Offizielle Pressemitteilungen von Talent im Land

Talent kennt keine Herkunft

53 neue Stipendiaten sind seit dem 1. September Teil der TiL-Familie und werden auf ihren Bildungswegen umfassend unterstützt. Am 15. November wurden sie von Kultusministerin Susanne Eisenmann sowie den Geschäftsführern der beiden Stiftungen, Christoph Dahl und Uta-Micaela Dürig, feierlich im Haus der Wirtschaft Stuttgart in das Programm „Talent im Land“ aufgenommen. „Bildung ist der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben und der aktiven Teilhabe an unserer Gesellschaft. Deshalb unterstützt ‚Talent im Land‘ begabte junge Menschen, die sich trotz mancher Hindernisse nicht unterkriegen lassen und ihren Weg zum Abitur oder zur Fachhochschulreife fest im Blick haben“, betont Dr. Susanne Eisenmann, Ministerin für Kultus, Jugend und Sport. Für die 34 Mädchen und 19 Jungen, die aus insgesamt 276 Bewerberinnen und Bewerbern ausgewählt wurden, öffnen sich als TiL-Stipendiaten ganz neue Perspektiven. Neben einer monatlichen Unterstützung von in der Regel 150 Euro erhalten sie Zugang zu einem umfangreichen Seminar- und Bildungsprogramm, lernen bei der Sommerakademie berufliche Vorbilder kennen und können sich innerhalb eines Netzwerks aus rund 650 „Talent im Land“-Alumni Ratschläge für Schule und Berufsplanung einholen.

Der neue Zuwachs stammt aus unterschiedlichen Ländern und verschiedenen Kulturkreisen. Während 24 Stipendiaten in Deutschland geboren sind, zählen zu den Herkunftsländern der anderen Jugendlichen beispielsweise Pakistan, Afghanistan, die Türkei, Bulgarien, Kolumbien und China. Die größte Gruppe stammt ursprünglich aus Syrien: Zwölf Jugendliche sind dort geboren. „Vielfalt ist ein wichtiger Bestandteil des Programms. Unabhängig von Herkunft und sozialem Status setzen wir uns mit TiL für faire Bildungschancen ein. Jedes Jahr aufs Neue machen die persönlichen Erfolgsgeschichten deutlich, wie das Programm den Lebensweg junger Menschen positiv beeinflussen kann“, erklärt Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung.

Die Stipendiatinnen und Stipendiaten haben in ihren jungen Jahren bereits soziales oder politisches Engagement gezeigt oder Auszeichnungen für schulische oder sportliche Leistungen erhalten. Sie sind vielseitig interessiert und haben oftmals bereits klare berufliche Ziele vor Augen. „Mit ‚Talent im Land‘ setzen wir uns dafür ein, dass das Engagement und die Motivation junger Menschen nicht von äußeren Umständen ausgebremst werden. Junge Talente dürfen nicht darunter leiden, wenn zuhause keiner bei schulischen Fragen helfen kann oder das Geld nicht ausreicht, beispielsweise für die technische Ausstattung eigener Experimente“, sagt Uta-Micaela Dürig, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung. In diesem Jahr stehen besonders technische und naturwissenschaftliche Studienfächer, wie Mathematik, Ingenieurwesen oder Medizin hoch im Kurs. Aber auch Herausforderungen, wie die Teilnahme an der Tour de France oder die Mithilfe beim Wiederaufbau Syriens zählen zu den ehrgeizigen Plänen der jungen Menschen. „Ich möchte die Welt mit meinem Beruf konstruktiv verbessern“, bringt es eine Stipendiatin auf den Punkt.

Seit 2003 gibt es „Talent im Land“, durch das bereits mehr als 700 begabte Schülerinnen und Schüler gefördert wurden. Neben Talent müssen die Schüler Ausdauer, Zielstrebigkeit und soziales Engagement mitbringen. Bewerben können sich Jugendliche, die mindestens die siebte Klasse besuchen und die Schule mit dem Abitur oder der Fachhochschulreife beenden möchten. Die nächste Bewerbungsrunde startet im Februar 2018. Das Gesamtbudget für „Talent im Land“ beträgt pro Kalenderjahr rund 900.000 Euro.

Drei der neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten stellen wir hier vor:

Maria

Maria

Bereits vor ihrer Aufnahme als TiL-Stipendiatin war Maria ein kleiner Star: die 15-jährige Schülerin der Hebelschule Schliengen ist begeisterte Modedesignerin. Sogar schon aus dem Hause Dior gab es via Instagram Lob für Marias Rekreation eines Dior-Kleides. Das Besondere: Maria produzierte zunächst ausschließlich Fashion auf Mikroebene – für Barbies! Auf Facebook haben sie und ihre Kreationen eine treue Fangemeinde (mit etwa 40 000 Likes!) und in Marias Heimat Kolumbien ist ihr Label ‚Mariaang‘ eine eingetragene Marke, die inzwischen auch dazu genutzt wird, um Mode im ‚großen‘ Stil zu kreieren und sich ehrenamtlich zu engagieren.
Der Beginn ihrer modischen Reise war eine Nähmaschine, die Maria geschenkt bekam, als sie 2014 mit ihrer Mutter nach Deutschland kam und sich zu Beginn noch vor allem auf Englisch unterhalten musste, da sie kein Deutsch sprach. Was sie zuvor nur auf Papier kreiert hatte, konnte sie jetzt praktisch umsetzen, und der Mangel an Kommunikationsmöglichkeiten ließ mehr Raum für das das Schneidern.
Maria konzentriert sich momentan auf ihre Schullaufbahn, um ihre Modeambitionen mit einem sehr guten Abitur an einer Hochschule in Deutschland fortzusetzen zu können. In ihrer Freizeit findet sie Ausgleich im Sport und beim Singen im Chor. Wir freuen uns, Maria auf ihrem spannenden Weg zu begleiten!

