Alumnitreffen 2021

Ende November 2021 reisten rund 40 ehemalige TiL-Stipendiat*innen aus Nah und Fern in die Jugendherberge Heilbronn, um ein vielseitiges, interessantes und vor allem schönes Wochenende zu verbringen. Mit viel Engagement seitens der Alumni waren die zwei Tage vorbereitet worden, doch es blieb bis zuletzt fraglich, ob das Treffen in Präsenz stattfinden kann.

Mit 2G+-Regelung und zusätzlichem täglichen Testen fand es schließlich statt. Am Freitag standen das Ankommen, die Begrüßung, das Kennenlernen und die Programmvorstellung im Vordergrund. Beim gemeinsamen Abend am Freitag gab es die Gelegenheit, sich in gemütlicher Runde mit anderen Ehemaligen auszutauschen, neue Bekanntschaften zu schließen oder alte Freundschaften zu pflegen.

Der Samstag startete mit einem Vortrag über aktuelle Informationen „Talent im Land Alumni e.V.“. Am Vor- und Nachmittag hielten Ehemalige Impulsvorträge und boten spannende Einblicke in Teilbereiche des Studiums (Brennstoffzelle), die Bedeutung interkultureller Kompetenz, Erkenntnisse aus persönlichen Vorhaben (Wichtigkeit des Netzwerkens) und einen Einblick in die differenzierte Entwicklung des Jüdischen auf der Welt in den letzten 2000 Jahren. Um Alumni, die nicht vor Ort sein konnten, eine Teilnahme zu ermöglichen, wurden alle Vorträge via Zoom gestreamt.

Der Nachmittag war geprägt von einem als Stationenlauf konzipierten Workshop, bei dem unter anderem unabhängig voneinander in kleinen Gruppen an einer gemeinsamen Brücke geplant und gebaut werden musste. Schließlich berichtete das TiL-Büro von Entwicklungen der jüngeren Zeit, um den anwesenden Alumni einen Einblick zu geben. Mit Engergizern und Spaziergängen wurde der Tag aufgelockert und es blieb genügend Zeit zum Sich-Austauschen.

Ein Highlight und langjährige Tradition war auch dieses Jahr der Große Preis, bei dem die Einheit und Verbundenheit der TiLer vorübergehend zweitranging wurde und erhitzt debattiert, angefochten und verteidigt wurde.

Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen der Regionalgruppen. Gemeinsam wurde überlegt, wie die Arbeit der Regionalgruppen noch besser funktionieren könnte, gerade auch in Zeiten, in denen die Pandemie reale Treffen unrealistisch erscheinen lässt. Abgerundet wurde der Sonntag durch zwei kombinierte Reiseberichte in einem einzigen Vortrag. Nach einer Feedbackrunde und einem letzten gemeinsamen Mittagessen war es dann schon wieder Zeit Abschied zu nehmen. Einig waren sich alle Anwesenden, dass es wichtig war, dieses Treffen in Präsenz durchzuführen, um das Gefühl der Verbundenheit zu reaktivieren.

Talent kennt keine Herkunft – neuer Jahrgang aufgenommen

53 neue Stipendiatinnen und Stipendiaten sind seit dem 1. September Teil der TiL-Familie und werden auf ihrem Bildungsweg umfassend unterstützt. Sie wurden Mitte November in einem feierlichen Rahmen mit Petra Olschowski, der Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, sowie den Geschäftsführern der Baden-Württemberg Stiftung, Christoph Dahl, und der Josef Wund Stiftung, Christoph Palm, im Neuen Schloss in Stuttgart bei Talent im Land aufgenommen.

„Im antiken Rom war das Wort ‚Talent‘ eine Gewichtseinheit – und im übertragenen Sinne gilt das auch noch bis heute. Denn ‚all ihr Talent in die Waagschale geworfen‘ haben die ausgewählten 53 Stipendiatinnen und Stipendiaten. Sie haben gezeigt, dass sie großes Talent besitzen und damit das Auswahlgremium des Programms für sich gewonnen“, betonte Petra Olschowski in ihrer Ansprache. Für die 39 Schülerinnen und 14 Schüler, die aus rund 270 Bewerbungen ausgewählt wurden, öffnen sich als TiL-Stipendiaten neue Perspektiven. Neben einer monatlichen Unterstützung von 150 Euro können sie an einem umfangreichen Seminar- und Bildungsprogramm teilnehmen und erhalten bei Bedarf eine individuelle Beratung.

