ein Wochenende rund um die Thematik. Aber damit noch nicht genug – außerdem hat Rebecca noch der Initiative ‚ArbeiterKind.de‘ unter die Arme gegriffen, bei der junge Menschen aus Arbeiterfamilien für das Studium motiviert werden und vor allem zu Beginn unterstützt werden. Viele junge Menschen müssen sich heute noch die Unterstützung der Familie für ein Studium erkämpfen und stoßen dabei oft auf Widerstand. Dies soll dadurch verändert werden. All die Engagements konnte Rebecca in letzter Zeit aufgrund der vielen Ortswechsel leider nicht fortsetzen, strebt dies nach Eintreten einer alltäglichen Routine wieder an. Sie sagt: „Wir können uns glücklich schätzen, dass wir durch TiL unterstützt werden/wurden. Das möchte ich auch weiterhin an die Gesellschaft zurückgeben. Noch immer zehre ich von den tollen Erfahrungen, die ich bei TiL machen durfte und empfehle jedem, sich zu bewerben. Einige meiner besten Freunde gehören zur TiL-Familie.“

Wir bedanken uns bei Rebecca für die Spuren, die sie bei TiL hinterlassen hat und den Einblick in ihr Leben und wünschen ihr – beruflich und privat – nur das Beste!

. . . Özgür Kibarogullari?

Özgür Kibarogullari aus dem Jahrgang 2004 ist in Istanbul geboren und mit 14 Jahren nach Deutschland gekommen. Er besuchte nacheinander Hauptschule, Realschule und Gymnasium und machte dann 2009 sein Abitur. Um die Zeit bis zum Studium zu überbrücken, arbeitete Özgür an seiner ehemaligen Hauptschule als Assistenzlehrer in einer Vorbereitungsklasse. Es war ihm wichtig, den Jugendlichen, die in derselben Situation waren wie er selbst noch vor wenigen Jahren, ein Mut machendes Beispiel zu sein: „So hatten sie jemand, der auch in der Situation war und jetzt Abitur gemacht hat.“

Zur selben Zeit wurde Özgür Basketball-Coach für die U14 Mannschaft in Ludwigsburg, was eine herausfordernde Position war, wie er beschreibt: „Erstens musste ich die richtige Trainingsplanung machen, da die Spieler die besten aus Baden-Württemberg waren und teilweise zu den besten in ganz Deutschland gehörten. Zweitens waren diese Spieler in der Pubertät und ich fühlte mich verantwortlich, mich um die Schule und andere Sachen von Spielern zu kümmern.“ Eine sehr zeitintensive Aufgabe, die von Erfolg gekrönt wurde – Özgürs Mannschaft wurde Baden-Württembergischer Meister!

Im Oktober 2009 begann er dann sein Informatikstudium an der Universität Stuttgart. Auch während des Studiums spielte Basketball eine große Rolle für Özgür: Neben dem Coaching bot er zusätzlich noch Basketball-Kurse und -AGs in Schulen an.

2010 initiierte Özgür gemeinsam mit Freunden ein weiteres Projekt: Die Gruppe wollte Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund zusammenbringen, um über spannende Themen zu diskutieren. Sie organisierten mehrtägige Treffen, zu denen spannende Gäste kamen: „[…] wo Autoren, Juristen, Diplomaten und viele andere interessante Persönlichkeiten eingeladen waren. So hatten die Teilnehmer die Möglichkeit mit eingeladenen Personen über die Themen direkt zu diskutieren.“ Das Projekt nahm bald Fahrt auf und einzelne Teilprojekte konnten sogar Preise gewinnen!

Im Sommer 2010 reiste Özgür dann mit einem Fulbright-Stipendium an die Basketball-begeisterte University of Kentucky, was für ihn ein absolutes Paradies war. Und auch sonst war der Aufenthalt dort beeindruckend: „Außerdem war es für mich eine sehr interessante Zeit, da ich gesehen habe, wie spontan und schön es ist, lange Zeit ohne Handy und Internet zu leben :-).“