Tariq

Tariq

Tariqs Weg führte den 18-jährigen Gymnasiasten vom kriegsgebeutelten Kabul nach Rheinfelden, wo er heute mit seiner Familie lebt und sich aktiv gegen Vorurteile gegenüber Geflüchteten einsetzt. Dafür hat Tariq eine wahre Vielzahl an Engagements vorzuweisen: er ist unter anderem ehrenamtlicher Dolmetscher (und dabei ist er vielfältig einsetzbar, denn er spricht sechs Sprachen), nimmt an der Mediatoren-AG seiner Schule teil, beteiligt sich im Jugendparlament Rheinfelden, gibt Nachhilfe und war Klassensprecher. Darüber hinaus hielten er und seine Geschwister schon einige gut besuchte Vorträge, um von ihren Erfahrungen zu berichten und eine Perspektive auf Flucht und das Leben außerhalb Westeuropas zu geben.
Tariq möchte nach seinem Abitur Jura studieren. Damit möchte er nicht nur den Skeptiker*innen unter Beweis stellen, dass er ebenso wie gebürtige Deutsche Erfolg haben kann, sondern auch dem Teil der Gesellschaft, der die Familie mit offenen Armen aufnahm, etwas zurückgeben. Dafür hat er sich innerhalb kürzester Zeit von der Werkrealschule auf das Gymnasium gearbeitet und auf dem Weg zudem Berufserfahrung durch Praktika gesammelt, unter anderem bei der Bürgermeisterin der Stadt Rheinfelden. Tariqs Schulweg wird nun bis zum Abitur von TiL begleitet und wir sind schon gespannt, mit welchen Aktivitäten er uns als nächstes beeindrucken wird.

Alisa

Alisa

Mit der 14-jährigen Alisa ist ein absolutes Energiebündel bei Talent im Land aufgenommen worden: Fußball, Leichtathletik, Tanzen und Ski beziehungsweise Snowboard fahren – Alisa macht so gerne und so viel Sport, dass sie manchmal bedauert, nicht mehr Zeit für soziales Engagement zu finden. Dennoch hat sie sich jetzt auch als Jugendgemeinderätin beworben. In ihrer Freizeit kümmert sich Alisa zudem um ihre erkrankten Großeltern, die ein paar Jahre vor ihrer Geburt mit Alisas Mutter und den älteren Kindern nach Deutschland migrierten. Alisas Verwandtschaft lebt weiterhin in der Ukraine – einst besuchte die Familie ihre Heimat regelmäßig, doch die politische Lage im Land lässt dies momentan leider nicht zu.
Alisa lebt in Tübingen und besucht dort ein Gymnasium – und wie ihre Hobbys schon ahnen lassen, befindet sie sich bereits seit der Unterstufe im Sportprofil. Doch auch Mathematik, Englisch und Deutsch fallen ihr leicht, so beweist sie sich selbst und anderen regelmäßig, dass es sich gelohnt hat, trotz Realschulempfehlung den gymnasialen Zug zu besuchen. Und auch für Kunst und Kreatives kann sich Alisa begeistern. Wir freuen uns auf die gemeinsamen Jahre!


Jetzt bewerben: Schülerstipendienprogramm „Talent im Land Baden-Württemberg“ startet in die nächste Runde

Stuttgart, 7. Februar – In Deutschland hängt der Bildungserfolg junger Menschen noch viel zu oft von der wirtschaftlichen und sozialen Lage der Eltern ab. Deshalb haben die Robert Bosch Stiftung und die Baden-Württemberg Stiftung das Stipendienprogramm Talent im Land Baden-Württemberg ins Leben gerufen. Das Stipendium für faire Bildungschancen unterstützt die Jugendlichen dabei, die eigenen Begabungen zu entfalten und ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Talent im Land Baden-Württemberg wird in diesem Jahr bereits zum 14. Mal ausgeschrieben. Bewerben können sich Schüler aller Schularten ab Klasse 7, die das Abitur oder Fachabitur anstreben. Bewerbungsende ist der 31. März 2017.

Bildung ist eine wesentliche Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe. Doch für viele Jugendliche ist der Weg dorthin nicht immer einfach. Mangelnde Unterstützung in Bildungsfragen, Schwierigkeiten bei der Finanzierung der Schulausbildung, fehlender familiärer Rückhalt oder persönliche Belastungen erschweren ihnen die erfolgreiche schulische Laufbahn. Hier setzt Talent im Land an. Jedes Jahr unterstützen die beiden Stiftungen 50 Jugendliche auf ihrem Weg zum Abitur: durch eine monatliche finanzielle Förderung, ein begleitendes Bildungsprogramm und individuelle Beratung. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist das Netzwerk der Talent im Land Alumni. Als Vorbilder stehen sie den Stipendiaten mit Rat und Tat zur Seite. Mittlerweile haben mehr als 500 Stipendiatinnen und Stipendiaten von Talent im Land profitiert.

Das Bewerbungsverfahren

Die Bewerbung für das Stipendium erfolgt online auf www.talentimland.de. Dort legen sich die Schülerinnen und Schüler ein Bewerbungsprofil an, das sie Schritt für Schritt mit bewerbungsrelevanten Informationen ausfüllen. Das Profil muss bis 31. März 2017 fertiggestellt sein, dann endet die Ausschreibung. Der Förderbeginn ist der 1. September 2017.

Das Stipendium richtet sich an Jugendliche, die auf ihrem Bildungsweg Hürden zu überwinden haben. Folgende Auswahlkriterien sind für eine erfolgreiche Bewerbung relevant:

  • Gute schulische Leistungen
  • Motivation, Leistungsbereitschaft & Zielstrebigkeit
  • Außerschulische Ambitionen für Begabungsfelder wie Musik, Sport, Kunst oder Naturwissenschaften
  • Soziales, gesellschaftliches oder politisches Engagement

Alle Informationen zum Stipendienprogramm finden Sie im Internet unter www.talentimland.de

Über die Baden-Württemberg Stiftung:

Die Baden-Württemberg Stiftung setzt sich für ein lebendiges und lebenswertes Baden-Württemberg ein. Sie ebnet den Weg für Spitzenforschung, vielfältige Bildungsmaßnahmen und den verantwortungsbewussten Umgang mit unseren Mitmenschen. Die Baden-Württemberg Stiftung ist eine der großen operativen Stiftungen in Deutschland. Sie ist die einzige, die ausschließlich und überparteilich in die Zukunft Baden-Württembergs investiert – und damit in die Zukunft seiner Bürgerinnen und Bürger.