Die ins Stipendienprogramm neu aufgenommenen Schülerinnen und Schüler haben sich bereits sozial oder politisch engagiert oder Auszeichnungen für schulische oder sportliche Leistungen erhalten. „Die Jugendlichen beeindrucken mich jedes Jahr aufs Neue: Sie sind vielseitig interessiert und setzen sich für andere ein, obwohl ihre Lebensumstände nicht immer einfach sind. Mit Talent im Land unterstützen wir die Jugendlichen, ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen“, sagte Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung. Das Engagement für den Klimaschutz, das Einstehen für Gleichberechtigung und der Wunsch, anderen etwas beizubringen, zeichnet die Jugendlichen aus: Sie wollen Lehrerinnen und Lehrer werden, sich beim Freiwilligendienst engagieren, für Frauenrechte kämpfen oder die Umwelt schützen.

Der TiL-Jahrgang 2021 ist eine vielfältige Gruppe: 22 Schülerinnen und Schüler sind in Deutschland geboren, 11 in Syrien. Weitere Geburtsländer sind Afghanistan, Iran, Pakistan, Türkei, Portugal, Usbekistan, Rumänien, Moldawien, Italien, Griechenland, Mazedonien, Russland und Bulgarien. Die Altersspanne reicht von 12 bis 21 Jahre, über die Hälfte sind zwischen 15 und 17 Jahre alt. Während vier Schülerinnen und Schüler keinen Migrationshintergrund haben, sind 29 Stipendiatinnen und Stipendiaten erst innerhalb der letzten sechs Jahre nach Deutschland zugewandert. „Bei uns ist Vielfalt kein politisches Schlagwort. Sie wird bei TiL vielmehr tagtäglich im positivsten Sinne gelebt, wobei wir stets das Verbindende suchen. So entsteht durch unser Stipendienprogramm etwas Einmaliges, das mehr ist als die Summe der eingebrachten Eigenschaften“, betonte Christoph Palm, Geschäftsführer der Josef Wund Stiftung. Neben Drei der vergebenen Stipendien werden ermöglicht durch die Menold Bezler Stiftung.

Die Festveranstaltung unter der Moderation von Kimsy von Reischach lieferte den anwesenden Gästen einen Einblick in die Bestandteile des Programms, von denen die neuen Stipendiat:innen in den kommenden Jahren profitieren werden. Ein kurzer Film über das letztjährige Jahrestreffen spürte dem TiL-Spirit nach und machte Lust auf weitere Begegnungen. TiL-Alumnus Simmuz Doymaz berichtete in seiner Ansprache von seinen eigenen Erfahrungen und wie wichtig es sei, nicht nur ein Ziel vor Augen zu haben, sondern den Prozess, den Weg dorthin, immer gut im Blick zu behalten. TiL hierbei an seiner Seite zu wissen, das sei ein großes Glück und Geschenk.

Mit zwei musikalischen Beiträgen zeigte der neue Til-Jahrgang seine eigene Vielseitigkeit: Neu-Stipendiatin Tara Marx eröffnete mit einem Streicher-Trio den Festakt musikalisch, und Beyhan Tosun beeindruckte das Publikum mit einem selbst geschriebenen türkischen Rap. TiL-Alumna Ophundem Achale schließlich sorgte für Gänsehautmomente, als sie ihr Können unter Beweis stellte, mit dem sie sich in diesem Jahr auch an der Musikshow „The Voice of Germany“ teilnahm.

Der Abend klang bei netten Gesprächen und einem Fingerfood-Buffet, begleitet von Livemusik der Band um TiL-Alumnus Ivo Georgiev, harmonisch aus.

