Erneuter Zuwachs für die TiL-Familie

Ein weiterer Jahrgang des Stipendienprogramms Talent im Land stieß in den beeindruckenden Räumlichkeiten des Weißen Saals im Neuen Schloss Stuttgart zu den zahlreichen Vorgängern, die das Programm inzwischen so einzigartig machen.

Als ein Ort der Begegnung wurde das Programm nicht nur von Moderator und Journalist Armin Himmelrath, sondern auch vom stellvertretenden Ministerpräsidenten und Innenminister des Landes Baden-Württemberg, Thomas Strobl, dargestellt. Ganz in diesem Sinne kamen bei der Veranstaltung die frischgebackenen Stipendiat*innen und ihre Familien mit älteren Mitgliedern der TiL-Familie und Alumni, Vertretern aus Schulen und dem Land, aus den Stiftungen und aus unterschiedlichsten Verbänden zusammen.

Eröffnet wurde der kurzweilige Abend von Neu-Stipendiatin Neda Moshki und ihrer Schwester Negin, die bereits seit 2014 im Programm ist. An Querflöte und Piano präsentierten sie eine beschwingte Gavotte von Francois-Joseph Gossec. Moderator Armin Himmelrath begrüßte anschließend die Gäste und Stipendiat*innen und betonte noch einmal den besonderen Charakter des Abends – ein Zusammentreffen derer, die das Programm ermöglichen und derer, die es anschließend mit Leben füllen und so erfolgreich machen.

Minister Strobl betonte in seinem Grußwort nachdrücklich die Bedeutung von Chancengleichheit und warb dafür, in diesem Sinne Bildungschancen und Herkunft voneinander zu entkoppeln. „Packen wir’s einfach gemeinsam an“, war sein Appell, mit dem er die fortschreitende Vielfältigkeit in Baden-Württemberg und die Rolle Einzelner honorierte: „Wenn unser Land nicht heute schon so vielfältig wäre, wie es ist, dann wären wir auch nicht eines der wirtschaftsstärksten Länder in Deutschland und in ganz Europa“.

In eigener Sache und zur Freude der ‚TiLer‘, die an diesem Abend geladen waren, wurde vor der feierlichen Urkundenübergabe der neue Imagefilm von Talent im Land vorgestellt, der noch einmal die Säulen des Programms aus Sicht der Stipendiat*innen beleuchtet. Aufgelockert wurde die Urkundenübergabe durch einen selbstgeschriebenen Text über die Frage nach dem eigenen Talent, seiner Herkunft und seiner Beschaffenheit durch Neu-Stipendiatin Leah Nlemibe.

In einer lockeren Gesprächsrunde zwischen der Geschäftsführerin der Robert-Bosch-Stiftung, Uta-Micaela Dürig, dem Geschäftsführer der Baden-Württemberg-Stiftung, Christoph Dahl, dem langjährigen Kursleiter Prof. Dr. Michael Stephan, und der TiL-Alumna Viola Schramm wurden einzelne Aspekte des Förderprogramms noch einmal besonders hervorgehoben. Aus verschiedenen Perspektiven konnten sie eigene Erfahrungen und Erlebnisse mit einbringen und den Neuankömmlingen im Programm einen Vorgeschmack auf das geben, was sie in den nächsten Jahren erwartet.

Noch drei weitere Stipendiatinnen gestalteten den Festakt mit: Nach der Podiumsgesprächsrunde beeindruckten Özgenur Cicek an der Gitarre sowie Leticia dos Santos und Blerina Jashari mit ihren Stimmen, als sie das Lied „All of Me“ sangen. Für einen besonderen Gänsehautmoment sorgte der Refrain, als alle Stipendiat*innen des Jahrgangs 2016 gemeinsam einstimmten.

Einen gelungenen und emotionalen Abschluss bot Alumnus Hamed Celaymanian, TiLer früher Stunde, dessen Laudatio auf persönlicher Ebene hervorhob, wie viel Einfluss das Stipendienprogramm auf seinen Bildungsweg hatte: viele neue Erfahrungen, Vernetzungen während und nach der Schule und finanzielle wie ideelle Unterstützung. Der Diplommathematiker und Mitgründer des Vereins „Talent im Land Alumni e.V.“ mit iranischen Wurzeln schilderte seine Orientierungslosigkeit während der Anfänge in Deutschland und den beeindruckenden Weg, den er durch und zusammen mit TiL begehen konnte. „Ihr seid Vorbilder für viele andere“, richtete er ermutigend an die neuen Mitglieder seiner Zweitfamilie – eine Familie, die von seinem Enthusiasmus direkt angesteckt wurde und all diesen Vorzügen positiv gestimmt begegnet.