Über die Robert Bosch Stiftung:

Die Robert Bosch Stiftung gehört zu den großen, unternehmensverbundenen Stiftungen in Europa. In ihrer gemeinnützigen Arbeit greift sie gesellschaftliche Themen frühzeitig auf und erarbeitet exemplarische Lösungen. Dazu entwickelt sie eigene Projekte und führt sie durch. Außerdem fördert sie Initiativen Dritter, die zu ihren Zielen passen.

Die Robert Bosch Stiftung ist auf den Gebieten Gesundheit, Wissenschaft, Gesellschaft, Bildung und Völkerverständigung tätig. In den kommenden Jahren wird sie darüber hinaus ihre Aktivitäten verstärkt auf drei Schwerpunkte ausrichten:

– Migration, Integration und Teilhabe

– Gesellschaftlicher Zusammenhalt in Deutschland und Europa

– Zukunftsfähige Lebensräume

Seit ihrer Gründung 1964 hat die Robert Bosch Stiftung mehr als 1,4 Milliarden Euro für ihre gemeinnützige Arbeit ausgegeben. 

Talent zählt mehr als Herkunft

Innenminister Thomas Strobl gratuliert 50 neuen Stipendiaten zur Aufnahme ins Programm / Umfassende Förderung bei schulischer Ausbildung und Berufsorientierung

Mit dem Stipendienprogramm „Talent im Land“ (TiL) unterstützen die Robert Bosch Stiftung und die Baden-Württemberg Stiftung begabte Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg zum Abitur oder zur Fachhochschulreife. Bereits seit 2003 erhalten besonders talentierte Jugendliche aus schwierigen Lebensverhältnissen finanzielle Förderung, Beratung bei der Berufsorientierung sowie viele attraktive Bildungsangebote.

Die TiL-Familie hat erneut Zuwachs bekommen: 50 neue Stipendiaten werden seit dem 1. September auf ihren Bildungswegen umfassend unterstützt. Sie wurden am gestrigen Mittwoch feierlich in das Programm „Talent im Land“ aufgenommen. Für die 36 Mädchen und 14 Jungen öffnen sich als TiL-Stipendiaten ganz neue Perspektiven. Neben einer monatlichen Unterstützung von bis zu 150 Euro erhalten sie Zugang zu einem umfangreichen Seminar- und Bildungsprogramm, lernen bei der Sommerakademie berufliche Vorbilder kennen und können sich innerhalb eines Netzwerks aus über 600 „Talent im Land“-Alumni Ratschläge für Schule und Berufsplanung einholen.

Aufnahme in die Großfamilie

Innenminister Thomas Strobl sowie die Geschäftsführer der beiden Stiftungen, Uta-Micaela Dürig und Christoph Dahl, nahmen die 50 Jugendlichen in Begleitung ihrer Familien gestern im Weißen Saal des Neuen Schlosses feierlich in das Programm auf.

„Die Förderung von Talenten, die schlechtere Ausgangschancen haben als andere, ist ein großes Anliegen der Landesregierung. Wir wollen, dass es für alle einen Weg zum Traumberuf gibt. Deshalb arbeiten Robert Bosch Stiftung, Baden-Württemberg Stiftung und das Land gemeinsam daran, die Bildung von der sozialen Herkunft zu entkoppeln“, erklärte Thomas Strobl, Stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Inneres, Digitalisierung und Migration.

„Der Zugang zu Bildung darf nicht von der Situation der Eltern abhängen“, sagt Uta-Micaela Dürig, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung. „Deshalb setzen wir uns mit Talent im Land für faire Startbedingungen junger Menschen ein – unabhängig von Herkunft und sozialem Status. Was diese Unterstützung alles bewirken kann, zeigen die persönlichen Erfolgsgeschichten unserer Absolventen.“

Klare Ziele vor Augen

Die Stipendiatinnen und Stipendiaten haben in ihren jungen Jahren bereits viel soziales oder politisches Engagement gezeigt oder Auszeichnungen für schulische oder sportliche Leistungen erhalten. Sie sind vielseitig interessiert und haben oftmals bereits klare berufliche Ziele vor Augen. „Überraschend viele der neuen Stipendiaten möchten gern Medizin studieren, haben also den starken Wunsch, anderen zu helfen und der Gesellschaft etwas zurück zu geben“, freut sich Christoph Dahl. „Es macht uns als Stiftung stolz, dass wir erneut so viele engagierte Schüler auf ihrem Schul- und Lebensweg unterstützen dürfen“, fügt er hinzu.

Kulturelle Vielfalt bereichert

Aus insgesamt 245 Bewerbern wurden die 50 Talente dieses Jahres ausgewählt. Die meisten der Stipendiaten wurden in Deutschland geboren, dennoch stammen ihre Familien oft aus fernen Ländern, darunter zum Beispiel aus Konflikt-Regionen im Nahen Osten. Aber auch Jugendliche mit Wurzeln in Vietnam, Sri Lanka oder Ghana sind unter den diesjährigen Stipendiatinnen und Stipendiaten. Die Vielfalt der Kulturen, die bei „Talent im Land“ aufeinander trifft, empfinden alle Teilnehmer als Bereicherung. Sie verbindet etwas, das nichts mit ihrem Geburtsland, ihrer Religion oder ihrem Aussehen zutun hat: Ihr Talent und ihr fester Wunsch, es im Leben weit zu bringen.

Förderung mit Tradition

Seit 2003 gibt es das Stipendienprogramm „Talent im Land“, durch das bereits mehr als 600 begabte Schülerinnen und Schüler gefördert wurden. Bewerben können sich Jugendliche, die mindestens die siebte Klasse besuchen und die Schule mit dem Abitur oder der Fachhochschulreife beenden möchten. Neben Talent müssen die Schüler Ausdauer, Zielstrebigkeit und soziales Engagement mitbringen. Das Gesamtbudget für „Talent im Land“ beträgt pro Kalenderjahr rund 900.000 Euro.