Jahrestreffen 2021 im Literaturarchiv Marbach

Das TiL-Jahrestreffen fand Ende Oktober im Literaturarchiv in Marbach statt und brachte knapp 100 der aktuell rund 150 Stipendiat*innen zu einem spannenden und ereignisreichen Tag zusammen. Bei insgesamt zehn Workshops und Führungen durch die Ausstellungen konnten sich die TiLer*innen mit verschiedenen literarischen Themen auseinandersetzen. Der Tag stand ganz unter dem Motto „Schätze der Literatur: Was ist Literatur? Was kann sie?“.

Die Workshops waren sehr vielfältig und die Stipendiat*innen beschäftigten sich dort unter anderem  mit literarischen Fragmenten, die Einblicke in den Schreibprozess von Autor*innen geben können, mit der Frage, wie Literatur mit Politik und der Wahrnehmung auf die Welt zusammenhängt, mit verschiedenen Schriftsystemen oder mit Reiselyrik. Aber auch eigenes Ausprobieren durfte nicht fehlen.

Jede*r konnte am Vormittag und am Nachmittag jeweils an eine Führung oder an einem Workshop teilnehmen, unterbrochen von einem Mittagsbuffet bei strahlendem Sonnenschein auf der Terrasse des Literaturarchivs mit Blick ins Neckartal. Diese Zeit wurde jedoch nicht nur zum Essen und Entspannen genutzt, sondern auch für einen eigenständigen Besuch der Ausstellungen, zum Austauschen mit den anderen Stipendiat*innen oder dem TiL-Büro, zum Fußballspiel am Schillerdenkmal oder zum Kartenspielen.

Alle Interessierten konnten außerdem erfahren, welche Möglichkeiten das Deutsche Literaturarchiv in Marbach für Schüler*innen bietet – was eine Mitgliedschaft in der jungen Deutschen Schillergemeinschaft bringt oder wie mehrteilige Schreibseminare aussehen. Das Jahrestreffen ist eine schöne Gelegenheit, viele TiLer*innen wieder zu sehen oder kennenzulernen, sich auszutauschen und neue Impulse zu erhalten. Für viele hat der Besuch des Literaturarchivs auf jeden Fall das Interesse an literarischen Themen erhöht.

Zweites Stipendiatentreffen des Jahrgangs 2020

Bei zwei TiL-Seminaren trifft sich jeder aufgenommene TiL-Jahrgang als abgeschlossene Gruppe. Anfang Oktober 2021 fand deshalb das 2. Stipendiatentreffen des TiL-Jahrgangs 2020 im Tagungszentrum Bernhäuser Forst in Filderstadt statt. Das Wochenende zum Thema Rhetorik unter der Leitung von Erika Magyarosi hatte das Motto: „Eine Meinung haben – und dazu stehen“.

Nach dem Ankommen und Kennenlernen ging für die 49 Stipendiat*innen es gleich an die Arbeit: In Kleingruppen wurden Mini-Diskussionen vorbereitet, um spielerisch und kreativ die Debattenthemen für die Abschlussdebatte am Sonntag zu erarbeiten. Anhand von Film- und Tonbeispielen wurden wichtige Wesensmerkmale der Rhetorik erarbeitet.

Pandemiebedingt war für viele das Wochenende das erste reale Wiedersehen nach dem Kennenlernen-Seminar ein Jahr zuvor. Umso mehr genossen alle die gemeinsame Zeit an den Abenden bei Spielen und Gesprächen.

Der Samstag stand ganz im Zeichen eines Rede- und Sprechtrainings in Kleingruppen. Es wurde viel selbst ausprobiert, geübt und debattiert. Aspekte wie ein guter Aufbau einer Meinungsrede, Stimmführung, Gestik und Mimik wurden erörtert – und nach einer Vorbereitungszeit nach dem Mittagessen mit Videoaufzeichnung in der Kleingruppe präsentiert. Anschließend wurden die Videos analysiert und ausgewertet. Nach dem Abendessen stellte Roberto Hirche vom Improtheater Konstanz das Thema Körpersprache in den Mittelpunkt seines sehr kurzweiligen interaktiven Vortrags. Mit seinem Beitrag und der der anschließenden Diskussion endete eine langer, aber gelungener Seminartag.

Höhepunkt und Abschluss des Wochenendes war am Sonntag die große TiL-Debatte zur Frage „Soll das Wahlalter auf 16 gesenkt werden?“, bei der einige Stipendiat*innen ihre gelernten Rhetorik-Kompetenzen anwenden und alle anderen diese analysieren konnten.