Fünf der neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten stellen wir hier vor:

Le Vy

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„Bildung heißt auch Charakterbildung“, so lautet Le Vys Motto in Bezug auf TiL. Sie hat sich zum einen beworben, um die Angebote im Bereich Begleitung und Beratung wahrzunehmen, zum anderen aber auch, um anderen Kulturen und verschiedenen Persönlichkeiten zu begegnen. Das ausgeprägte Interesse der 14-jährigen Gymnasiastin an anderen Kulturen spiegelt sich auch in ihren Lieblingsfächern wider: Neben Sport und Musik liegen Le Vy vor allem die Sprachen Deutsch, Englisch und Latein. Ihre Muttersprache ist Vietnamesisch, geboren und aufgewachsen ist Le Vy hier in Deutschland und zurzeit lebt sie mit ihrer Familie in St. Blasien.In ihrer Freizeit engagierte Le Vy sich viele Jahre beim Heimatverein, aktuell bringt sie sich im Jugendrotkreuz und im Zentrum für individuelle Begabungsförderung ein, wo sie Schüler*innen mit Lese-Rechtschreib-Schwäche unterstützt. In ihrer Freizeit spielt Le Vy Badminton, schreibt gern Gedichte oder Kurzgeschichten und interessiert sich für griechische Mythologie. Ihre große Leidenschaft für Musik lebt sie seit sechs Jahren beim Geigenunterricht aus, außerdem spielt Le Vy im schulischen Orchester und Streichertrio und singt auch gern. Diese breitgefächerten Interessen und Le Vys Motivation, immer Neues kennenzulernen, werden ihr sicher helfen, all ihre Zukunftspläne zu verwirklichen. Wir freuen uns darauf, Le Vy auf ihrem weiteren Weg zu begleiten!

Haris

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Zwei Dinge liegen Haris besonders am Herzen, sein ehrenamtliches Engagement und die Liebe für Musik. Besonders das Cello und das Klavier haben es dem 16-Jährigen angetan, durchschnittlich fünfzehn Stunden verbringt er jede Woche am Badischen Konservatorium Karlsruhe, wo er nicht nur das Spielen lernt, sondern auch in Musiktheorie unterrichtet wird und im Sinfonieorchester spielt. Zusätzlich unterstützt Haris das Schulorchester seines Gymnasiums, bietet Hausaufgabenbetreuung für die Unterstufe an und war schon als Klassensprecher aktiv. Seit vier Jahren ist er außerdem Mitglied im Stadtjugendausschuss von Karlsruhe, dabei moderiert er beispielsweise Veranstaltungen und ist Jurymitglied bei Wettbewerben.In der Schule interessiert sich Haris besonders für die Fächer Biologie, Geschichte, Politik und Wirtschaft. Nach seinem Abitur kann er sich ein Medizinstudium gut vorstellen, ein soziales Jahr im Krankenhaus ist bereits jetzt fest eingeplant. Sein Fleiß und die ihm typische Verlässlichkeit werden ihm hierbei sicherlich zugutekommen.Durch das Stipendium bei TiL erhofft Haris sich, seine griechischstämmigen Eltern etwas entlasten zu können. Er nimmt sich zudem fest vor die stipendiatische Gemeinschaft bei TiL zu bereichern und sich gut einzubringen. Dass ihm dies gelingen wird, davon sind wir überzeugt!