Stiftungsprofile:

Die Robert Bosch Stiftung gehört zu den großen, unternehmensverbundenen Stiftungen in Europa. In ihrer gemeinnützigen Arbeit greift sie gesellschaftliche Themen frühzeitig auf und erarbeitet exemplarische Lösungen. Dabei ist die Stiftung auf den Gebieten Gesundheit, Wissenschaft, Gesellschaft, Bildung und Völkerverständigung tätig. In den kommenden Jahren wird sie darüber hinaus ihre Aktivitäten verstärkt auf drei Schwerpunkte ausrichten:

– Migration, Integration und Teilhabe

– Gesellschaftlicher Zusammenhalt in Deutschland und Europa

– Zukunftsfähige Lebensräume

Seit ihrer Gründung 1964 hat die Robert Bosch Stiftung mehr als 1,4 Milliarden Euro für ihre gemeinnützige Arbeit ausgegeben.

www.bosch-stiftung.de

 

Die Baden-Württemberg Stiftung setzt sich für ein lebendiges und lebenswertes Baden-Württemberg ein. Sie ebnet den Weg für Spitzenforschung, vielfältige Bildungsmaßnahmen und den verantwortungsbewussten Umgang mit unseren Mitmenschen. Die Baden-Württemberg Stiftung ist eine der großen operativen Stiftungen in Deutschland. Sie ist die einzige, die ausschließlich und überparteilich in die Zukunft Baden-Württembergs investiert – und damit in die Zukunft seiner Bürgerinnen und Bürger. www.bwstiftung.de

Fünf der neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten stellen wir hier vor:

Le Vy

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„Bildung heißt auch Charakterbildung“, so lautet Le Vys Motto in Bezug auf TiL. Sie hat sich zum einen beworben, um die Angebote im Bereich Begleitung und Beratung wahrzunehmen, zum anderen aber auch, um anderen Kulturen und verschiedenen Persönlichkeiten zu begegnen. Das ausgeprägte Interesse der 14-jährigen Gymnasiastin an anderen Kulturen spiegelt sich auch in ihren Lieblingsfächern wider: Neben Sport und Musik liegen Le Vy vor allem die Sprachen Deutsch, Englisch und Latein. Ihre Muttersprache ist Vietnamesisch, geboren und aufgewachsen ist Le Vy hier in Deutschland und zurzeit lebt sie mit ihrer Familie in St. Blasien.In ihrer Freizeit engagierte Le Vy sich viele Jahre beim Heimatverein, aktuell bringt sie sich im Jugendrotkreuz und im Zentrum für individuelle Begabungsförderung ein, wo sie Schüler*innen mit Lese-Rechtschreib-Schwäche unterstützt. In ihrer Freizeit spielt Le Vy Badminton, schreibt gern Gedichte oder Kurzgeschichten und interessiert sich für griechische Mythologie. Ihre große Leidenschaft für Musik lebt sie seit sechs Jahren beim Geigenunterricht aus, außerdem spielt Le Vy im schulischen Orchester und Streichertrio und singt auch gern. Diese breitgefächerten Interessen und Le Vys Motivation, immer Neues kennenzulernen, werden ihr sicher helfen, all ihre Zukunftspläne zu verwirklichen. Wir freuen uns darauf, Le Vy auf ihrem weiteren Weg zu begleiten!

Haris

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Zwei Dinge liegen Haris besonders am Herzen, sein ehrenamtliches Engagement und die Liebe für Musik. Besonders das Cello und das Klavier haben es dem 16-Jährigen angetan, durchschnittlich fünfzehn Stunden verbringt er jede Woche am Badischen Konservatorium Karlsruhe, wo er nicht nur das Spielen lernt, sondern auch in Musiktheorie unterrichtet wird und im Sinfonieorchester spielt. Zusätzlich unterstützt Haris das Schulorchester seines Gymnasiums, bietet Hausaufgabenbetreuung für die Unterstufe an und war schon als Klassensprecher aktiv. Seit vier Jahren ist er außerdem Mitglied im Stadtjugendausschuss von Karlsruhe, dabei moderiert er beispielsweise Veranstaltungen und ist Jurymitglied bei Wettbewerben.In der Schule interessiert sich Haris besonders für die Fächer Biologie, Geschichte, Politik und Wirtschaft. Nach seinem Abitur kann er sich ein Medizinstudium gut vorstellen, ein soziales Jahr im Krankenhaus ist bereits jetzt fest eingeplant. Sein Fleiß und die ihm typische Verlässlichkeit werden ihm hierbei sicherlich zugutekommen.Durch das Stipendium bei TiL erhofft Haris sich, seine griechischstämmigen Eltern etwas entlasten zu können. Er nimmt sich zudem fest vor die stipendiatische Gemeinschaft bei TiL zu bereichern und sich gut einzubringen. Dass ihm dies gelingen wird, davon sind wir überzeugt!

Nina

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Ob Klavier, Geige, Turnen oder Ballett – die 14jährige Nina aus Breisach hat in ihrer Freizeit immer etwas zu tun! Geige spielt Nina bereits seit sechs Jahren, Klavier seit fünf – und seit knapp vier Jahren ist sie außerdem Teil ihres Schulorchesters. Und auch wenn ihr das Turnen viel Freude bereitet, ist Ninas eigentliche Leidenschaft doch das Ballett. In den letzten zehn Jahren hat sie hierbei zahlreiche erfolgreiche Auftritte absolviert, bei denen sie mitunter sogar Hauptrollen verkörpern durfte. So stand Nina beispielsweise auch schon als Zahnfee auf der Bühne – und wird bald als Schneewittchen zu sehen sein, was wir uns sehr gut vorstellen können!Ausreichend Zeit für ihre zeitintensiven Hobbies bleibt Nina, die momentan die 9. Klasse eines Gymnasiums besucht, da ihr das Lernen recht leichtfällt – ihre Zeugnisse können sich sehen lassen und besonders in Mathe und auch Sprachen hat Nina großes Talent. In der Schule war sie zudem mehrfach als Klassensprecherin in der SMV aktiv und wurde gerade erneut zur Unterstufensprecherin gewählt.Nach ihrem Abitur möchte Nina am liebsten Medizinerin werden und entweder als Chirurgin oder Anästhesistin der Gesundheit dienen. Von TiL erhofft sie sich auf dem Weg dorthin Unterstützung – und die ist ihr sicher!