Erstes Stipendiatentreffen des Jahrgangs 2021

Zur Freude aller konnte das erste Stipendiatentreffen des neuen TiL-Jahrgangs 2021 im September in der Akademie Bad Boll auch in diesem Jahr als Präsenzveranstaltung stattfinden. Wie bereits in den Vorjahren stand das Seminar unter dem Motto „Chancen bilden – auf dem Weg zu neuen Herausforderungen“.

Bei erlebnispädagogischen Kleingruppenaktivitäten, Workshops zu eigenen Zielen und Herausforderungen und dem Abendprogramm nutzten die neuen Stipendiat*innen die Zeit, um sich gegenseitig kennenzulernen und sich auf das „TiL-Feeling“ einzustimmen.

Bei der Talent-Show am zweiten Abend zeigte sich: so vielfältig unsere Stipendiat*innen sind, so vielfältig sind auch ihre Talente. Ob bei einem türkischen Rap, einem arabischen Lied, Musikstücken sowie einer Tanz-Vorführung – es war für alle ein toller Abend, der viel zu schnell zu Ende ging.

Für den Abschluss am Sonntag berichteten schließlich einige ehemalige Stipendiatinnen und Stipendiaten über ihre Erfahrungen mit dem Programm und gaben hilfreiche Tipps. Wir blicken zurück auf ein erlebnisreiches Wochenende, das allen Beteiligten in guter Erinnerung bleiben wird.

 

Absolvent*innenabschied 2021

Mit Abstand und Maske verabschiedeten sich die diesjährigen TiL-Absolvent*innen Ende Juli im Gebäude der IHK in Stuttgart. Einige der frischgebackenen Alumni kannten die Räumlichkeiten schon: Dort findet seit 2019 auch der Auswahltag statt, der den Beginn als TiL-Stipendiat oder TiL-Stipendiatin einläutet. Nun neigte sich die Schulzeit und damit auch die Zeit als aktive Stipendiat*innen bei TiL dem Ende zu und ein neuer, spannender Lebensabschnitt beginnt! Dr. Andreas Weber von der Baden-Württemberg Stiftung und Christoph Palm von der Joseph Wund Stiftung beglückwünschten die Absolvent*innen zu diesem wichtigen Meilenstein ihrer persönlichen Bildungslaufbahn per Videobotschaft, während Carolin Genkinger der Robert Bosch Stiftung vor Ort den TiLer*innen gratulierte und ihnen gute Wünsche mit auf ihren Weg gab.

Von Anfang an war zu spüren, wie groß die Wiedersehensfreude war nach vielen Monaten nur digitaler Begegnungen im Programm. Zum Erfolg der Veranstaltung trugen maßgeblich die Beiträge verschiedener Absolvent*innen bei, die ihre vielfältigen Erfahrungen im Programm resümierten und ihre vielfältigen Talente unter Beweis stellten: Absolventin Clara Schweizer und Absolvent Tony Alnasri hielt eine rückblickende Rede auf die vergangenen Jahre als TiL-Stipendiat*innen, die Absolventin Neda Moshki verzauberte den Saal mit den Klängen ihrer Tar. Für Gänsehautmomente sorgte Absolventin Ophundem Achale mit ihrem Gesang, begleitet von Alumnus Ivo Georgiev an der Gitarre. Doch nicht nur musikalisch bereicherten die Absolvent*innen den Abend: Julia König überzeugte mit ihrem kreativen Poetry-Slam.

Einen Einblick, wie es nach der Schulzeit weitergehen kann, gab TiL-Alumna Bateatey Achale mit ihrem Beitrag „Von der Schule in die weite Welt: Ein Ausblick“. Aber auch die TiL-Familie soll in der Zukunft der Absolvent*innen nicht zu kurz kommen: TiL-Alumnus Ivo Georgiev stellte die Arbeit des TiL-Alumnivereins vor, verbunden mit der Einladung an die Abiturient*innen, sich auch nach dem Stipendium aktiv im Netzwerk zu engagieren. Die Absolvent*innen Mauricio Osorio Wendt und Jule Tewald hielten eine Überraschungsrede und bedankten sich beim TiL-Büro für ihren Einsatz und die Unterstützung.