Ab 2011 standen für Özgür alle Zeichen auf „Zukunftsplanung“: Um sich über seinen Berufswunsch klar zu werden, absolvierte er ein Praktikum bei der Robert Bosch GmbH, ein Auslandssemester an der Istanbul Bogazici Universität und eine Hospitation als Basketballtrainer bei Fenerbahce Istanbul. Vor seiner Zeit in Istanbul spielte Özgür mit dem Gedanken, später in der Türkei leben und arbeiten zu wollen – hiervon kam er dann allerdings ab: „Nachdem ich aus der Türkei zurückgekommen bin, habe ich schnellstmöglich ein Antrag für die deutsche Staatsbürgerschaft gestellt.“ Zurück in Deutschland arbeitete Özgür als Werkstudent bei der Daimler AG, was ihm half seinen Berufswunsch zu konkretisieren. Ende 2013 konnte Özgür dann sein Bachelorstudium erfolgreich abschließen und nach kurzer Zeit bei der Unternehmensberatung Accenture anfangen. Nach verschiedene Projekten in Indien und Europa hat er sich entschieden wieder zurück nach Stuttgart zu kommen. Zurzeit ist er in der Automobilindustrie tätig. Wir wünschen wir ihm alles Gute!

Den Stipendiat*innen würde Özgür gerne folgendes mit auf den Weg geben: „Genieße alles im Leben. Sowohl Erfolg als auch Misserfolg.“

. . . Sergej Nowoshilow?

Sergej aus dem TiL-Jahrgang 2003 ist ein Forscher, wie er im Buche steht: gleich nach seinem Abitur 2004 hat er angefangen, Bioinformatik an der LMU in München zu studieren. Die Wahl des Studiengangs fiel ihm relativ leicht, da er sich immer für Neurowissenschaften und Programmiersprachen interessiert hatte. Gleich am Ende des ersten Semesters hat er sich als wissenschaftliche Hilfskraft (Hiwi) am Zentrum für Sensomotorik in München beworben und den Job auch bekommen, obwohl er zu diesem Zeitpunkt noch wenig Fachwissen vorweisen konnte. Schon einige Monate später konnte er seine Programmierkenntnisse gut einsetzen und hat sich ein eigenes Projekt „ausgedacht“: Es war keine neue Erfindung, sondern eine gründliche Überarbeitung eines Software-Pakets, dass zu der Zeit bereits zehn Jahre alt war. Dabei ging es um die Klassifikation von Patienten mit bestimmten neurologischen Erkrankungen, wie zum Beispiel das Parkinson-Syndrom, mittels eines neuronalen Netzes. Das Projekt lief gut und mittlerweile wird die Software am Uni-Klinikum in München zur Analyse von einigen Patientendaten routinemäßig eingesetzt.

Im dritten Semester konnte Sergej ein Praktikum in einem richtigen biologischen Labor absolvieren, welches sich als Wendepunkt für ihn herausstellte. Die spannenden Prozesse, die es zu erforschen galt, reizten ihn sehr und er „verliebte“ sich schließlich in die Molekularbiologie. Nach diesem Praktikum nahm er eine weitere Tätigkeit als Hilfskraft in diesem Labor auf. Beide Hiwi-Jobs übte er bis zum Ende seines Studiums aus. In diesem Labor schrieb er sowohl seine Bachelor- als auch seine Masterarbeit, in denen es um die Populationsgenetik von Taufliegen ging.

Nach seinem Abschluss arbeitete Sergej eineinhalb Jahre beim Deutschen Schwindelzentrum im Uniklinikum Großhadern, um sein Projekt aus Uni-Zeiten weiter zu entwickeln. Dabei wurde ihm jedoch klar, dass dieser Bereich nicht dem entsprach, was er sein Leben lang weiter machen wollte – ihm fehlte die Forschung im biologischen Bereich. Da kam es gerade recht, dass Sergej noch eine weitere Faszination hatte: die Forschung mit Salamandern, die verlorene Gliedmaße regenerieren können. Also suchte er bei Forschungsgruppen nach PhD-Stellen, deren Schwerpunkt auf diesem Thema lag. Er entschied sich für das spannend und anspruchsvoll klingende Projekt von Prof. Dr. Elly Tanaka in Dresden. Dabei ging es erstens um die Assemblierung vom Axolotl – einem bestimmten Salamander – Transkriptom. Im Gegensatz zum Genom, welches (mit wenigen Ausnahmen) in jeder Zelle des Organismus gleich ist, stellt das Transkriptom aktuell aktive Erbinformation dar, also Gene, die in einer bestimmten Zelle bzw. einem Organ aktiv sind. Für die Regenerationsforschung ist es deshalb wichtig zu wissen, welche Gene nach der Amputation des Gliedmaßes aktiv bzw. ausgeschaltet werden und was im Endeffekt zu einer perfekten Regeneration führt. Der zweite Teil des Projektes hatte die Aufgabe verschiedene Arten von Salamandern miteinander zu vergleichen, um so im besten Fall die Gene zu finden, die diesen Tieren ihre Regenerationsfähigkeit verleihen. Spannend, oder?