Oliver

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Olivers Geschichte ist eine sehr besondere: Vor vier Jahren entschied der damals 14-jährige selbstständig sein Heimatland Serbien hinter sich zu lassen und zu seinen in Deutschland lebenden Großeltern zu ziehen. Der Grund für diese mutige Entscheidung? Oliver hat große Ziele und will einiges erreichen im Leben – und hierfür sieht er in Deutschland die besten Chancen.Nach seiner Ankunft in Deutschland besuchte er zunächst sieben anstrengende Monate lang täglich einen Deutschkurs, nachmittags übte er die neuen Kenntnisse dann im Gespräch mit den Nachbarn. Mittlerweile spricht Oliver absolut fehler- und akzentfrei Deutsch – und auch einen leichten schwäbischen Dialekt kann man bereits heraushören, wie es sich eben gehört in Nürtingen.Sein Fleiß beim Sprachenlernen verhalf Oliver dann auch bald zu ersten Freundschaften mit Klassenkameraden an der Werkrealschule. Ganz besonders wohl fühlte und fühlt er sich aber auf dem Fußballplatz: Das allwöchentlichen Training mit seiner Mannschaft ist für Oliver das Wochenhighlight.Dank seiner sehr guten schulischen Leistungen wird Oliver im nächsten Jahr die Berufsfachschule abschließen. Das nächste Ziel hat er auch schon fest im Blick: Die Fachhochschulreife. Wir haben keinen Zweifel daran, dass Oliver auch diesen Meilenstein auf seinem Bildungsweg erreichen wird – insbesondere, da ihn sein Stipendium von Talent im Land dabei unterstützt.

Raffaela

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Raffaelas Eltern kommen aus Estland und Italien, sie selbst wurde in Deutschland geboren. Raffaela hat vielseitige Interessen: In der Schule faszinieren sie Sprachen und die Physik, hier insbesondere extrasolare Planeten und SETI-Forschung, also die Suche nach außerirdischem Leben. Passend dazu hat Raffaela schon ein Praktikum beim Haus der Astronomie des Max-Planck-Instituts in Heidelberg absolviert und am Astronomiekurs einer Sommer-Akademie teilgenommen. Abgesehen davon interessiert sie sich auch für Linguistik, Literatur, Ethik, Politik und Wirtschaft.

Und auch in ihrer Freizeit wird Raffaela nicht langweilig: Am Wochenende hilft sie im Restaurant ihrer Eltern als Bedienung aus, außerdem ist sie als Nachhilfelehrerin, in der Hausaufgabenbetreuung und der Schulbibliothek aktiv. Nach der Schule möchte die 17-Jährige am liebsten nach Australien, um ein Work & Travel-Jahr einzulegen, bevor sie in Oxford Astrophysik studieren möchte. Zunächst plant sie aber nun ein Frühstudium in Psychologie, um sich in einem ganz anderen Themenfeld weiterzubilden.

Dieser Bandbreite an Interessen entsprechend freut sich Raffaela bei TiL schon auf das vielseitige Bildungsprogramm. Darüber hinaus erhofft sie sich von ihrem Stipendium ein standhaftes Netzwerk – das können wir ihr mit unseren über 600 aktuellen und ehemaligen Stipendiatinnen und Stipendiaten definitiv bieten.

Neue Bewerbungsrunde für das Schülerstipendium Talent im Land

Ab sofort und noch bis zum 31. März kann man sich wieder für das Schülerstipendium Talent im Land bewerben. Das Programm steht unabhängig von einer Zuwanderungsgeschichte allen Schülerinnen und Schülern offen, die auf ihrem Bildungsweg zum Abitur bzw. zur Fachhochschulreife Hürden zu überwinden haben. Unterstützt werden die Stipendiatinnen und Stipendiaten durch eine monatliche finanzielle Förderung, durch ein begleitendes Bildungsprogramm sowie durch individuelle Beratung. Das Programm wird getragen von der Baden-Württemberg Stiftung und der Robert Bosch Stiftung.

Wer kann sich bewerben?
Über alle Schularten hinweg können sich Schülerinnen und Schüler, die das Abitur oder die Fachhochschulreife anstreben, um ein Stipendium bei Talent im Land bewerben. Zum Zeitpunkt der Bewerbung muss mindestens Klassenstufe 7 besucht werden und bis zum Erreichen des (Fach-) Abiturs müssen noch zwei volle Schuljahre bevorstehen (Abschluss also frühestens 2018). Förderbeginn ist der 1. September 2016.
Auswahlkriterien sind

  • gute schulische Leistungen,
  • Motivation, Leistungsbereitschaft & Zielstrebigkeit,
  • außerschulische Ambitionen für Begabungsfelder wie Musik, Sport, Kunst oder Naturwissenschaften,
  • soziales, gesellschaftliches oder politisches Engagement.

Zusätzlich spielen die Lebensverhältnisse der Schülerinnen und Schüler eine Rolle, wenn dadurch eine erfolgreiche Schulkarriere spürbar erschwert wird, beispielsweise durch

  • mangelnde Unterstützung in Bildungsfragen,
  • Schwierigkeiten bei der Finanzierung der Schulausbildung,
  • fehlenden sozialen Rückhalt der Familie (zum Beispiel durch prekäre oder fehlende Beschäftigung)
  • individuelle familiäre oder persönliche Belastungen

Wie kann man sich bewerben?
Schülerinnen und Schüler können sich ab dem 1. Februar bis zum 31. März 2016 online bewerben. Vielversprechende Bewerber und Bewerberinnen werden anschließend dazu aufgefordert, ein Motivationsschreiben und die Stellungnahme einer Lehrkraft sowie weitere Unterlagen einzureichen. Die besten Bewerberinnen und Bewerber werden zu einem Auswahlgespräch mit einer unabhängigen Jury eingeladen, 50 Stipendiatinnen und Stipendiaten auswählt.

Weitere Informationen
Für Rückfragen steht das TiL-Büro gerne zur Verfügung.

Bessere Chancen für begabte Jugendliche

Baden-Württemberg Stiftung und Robert Bosch Stiftung begrüßen 50 neue Stipendiaten im Programm Talent im Land

22 Mädchen und 28 Jungen wurden am Donnerstag in das Stipendienprogramm Talent im Land Baden-Württemberg aufgenommen. Mit dem Programm unterstützen die Robert Bosch Stiftung und die Baden-Württemberg Stiftung begabte Jugendliche, deren Lebensverhältnisse eine erfolgreiche Schulkarriere spürbar erschweren. Talent im Land begleitet sie auf ihrem Weg zum Abitur oder zur Fachhochschulreife.