Beim abschließenden Stehempfang mit Fingerfood und kühlen Getränken feierten die Absolvent*innen sich, ihre Erfolge und die schöne, gemeinsame Zeit im Programm. Mit Urkunden in der Hand und einer rückblickende Fotoslideshow auf die Erlebnisse der vergangenen Jahre endete an diesem Tag für 53 TiLer die Zeit im Stipendium, doch TiL begleitet sie hoffentlich noch eine Weile auf die eine oder andere Weise weiter.

So fern und doch so nah: Das digitale Abilerncamp 2021

Zum vierten Mal fand das Abilerncamp Anfang April 2021 statt – das erste Mal jedoch pandemie-bedingt digital. Jule und Melissa, Absolventinnen 2021, haben darüber einen Bericht geschrieben:

Mit etwa 20 angehenden, hochmotivierten Abiturienten und sechs Alumni startete das diesjährige Abilerncamp, diesmal nicht in Präsenz, sondern Online. Zu Beginn wurden wir vom TiL-Büro und den Alumni herzlich auf Wonder bzw. Teams willkommen geheißen. Diese zwei Plattformen sollten in den nächsten drei Tagen unser neues Zuhause werden.

Bereits am ersten Tag folgten einige knackige Lerneinheiten nach der Pomodoro-Methode (45min Lernen; 15min Pause). Den Abend ließen wir dann mit einem gemeinsamen Kochprojekt, angeleitet durch Merve, und einem Spieleabend ausklingen.

Nach einem frühmorgendlichen Spaziergang mit Frühstück durften wir am nächsten Tag an einem spannenden Stressbewältigungs-Workshop von Erika teilnehmen. Ihr inspirierender Vortrag mit zahlreichen Tipps war für uns alle Hilfe und Motivation zugleich. Danach reihten sich wieder Lerneinheit an Lerneinheit, durchbrochen von einigen Workshops der Alumni, welche auch jederzeit für all unsere Fragen zu Verfügung standen.

Einen Ausgleich zum Lernen boten Bewegungspausen und Mittagsspaziergänge.

Der nächste Tag stellte, wie der Tag zuvor, unsere Disziplin auf die Probe. Wir waren wohl alle erstaunt, wie viele Lerneinheiten man doch an einem Tag absolvieren kann (Zehn!). Abends fanden sich viele von uns nochmal zum Scribble und Code Names Spielen zusammen.

Am vierten und letzten Tag endete das Abilerncamp um die Mittagszeit mit einer Feedbackrunde und einem gemeinsamen Abschlussfoto.

Ein ganz großes Dankeschön geht an das TiL-Büro und vor allem an unsere Alumni (Sergej, Leticia, Alex, Merve, Kami und Elma), die das Abilerncamp mit viel Liebe und Engagement organisiert haben. Danke!

 

 

Online-Workshop: Selbst- und Zeitmanagement in Corona-Zeiten

Auch in diesem Jahr haben wir Ende Januar unseren traditionellen eintägigen Workshop zum Thema Selbst- und Zeitmanagement – in diesem Jahr als Online-Format – mit unserer Referentin Erika Magyarosi zweifach angeboten.

Die beiden Stipendiatinnen Roula und Paula haben einen Bericht über den Workshop verfasst:

Wir sind eine Familie, wir halten zusammen!“, so inspirierte uns Erika Magyarosi in ihrem Workshop zum Thema Selbst- Zeitmanagement in Corona-Zeiten. 22 Tiler saßen am 23. Januar gespannt an ihren Rechnern und lauschten Erika Magyarosi, die ihnen wertvolle Tipps schenkte, und zwar nicht nur im Bereich Zeitmanagement, sondern auch in vielen anderen Lebensbereichen.