Im Februar 2016 verteidigte Sergej dann erfolgreich seine Doktorarbeit und forscht nun weiter am selben Projekt. Inzwischen ist die gesamte Forschungsgruppe inklusive Sergej jedoch nicht mehr in Dresden – er ist nun in Wien anzutreffen! Dort sind er und das Team im Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie angesiedelt. Zwar ist der Fortschritt noch nicht so weit, dass die Forschung zur Regeneration von Gliedmaßen auf Menschen übertragen werden könnte, doch Sergej ist davon überzeugt, dass dies noch kommen wird. Spannende Aussichten, wie wir finden, und viel Erfolg an Sergej bei seiner Arbeit!

. . . Sihong Zhang?

Diese Alumna setzt Maßstäbe: Als Sihong 2004 in das Programm aufgenommen wurde, war sie 14 Jahre alt. In Shanghai geboren, zog sie im Alter von sechs Jahren nach Freiburg. Zu diesem Zeitpunkt spielte sie schon seit zwei Jahren Klavier, eine Leidenschaft, die sie noch lange begleiten sollte: 2002 wurde sie in die Musikhochschule Freiburg aufgenommen, dort blieb sie bis 2009 und absolvierte das Vorklassenstudium für begabte Jugendliche mit Hauptfach Klavier. Sie nahm an zahlreichen Wettbewerben teil und gewann nicht selten den ersten Platz.

Dies ist aber nicht ihr einziges Talent: Ob Mathematik, Latein oder Biologie – Sihongs Noten waren stets hervorragend. Soziales Engagement zeigte sie als Mitarbeiterin der Schülerbibliothek und als Organisatorin des Schulmittagessens. Nach dem Abitur, das sie mit 1,0 bestand, ging es dann zum Studium der Volkswirtschaftslehre nach München. Sie wurde Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes und machte praktische Erfahrungen am Ifo-Institut München, am Institut für Kommunikationsökonomik der LMU München und bei Accenture in Beijing.

Für den Master wechselte Sihong 2012 nach Mannheim, dort ist sie auch als Tutorin für Mikroökonomik und Grundlagen der VWL tätig. Aufgrund ihrer guten Leistungen bekam sie nach dem ersten Semester das Angebot direkt in das PhD-Programm zu wechseln und somit den Master zu überspringen. Nachdem sie zwei Jahre lang PhD-Kurse besuchte, bekam sie im Sommer 2014 ihren Master in Economic Research mit der Note „sehr gut“ verliehen und schreibt seitdem an ihrer Dissertation. In ihrer Forschungsarbeit beschäftigt sich Sihong hauptsächlich mit strategischem Verhalten und Interaktionen auf Märkten und hat ihre Arbeit bereits auf einigen internationalen Konferenzen präsentiert. Um einen Einblick in die „reale“ Wirtschaftswelt zu gewinnen, warf sie 2015 mit ihrem Praktikum bei McKinsey & Company einen Blick hinter die Kulissen der Topmanagement-Beratung fernab von der Forschung.

Die Verbindung zu Talent im Land brach auch nach ihrem Abitur nicht ab und Sihong übernahm bereits mehrmals die Co-Leitung bei unserem Sommerakademie-Kurs „Wirtschaft“. Wir drücken ihr die Daumen für ihre Promotion und wünschen ihr alles Gute für die Zukunft!

. . . Severina Butovich?