Bei der Festveranstaltung im Großen Kursaal in Stuttgart wurden die neuen Stipendiaten von Ministerin im Staatsministerium Silke Krebs begrüßt. „In der Schule werden die Weichen für den weiteren Bildungsweg gestellt. Begabte junge Menschen sollten ihre Chancen unabhängig von ihrer Herkunft auch nutzen können und Anerkennung und Unterstützung erfahren“, so Krebs. „Das Programm verbindet auf vorbildliche Weise Bildungsförderung und Integration“, betonte die Ministerin.

Die 50 neuen Stipendiaten wurden von einer Jury aus knapp 350 Bewerbungen ausgewählt. Erstmals in der Geschichte des Stipendiums überwiegt der Anteil an Jungen. 32 der Jugendlichen wurden in Deutschland geboren, die weiteren kommen aus 16 verschiedenen Ländern wie Afghanistan, Kamerun, der Ukraine oder Syrien. Während sechs der Schüler keinen Migrationshintergrund haben, sind zehn erst in den letzten vier Jahren zugewandert, drei davon im Jahr 2014.

Mehr als 600 begabte junge Menschen wurden seit Programmstart im Jahr 2003 durch Talent im Land Baden-Württemberg gefördert. Während sich das Stipendium in den ersten zehn Jahren ausschließlich an Kinder aus Zuwandererfamilien richtete, steht es seit vergangenem Jahr allen Jugendlichen offen. „Der Zugang zu Bildung darf nicht von der Situation der Eltern abhängen“, sagte Uta-Micaela Dürig, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung. „Deshalb setzen wir uns für faire Startbedingungen junger Menschen ein – unabhängig von Herkunft und sozialem Status.“

Talent im Land wird jeweils zur Hälfte von der Baden-Württemberg Stiftung und der Robert Bosch Stiftung getragen. Mit dem Stipendienprogramm verfolgen die Stiftungen ein umfassendes Förderkonzept: Neben einem monatlichen Stipendium von in der Regel 150 Euro erhalten die Jugendlichen Zugang zu einem vielfältigen Seminar- und Bildungsprogramm. Die Mitarbeiter des TiL-Büros leisten Hilfe bei schulischen Fragen und beraten die Schüler bei der Studien- und Berufsorientierung. Hinzu kommt ein großes Alumni-Netzwerk, das vielen Stipendiaten besonders wichtig ist. „Die finanzielle Förderung im Programm hat eine große Bedeutung. Aber insbesondere die ideelle Förderung macht das Programm so erfolgreich. Denn wir ermöglichen unseren Stipendiaten, nicht nur ihre schulischen Begabungen zu entfalten, sondern auch gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen“, sagte Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung.

Stiftungsprofile:

Die Robert Bosch Stiftung gehört zu den großen unternehmensverbundenen Stiftungen in Europa. Sie investiert jährlich rund siebzig Millionen Euro in die Förderung von ca. 800 eigenen und fremden Projekten aus den Gebieten der Völkerverständigung, Bildung, Gesellschaft und Kultur sowie Gesundheit und Wissenschaft. Insgesamt hat die Stiftung seit ihrer Gründung 1964 mehr als 1,3 Milliarden Euro für ihre gemeinnützige Arbeit eingesetzt.

Die Baden-Württemberg Stiftung setzt sich für ein lebendiges und lebenswertes Baden-Württemberg ein. Sie ebnet den Weg für Spitzenforschung, vielfältige Bildungsmaßnahmen und den verantwortungsbewussten Umgang mit unseren Mitmenschen. Die Baden-Württemberg Stiftung ist eine der großen operativen Stiftungen in Deutschland. Sie ist die einzige, die ausschließlich und überparteilich in die Zukunft Baden-Württembergs investiert – und damit in die Zukunft seiner Bürgerinnen und Bürger.

Vier der neuen Stipendiaten stellen wir hier vor:

Ivona

Die 16-jährige Ivona lebt erst seit 2014 zusammen mit ihrer Schwester und ihrer Mutter in Ulm, nachdem ihr Heimatdorf in Kroatien durch eine Flutkatastrophe größtenteils zerstört wurde – wenige Wochen vor ihrem Schulabschluss und dem bevorstehenden Wechsel auf ein Gymnasium. Deutsch hatte sie sich selbst als Kind vor dem Fernseher beigebracht, was ihr im Fremdsprachenunterricht ab der 4. Klasse einen Vorteil gegenüber den Klassenkameraden einbrachte. So fiel der exzellenten Schülerin in Deutschland der direkte Einstieg in die 9. Klasse des Gymnasiums vergleichsweise leicht, trotz der großen kulturellen und sprachlichen Umstellung. In Kroatien tanzte Ivona in einer Volkstanzgruppe und spielte Klavier im Kirchenchor. Nachdem sie in Deutschland inzwischen auch in ihrem Alltag angekommen ist, möchte sie gerne Volleyball spielen und ihre stimmlichen und schauspielerischen Talente entfalten. Ivona hat einen großen Ehrgeiz und liebt das Gefühl etwas erreicht zu haben. Auch deshalb möchte sie nach ihrem Abitur gerne studieren.

Richard

Richard beeindruckte die Auswahljury mit seiner Bewerbung zutiefst: Nachdem seine Großmutter, bei der er in Ghana aufwuchs, verstorben war, kam er 2013 als 16-Jähriger nach Filderstadt. Erst hier lernte er seine Mutter, die nach Deutschland ging, als er noch klein war, und seine jüngeren Halbschwestern kennen. Innerhalb kürzester Zeit hat Richard Deutsch gelernt und seinen Haupt- und Realschulabschluss mit sehr guten Noten abgelegt – und das alles, obwohl er in Ghana aus Kostengründen keine richtige Schule besucht hat. Inzwischen geht er in die 11. Klasse eines Gymnasiums in Stuttgart, vor allem Englisch und Mathe zählen dort zu seinen Lieblingsfächern. Wie viele Jungs in seinem Alter interessiert er sich für Computer und liebt es Fußball zu spielen. Für seine Zukunft hat Richard bereits große Pläne: er möchte nach seinem Abitur gerne Maschinenbau studieren, um ausreichend Geld zu verdienen und einen Teil davon nach Ghana schicken zu können. So will er den Kindern dort die Möglichkeit zu geben eine Schule zu besuchen.