Nina

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Ob Klavier, Geige, Turnen oder Ballett – die 14jährige Nina aus Breisach hat in ihrer Freizeit immer etwas zu tun! Geige spielt Nina bereits seit sechs Jahren, Klavier seit fünf – und seit knapp vier Jahren ist sie außerdem Teil ihres Schulorchesters. Und auch wenn ihr das Turnen viel Freude bereitet, ist Ninas eigentliche Leidenschaft doch das Ballett. In den letzten zehn Jahren hat sie hierbei zahlreiche erfolgreiche Auftritte absolviert, bei denen sie mitunter sogar Hauptrollen verkörpern durfte. So stand Nina beispielsweise auch schon als Zahnfee auf der Bühne – und wird bald als Schneewittchen zu sehen sein, was wir uns sehr gut vorstellen können!Ausreichend Zeit für ihre zeitintensiven Hobbies bleibt Nina, die momentan die 9. Klasse eines Gymnasiums besucht, da ihr das Lernen recht leichtfällt – ihre Zeugnisse können sich sehen lassen und besonders in Mathe und auch Sprachen hat Nina großes Talent. In der Schule war sie zudem mehrfach als Klassensprecherin in der SMV aktiv und wurde gerade erneut zur Unterstufensprecherin gewählt.Nach ihrem Abitur möchte Nina am liebsten Medizinerin werden und entweder als Chirurgin oder Anästhesistin der Gesundheit dienen. Von TiL erhofft sie sich auf dem Weg dorthin Unterstützung – und die ist ihr sicher!

Oliver

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Olivers Geschichte ist eine sehr besondere: Vor vier Jahren entschied der damals 14-jährige selbstständig sein Heimatland Serbien hinter sich zu lassen und zu seinen in Deutschland lebenden Großeltern zu ziehen. Der Grund für diese mutige Entscheidung? Oliver hat große Ziele und will einiges erreichen im Leben – und hierfür sieht er in Deutschland die besten Chancen.Nach seiner Ankunft in Deutschland besuchte er zunächst sieben anstrengende Monate lang täglich einen Deutschkurs, nachmittags übte er die neuen Kenntnisse dann im Gespräch mit den Nachbarn. Mittlerweile spricht Oliver absolut fehler- und akzentfrei Deutsch – und auch einen leichten schwäbischen Dialekt kann man bereits heraushören, wie es sich eben gehört in Nürtingen.

Sein Fleiß beim Sprachenlernen verhalf Oliver dann auch bald zu ersten Freundschaften mit Klassenkameraden an der Werkrealschule. Ganz besonders wohl fühlte und fühlt er sich aber auf dem Fußballplatz: Das allwöchentlichen Training mit seiner Mannschaft ist für Oliver das Wochenhighlight.

Dank seiner sehr guten schulischen Leistungen wird Oliver im nächsten Jahr die Berufsfachschule abschließen. Das nächste Ziel hat er auch schon fest im Blick: Die Fachhochschulreife. Wir haben keinen Zweifel daran, dass Oliver auch diesen Meilenstein auf seinem Bildungsweg erreichen wird – insbesondere, da ihn sein Stipendium von Talent im Land dabei unterstützt.

Raffaela

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Raffaelas Eltern kommen aus Estland und Italien, sie selbst wurde in Deutschland geboren. Raffaela hat vielseitige Interessen: In der Schule faszinieren sie Sprachen und die Physik, hier insbesondere extrasolare Planeten und SETI-Forschung, also die Suche nach außerirdischem Leben. Passend dazu hat Raffaela schon ein Praktikum beim Haus der Astronomie des Max-Planck-Instituts in Heidelberg absolviert und am Astronomiekurs einer Sommer-Akademie teilgenommen. Abgesehen davon interessiert sie sich auch für Linguistik, Literatur, Ethik, Politik und Wirtschaft.

Und auch in ihrer Freizeit wird Raffaela nicht langweilig: Am Wochenende hilft sie im Restaurant ihrer Eltern als Bedienung aus, außerdem ist sie als Nachhilfelehrerin, in der Hausaufgabenbetreuung und der Schulbibliothek aktiv. Nach der Schule möchte die 17-Jährige am liebsten nach Australien, um ein Work & Travel-Jahr einzulegen, bevor sie in Oxford Astrophysik studieren möchte. Zunächst plant sie aber nun ein Frühstudium in Psychologie, um sich in einem ganz anderen Themenfeld weiterzubilden.

Dieser Bandbreite an Interessen entsprechend freut sich Raffaela bei TiL schon auf das vielseitige Bildungsprogramm. Darüber hinaus erhofft sie sich von ihrem Stipendium ein standhaftes Netzwerk – das können wir ihr mit unseren über 600 aktuellen und ehemaligen Stipendiatinnen und Stipendiaten definitiv bieten.