Wie teile ich meine Zeit am besten ein? Was priorisiere ich, wie kann ich mich motivieren und wie schaffe ich es, zu den 15%  der Menschen zu gehören, die ihre Ziele für das Jahr erreichen? All diese Fragen und die Antworten darauf waren Teil des Workshops, der von Erika Magyarosi geleitet wurde. Die Referentin ist halb Ungarin und halb Rumänin, fühlt sich aber auch in Tübingen heimisch. Die 22 Teilnehmer waren von ihrer Ambition und Motivation fasziniert. Denn sie schaffte es, das C1-Deutschzertifikat in vier Monaten zu bestehen und an der Uni Philosophie zu studieren sowie im Anschluss zu lehren. Ihre Leidenschaft ist Kant und ihr Motto ist: „Es ist ok, sollte aber exzellent sein!“, aber ACHTUNG, nicht perfekt, weil die Perfektion kann nie erreicht werden. Für das Erreichen der Exzellenz gibt es jedoch Strategien, die wir gelernt haben.

„Jeder Wunsch hat das Potential erreicht zu werden.“ Dieser Spruch zeigt, dass wir für unsere Ziele kämpfen sollten, da wir sie erreichen können. Um unsere Ziele bestmöglich zu erreichen, bekamen wir Methoden an die Hand. Wir lernten, wie wir den Anfang des Jahres ausnutzen können, um Ziele zu setzen und unsere Zeit geschickt zu planen. Wir wurden von Erika Magyarosi informiert, was man gegen Aufschieberitis tun kann und, was Zeitdiebe sind. Wichtig sind auch die humorvollen Fachbegriffe, die Erika häufig benutzt wie zum Beispiel „eat the frog“ oder „Salami-Methode“, für die Vegetarier: „die Karotten-Methode“.

Ein weiterer Tipp: Für unsere Ziele ist es wichtig ein Minimum und ein Maximum zu definieren um realistisch zu bleiben. Bei der Festlegung unserer Ziele sollten wir Namen finden, die zu dem Projekt passen, aber auch so besonders sind, um unser Ziel immer vor Augen zu haben. Die definierten Ziele bekamen Namen wie Keep calm, JurAnita, Butterfly Effect, Ruby Talk, Florenz, Speedy Gonzales oder Mozart and Faith. Auch sollten wir unsere großen Ziele auf Monats- und Wochenziele herunterbrechen um die Motivation zu behalten, an ihnen zu arbeiten und sie zu erreichen.

Jede*r Einzelne von uns Teilnehmer*innen bekam einen Coach zugeteilt und ist selbst auch Coach für eine andere Person, um gemeinsam die Ziele zu erreichen und sich gegenseitig zu unterstützen. Durch den Workshop aber auch durch die tolle gemeinsame Zeit, die wir hatten, ist das Erreichen unserer persönlichen Ziele in greifbare Nähe gerückt.

Abschließend folgte ein schöner Vergleich der Referentin: Die Zeit kann man als Zyklen definieren. Momentan ist es Winter (auch metaphorisch) und danach kommt logischerweise der Frühling „und wir kriegen auch unseren Frühling“, motivierte Erika Magyarosi am Schluss.

Online-Infotermin zur Bewerbung bei Talent im Land

Am Donnerstag, den 11. März, bieten wir von 17:00 – ca. 18:00 einen Online-Infotermin zur Bewerbung bei Talent im Land an.

Mit dem Online-Termin bieten wir die Möglichkeit, sich im direkten Kontakt mit uns über die Bewerbung zu informieren und offene Fragen zu klären. Einige aktuelle Stipendiat*innen werden auch dabei sein und erzählen, warum sich eine Bewerbung bei Talent im Land lohnt.

Um an dem Termin teilzunehmen, einfach auf → diesen Link klicken. Eine Anmeldung bei uns ist vorher nicht notwendig. Einfach einschalten und dabei sein!

Auch eine Zoom-Anmeldung ist für die Teilnahme nicht notwendig, du kannst statt deines Namens auch ein Pseudonym verwenden. Audio & Video ist beim Zutritt zum Online-Meeting zunächst ausgeschaltet. Die Audio- & Videoeinstellungen von Zoom sowie deine Internetverbindung kannst du jederzeit vorab testen: www.zoom.us/test. Und Informationen zu den Datenschutzrichtlinien von Zoom findest du hier.

Darüber hinaus kann man sich mit Fragen zur Bewerbung jederzeit natürlich auch per Telefon oder per Mail an uns wenden.