Marie

Auf dem Weg zum Abitur steigen die schulischen Anforderungen in aller Regel deutlich. Umso beeindruckender, wie viel Zeit sich die 17-jährige Marie aus Nürtingen neben der Schule noch für ihre Hobbies und ihr Engagement nimmt: Sie spielt Theater und singt in einem Chor, im Schulzirkus ist sie der Clown, außerdem tanzt sie gerne und besucht die Jugendkunstschule in Nürtingen, seit sie 10 Jahre alt ist. Neben der Betreuung ihres pflegebedürftigen Großvaters, mit dem sie zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Bruder lebt, macht sie sich für die sozialen Projekte „Be a Slip-power – wir sagen Stopp gegen weibliche Genitalverstümmlung“ und das Projekt „WirMachtSchule“ stark, die ihr sehr am Herzen liegen. Darüber hinaus engagiert sie sich für Flüchtlinge, indem sie ihnen die deutsche Sprache beibringt. Zusätzlich ist sie als Schülersprecherin der Rudolf-Steiner-Schule in Nürtingen im Leitungsteam der SMV. Marie beschreibt sich selbst als „kreativer und verträumter Mensch“, was nicht nur ihr soziales Engagement und ihre Freizeitgestaltung zeigen; auch ihre Zukunftspläne sind vielsagend: Nach der Schule würde sie gerne eine Ausbildung zum Klinikclown machen, da „Humor die beste Medizin ist“. Auch eine Tätigkeit in der Entwicklungshilfe kann sie sich vorstellen: „Mein Wunsch ist es, für die Erde ein Geschenk zu sein und mich nicht nur beschenken zu lassen“.

Kiril

Kiril kam als 2-Jähriger 2001 mit seiner Mutter aus Lettland nach Deutschland. Hier wohnen sie zusammen mit dem Lebensgefährten der Mutter in Heddesheim. Der 16-Jährige besucht die Kursstufe 1 eines Gymnasiums in Mannheim und interessiert sich sehr für Sprachen und Geisteswissenschaften. Neben Englisch, Französisch und Spanisch fasziniert ihn die chinesische Sprache, weshalb er in seiner Schule eine Chinesisch-AG besucht. Und auch Geschichte und Ethik sind weitere Fächer, die Kiril sehr begeistern. Diese Interessen versucht er zu vereinen, indem er Nachrichten auf verschieden Sprachen anschaut und Geschichtsbücher und Zeitschriften über Weltpolitik liest. Im Oktober nahm er deshalb auch bei der TiL-Veranstaltung mit der Ministerin im Staatsministerium Silke Krebs teil, mit der die Stipendiaten über die Themen Bildung und Flüchtlinge eine angeregte Diskussion führen konnten. Seit 13 Jahren besucht er außerdem die „Internationale Kulturschule Rhein-Neckar“. Hier lernt er die russische Sprache, Geschichte, Geographie und Literatur kennen, übt Theaterstücke ein, hilft außerdem Grundschulkindern bei den Hausaufgaben und ist immer wieder als Moderator bei Veranstaltungen tätig. Eine weitere Leidenschaft von Kiril ist American Football. Bereits seit 6 Jahren spielt er bei den „Rhein-Neckar-Bandits“ in der U17- und U19- Mannschaft und hat es letztes Jahr als einer der jüngsten in die U17-Auswahl in Baden-Württemberg geschafft.

 

 

50 neue Talente im Land gefunden

Mit dem Stipendium Talent im Land Baden-Württemberg unterstützen die Baden-Württemberg Stiftung und die Robert Bosch Stiftung begabte und benachteiligte Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg zum Abitur oder zur Fachhochschulreife. Das Stipendium, 2003 als Programm für Schüler aus Zuwandererfamilien gestartet, steht dieses Jahr zum ersten Mal auch Jugendlichen ohne Migrationshintergrund offen. Mit der feierlichen Aufnahme von 50 Stipendiaten ist der neue Jahrgang heute offiziell begrüßt worden.

37 Mädchen und 13 Jungen sind heute in Stuttgart in das Programm Talent im Land Baden-Württemberg aufgenommen worden. Im Kursaal Bad Cannstatt wurden die 50 Talente unter anderem von Silke Krebs, Ministerin im Staatsministerium Baden-Württemberg, begrüßt. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten, die zum großen Teil die Klassenstufe 10 an Gymnasien und Werkrealschulen des Landes besuchen, wurden aus rund 350 Bewerberinnen und Bewerbern ausgewählt. Erstmals sind auch Schülerinnen und Schüler ohne Migrationshintergrund unter den Stipendiaten. Möglich wurde dies durch eine Umstrukturierung des Programms. Seit 2013 können sich auch begabte und benachteiligte Schülerinnen und Schüler ohne Migrationshintergrund auf eine Förderung bewerben. Damit reagieren die beiden Stiftungen auf eine aktuelle gesellschaftliche Entwicklung: Laut neuen Studien hat die Bedeutung des

Migrationshintergrunds als ausschlaggebender Faktor für Bildungsbenachteiligung abgenommen. Entscheidend für den Bildungserfolg sind die sozialen, kulturellen und ökonomischen Ressourcen. „Bildung ist der Schlüssel zu einer freien, selbstverantwortlichen Lebensgestaltung, zur Sicherung der materiellen Existenz aus eigener Kraft und zu gesellschaftlicher Teilhabe. Ich freue mich daher, dass die Stipendiatinnen und Stipendiaten ihre begonnene Bildungskarriere mit der individuellen Unterstützung, Beratung und Begleitung durch das Förderprogramm Talent im Land Baden-Württemberg erfolgreich fortsetzen können“, sagte Silke Krebs, Ministerin im Staatsministerium Baden-Württemberg.

Förderung mit Tradition

Seit 2003 gibt es das Stipendienprogramm Talent im Land Baden-Württemberg, durch das bereits über 500 begabte Schüler aus Zuwandererfamilien gefördert wurden. Bewerben können sich Jugendliche, die mindestens die siebte Klasse besuchen und die Schule mit dem Abitur oder der Fachhochschulreife beenden möchten. Neben Talent müssen die Schüler Ausdauer, Zielstrebigkeit und soziales Engagement mitbringen.

