Fairplay oder Foulspiel – wo ist Sport politisch?

„Fairplay oder Foulspiel – wo ist Sport politisch?“ Diese Frage stellten sich 50 TiL-Stipendiatinnen und Stipendiaten am letzten März-Wochenende bei einem in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung organisierten Seminar im Haus auf der Alb in Bad Urach.

Das vielschichtige und mehrdimensionale Wechselverhältnis zwischen Sport und Politik wurde von den Schülerinnen und Schülern aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Am Freitag erfolgte zunächst eine multimediale Annäherung an das Thema. Mit Fotos, Filmausschnitten, Kurzmeldungen und Posts sollten die Stipendiat*innen in Kleingruppen mediale Ereignisse der Vergangenheit auf einer Skala zum Politik-Gehalt des entsprechenden Ereignisses einordnen. Die unterschiedlichen Einordnungen der Gruppen machten deutlich, dass Ereignisse aus der unterschiedlichen Perspektiven wahrgenommen werden können.

Am Samstag vertiefte die Gruppe an mehreren Themen-Tischen zunächst die bereits am Freitag angesprochenen Aspekte Doping, Sportförderung, Fankultur, Vergabe von sportlichen Großereignissen sowie Integration in und durch Sport. Am Nachmittag erfolgte dann nach eigener sportlicher Betätigung bei traumhaftem Frühlingswetter eine kreative Aufbereitung der Erkenntnisse in einem kurzen Filmclip, einem Radiobeitrag, einem Essay, einer Karikatur, einer Werbekampagne sowie einem kurzen Theaterstück. Den Abschluss fand der Abend mit einer Vorführung des auf wahre Begebenheiten beruhenden Spielfilms Invictus. In diesem Film „verpflichtet“ der nach seiner Haftentlassung und dem Ende der Apartheid zum südafrikanischen Präsidenten gewählte Nelson Mandela die (fast ausschließlich weiße) Rugby-Nationalmannschaft auf einen Sieg der Rugby-Weltmeisterschaft 1995 in Südafrika. Als wäre er für das Seminar beauftragt worden zeigt der Film exemplarisch die Integrationskraft des Sports, mithilfe der die demokratische Wende Südafrikas und die Überwindung der Rassentrennung unterstützt wurde.

Am Sonntag schließlich stand die ehemalige Bundesliga-Handballerin Kaya Diehl, die mit ihrer ehemaligen Mannschaft HC Leipzig EHF-Championsleague-Teilnehmerin und 2016 Handball-Pokalsiegerin war, den Stipendiatinnen und Stipendiaten Rede und Antwort. Von Sportförderung, Doping, Fankultur bis hin zu den Arbeitsbedingungen im Spitzensport kamen dabei viele Themen zur Sprache und gaben den Schüler*innen einen Einblick in die Welt des Spitzensports.

Hier gibt es noch die Ergebnisse der Kreativgruppen:

Der Radio-Beitrag zum Thema Fußball-WM 2022 in Katar.

Der Essay zum Thema Sportförderung in Deutschland.

Das Motiv der Anti-Doping-Kampagne.

Die Karikatur zum Thema Sportförderung in Deutschland.

Der Video-Beitrag zum Thema Doping.