Severina aus dem TiL-Jahrgang 2012 hat 2014 ihr Abitur absolviert und ist seitdem viel in der Weltgeschichte unterwegs: Russland, die USA, China und viele weitere Orte hat sie zwischenzeitlich bereist. Doch von vorn: Direkt nach dem Abitur und einer wundervollen Sommerakademie fuhr Severina in ihre Heimat Sankt Petersburg – erst der dritte Besuch seit dem Umzug nach Deutschland 2005. Das Wiedersehen war gleichzeitig ein Abschied, denn Severina gab ihre russische Staatsbürgerschaft auf und stellte sich einem zweijährigen Einbürgerungsprozess. Teil davon war auch ein Sommer ohne Staatenzugehörigkeit, in dem sie Deutschland natürlich nicht verlassen konnte, was der reisefreudigen Severina sicher nicht leicht fiel. Seit 2016 ist Severina nun deutsche Bürgerin – eines ihrer Highlights aus der Zeit nach dem Abi.

Die Zeit zwischen Schule und Studium nutzte Severina dann wieder voll aus und nahm an der „Fulbright Diversity Initiative“ teil. Dank des Stipendiums konnte sie für einen Monat an der University of Kentucky studieren und sich in „Entrepreneurship“ weiterbilden, etwas über die US-amerikanische Hochschulwelt lernen, umherreisen und ihr Englisch weiter verbessern.

Anschließend entschied sich Severina für ein Studium in International Management an der ESB Business School Reutlingen, bei dem sie jeweils drei Semester in Deutschland und China in der jeweiligen Landessprache studieren sollte. Als Teil des Studienprogramms werden in beiden Ländern einsemestrige Praktika absolviert, in Deutschland arbeitete Severina dabei in der Zentrale der Robert Bosch GmbH im Bereich des Strategischen Marketings.

Neben dem Studium engagiert Severina sich im „Culture & Charity“ Ressort der Reutlinger Hochschule und leitete diverse weitere Projekte. Sie ist zudem Stipendiatin der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Nun absolviert Severina den chinesischen Teil ihres Studiums, derzeit das so genannte Sprachenjahr, um ihre Chinesischkenntnisse auf das für die Fortsetzung des Studiums notwendige Niveau zu bringen. Gefördert wird sie dafür von der chinesischen Regierung und der EU. In ihrer Freizeit geht sie gern vier- bis fünfmal in der Woche tanzen, außerdem lernt sie in einer Kampfsportakademie Jiu-Jitsu. Tanzen und Kampfsport sind aber mehr als eine reine Freizeitbeschäftigung – hier kann Severina auch als einzige Nicht-Chinesin in den Kursen an ihren Sprachkenntnissen arbeiten. In der Freizeit erkundet sie liebend gern Peking und die Geschichte und Kultur des Landes, um Unterschiede besser verstehen zu können. Die zweimonatigen Winterferien hat Severina genutzt, um mit einer Kommilitonin auf einer Backpackingtour Süd-Ost-Asien (Vietnam, Laos, Kambodscha und Singapur) zu bereisen – eine unvergessliche kulturelle Erfahrung, wie sie beschreibt.

Generell zieht sich die Liebe zu Sprachen, Reisen und anderen Kulturen durch Severinas Leben wie ein roter Faden. So arbeitete sie beispielsweise auch im Sommer 2016 als Jugendreiseleiterin in Rimini und war dabei zuständig für die Organisation und Übersetzungsarbeit vor Ort. Neben dem Aufbessern ihrer Italienischkenntnisse konnte sie so neue Erfahrungen in Jugendarbeit sammeln und eine tolle Zeit verbringen.

TiL hat Severina auch fast drei Jahre nach ihrem Abi noch in guter Erinnerung. Sie erzählt: „Obwohl seit meinem Abi nun fast drei Jahre vergangen sind, denke ich immer noch gerne an die Zeit bei TiL zurück. Ich habe unglaubliche Unterstützung erhalten, habe sehr viel gelernt, dank TiL und vor allem dank der zwei Sommerakademien konnte ich mich für meinen Studiengang entscheiden, doch am wichtigsten ist, dass ich Freunde fürs Leben gefunden habe. Dafür bin ich unglaublich dankbar!“

Wir sind auch sehr dankbar, Severina im Programm gehabt zu haben und wünschen ihr weiterhin alles Gute – für ihre Zeit in China, ihr restliches Studium und alles was folgt!