„Nur mit Bildung kann man ein selbstbestimmtes Leben führen“, sagte Dr. Ingrid Hamm, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung. „Talent im Land unterstützt begabte, engagierte und leistungsbereite Jugendliche, die von zuhause nicht die notwendige Unterstützung mitbringen, auf dem Weg zum Schulabschluss und darüber hinaus. Damit schaffen wir Bildungschancen und legen den Grundstein für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben.“

Talent im Land wird jeweils zur Hälfte von der Baden-Württemberg Stiftung und der Robert Bosch Stiftung getragen. Mit Talent im Land Baden-Württemberg verfolgen die Stiftungen ein umfassendes Förderungskonzept, das auch das schulische, familiäre und gesellschaftliche Umfeld der Bewerber berücksichtigt. Die Stipendiaten erwartet eine umfassende Förderung: Neben finanzieller Unterstützung und einem vielfältigen Seminarangebot erhalten die Schüler, auch über den Schulabschluss hinaus, eine individuelle Beratung durch die Mitarbeiter des Talent im Land Büros sowie durch das Netzwerk aus Stipendiaten und Ehemaligen. „Mit diesem Stipendienprogramm werden die Jugendlichen dabei unterstützt, ihre eigenen Begabungen, nicht nur die schulischen, zu entfalten und ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Das macht Talent im Land so einmalig“, sagte Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung, heute in Stuttgart.

Stiftungsprofile

Die Baden-Württemberg Stiftung setzt sich für ein lebendiges und lebenswertes Baden-Württemberg ein. Sie ebnet den Weg für Spitzenforschung, vielfältige Bildungsmaßnahmen und den verantwortungsbewussten Umgang mit unseren Mitmenschen. Die Baden-Württemberg Stiftung ist eine der großen operativen Stiftungen in Deutschland. Sie ist die einzige, die ausschließlich und überparteilich in die Zukunft Baden-Württembergs investiert – und damit in die Zukunft seiner Bürgerinnen und Bürger

Die Robert Bosch Stiftung feiert 2014 ihr 50-jähriges Bestehen. Sie gehört zu den großen unternehmensverbundenen Stiftungen in Europa und investiert jährlich rund siebzig Millionen Euro in die Förderung von ca. 800 eigenen und fremden Projekten aus den Gebieten der Völkerverständigung, Bildung, Gesellschaft und Kultur sowie Gesundheit und Wissenschaft. Insgesamt hat die Stiftung seit ihrer Gründung mehr als 1,2 Milliarden Euro für ihre gemeinnützige Arbeit eingesetzt.

Noch mehr Bildungsgerechtigkeit – Talent im Land öffnet sich

„Lieber in Bildung investieren, als später Arbeitslosigkeit zu finanzieren“, so markierte Prof. Jutta Allmendinger eine Kernbotschaft ihres Vortrags auf der Auftaktveranstaltung „Von Talenten und Hürden – Wie gerecht kann Bildung sein?“ in der Staatsgalerie Stuttgart. Als Ikone der Forschung zur Bildungsgerechtigkeit und Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung war sie als Rednerin geladen, um gemeinsam mit über 100 Gästen die Auftaktveranstaltung des neu aufgelegten Schülerstipendienprogramms Talent im Land der Robert Bosch Stiftung und der Baden-Württemberg Stiftung zu begleiten. Eine überaus lebendige Podiumsdiskussion machte klar, wie emotional das Thema Bildung und Chancengleichheit nicht nur bei den Teilnehmern des Gesprächs verankert ist, sondern ebenso im Publikum für engagierte Beiträge sorgte.

Ab 2014 kann allen Schülern unabhängig von ihrer Herkunft ein Stipendium von Talent im Land bewilligt werden, sofern sie dem Anforderungsprofil entsprechen. Die Stiftungen setzen damit ein Ausrufezeichen und beleben einmal mehr die Diskussion um Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit. Ein Podiumsgespräch unter der Moderation von ZEIT-Redakteur Martin Spiewak brachte einige Gestalter, Möglichmacher und Betroffene des deutschen Bildungssystems auf die Bühne. Neben Jutta Allmendinger berichteten die türkischstämmige ehemalige Stipendiatin Katja Gök, der durch einen Spiegel-Artikel bekannte Bildungsaufsteiger René Schönfelder und Martina Mayer, die Konrektorin der Gemeinschaftsschule in der Taus in Backnang, über ihre Erfahrungen mit und in der Schule, über die Hürden und die persönlichen Begegnungen, die halfen, um neue ehrgeizige Ziele zu erreichen. „Wir fördern individuell, stellen den Klassen ein Pädagogen-Tandem  zur Seite und führen dreimal im Jahr mit den Schülern Entwicklungsgespräche, bei denen das Elternhaus natürlich auch eine wichtige Rolle spielt“, so Mayer.

„Es gibt also bereits Modelle, die für mehr Gerechtigkeit sorgen. Warum einigt sich die Politik aber nur auf den jeweils kleinsten gemeinsamen Nenners“, so die Frage von Jutta Allmendinger an den Ministerialdirektor des Landesministeriums für Kultus, Jugend und Sport Dr. Jörg Schmidt. Trotz der Veränderungen im Bereich der Bildung „kann die Politik nur die Basisversorgung stemmen“, so Schmidt. Modelle wie in Backnang, so gut sie auch seien, könnten finanziell nur schwer kommuniziert werden. „Deshalb sind wir den Stiftungen auch sehr dankbar, dass sie hier einspringen und nachhaltige Entwicklungen anstoßen.“

So wie „Talent im Land – Das Schülerstipendium für faire Bildungschancen“. Das Programm hat seit seinem Bestehen über 500 schulische und persönliche Entwicklungen gefördert, Bildungskarrieren ermöglicht und ein Mehr an Bildungsgerechtigkeit geschaffen. Dass es den Trägern dabei nicht alleine um schulische, sondern ebenso künstlerische Begabungen geht, belegten Zdravka Bosancic mit einer Poetry-Slam Performance und die stimmgewaltige Vanesa Nikolova, am Klavier begleitet von Ivo Georgiev. Sie alle sind ehemalige Stipendiaten von Talent im Land und auf ihre Weise Vorbilder.