. . . Kevin Lam?

Kevin aus dem Jahrgang 2012 schloss das Abitur im Jahr 2014 ab. Anschließend machte er sich mit der Nichtregierungsorganisation „Un Techo Para Todos“, zu Deutsch „ein Dach für alle“, auf nach Chile, um dort ein Freiwilliges Soziales Jahr zu absolvieren. Obwohl das der Wohlstand in Chile größer ist als in den anderen südamerikanischen Staaten erfuhr Kevin eine erdrückenden Schere zwischen Arm und Reich – die Wohlhabenden leben auf einem Niveau, das mit dem westlichen vergleichbar ist, während der arme Teil der Bevölkerung keine Chance hat, dort hin zu gelangen und in unwürdigen Umständen lebt.

Kevin erzählt von den „Campamentos“, den chilenischen Elendsvierteln, in denen die Menschen auch mal auf Müllhalden leben. Möglichkeiten, diese Lage zu verbessern, gibt es wegen der Diskriminierung durch den Rest der Gesellschaft kaum. Seit 1997 versucht „Techo para todo“, diese Slums abzuschaffen und den Menschen die Chance auf Arbeit und Bildung zu geben – und Kevin half mit. Für ihn was besonders der Bildungsbereich wichtig, da ihn die Zustände dort trotz der großen Unterschiede noch immer an die Probleme in Deutschland erinnern. Abgesehen von den finanziellen Problemen und der Zwang zur Arbeit, um die Familie zu unterstützen, nennt Kevin auch die Haltung zur Bildung als maßgeblichen Faktor. Die chilenischen Eltern verstehen oft den Wunsch ihrer Kinder nach besserer Bildung nicht und verwehren ihnen dadurch die Unterstützung. Oft sind die Eltern zudem Analphabeten, ein Umstand, den Kevin sehr mitnahm, da es, wie er sagt, das Eine ist, von Analphabetismus zu wissen, aber etwas komplett anderes, selbst Erwachsene zu kennen, die nicht einmal mit ihrem eigenen Namen unterschreiben können. Doch Kevin war in Chile natürlich auch, um das ganze Land kennen zu lernen und er reiste viel umher. In Südchile stellte die Welt wieder einmal unter Beweis, wie klein sie doch ist: dort traf er Leon aus dem Jahrgang 2011 in einem kleinen Dorf. Leon war gerade auf einer Konzertreise in Südamerika unterwegs gewesen.

Die Zeit in Chile erinnerte Kevin des Öfteren an die Erfahrungen bei TiL und daran, dass auf der ganzen Welt Individuen und Gruppen die Bildung anderer unterstützen. Daher erfreut es ihn besonders, dass die Bewerbung bei TiL seit 2014 für alle Schülerinnen und Schüler gleichermaßen geöffnet ist, so wird das zuvor latent vorhandene Gefühl der Abgrenzung abgeschafft.

Nach dem Abenteuer in Chile blieb Kevin den Süden Deutschlands treu und zog nach Regensburg, um Humanmedizin zu studieren. Zusätzliche Unterstützung bei seinem Studium bekam Kevin seit 2017 durch das Förderwerk Stiftung der deutschen Wirtschaft. Mittlerweile absolviert er erfolgreich sein achtes Semester und genießt die Zeit in Regensburg sehr: „Nicht zu groß und nicht zu klein, jeder fünfte Einwohner ist Student und die Altstadt wurde im zweiten Weltkrieg nicht bombardiert, so dass aus dem Mittelalter alles noch erhalten ist. Was will man mehr?“ Trotz allem zog es Kevin noch einmal in die Ferne, wenn auch dieses Mal nicht ganz so weit: Erst im letzten Wintersemester konnte er in das Leben als Erasmusstudent in der französischen Stadt Limoges kennenlernen. Wieder zurück in Deutschland arbeitet Kevin seit fast einem Jahr fleißig an seiner Doktorarbeit und wird diese voraussichtlich in den kommenden Monaten fertig stellen.

Trotz seines arbeitsintensiven Studiums hält Kevin weiterhin den Kontakt nach Chile aufrecht: In den Semesterferien besuchte Kevin seine chilenische Gastfamilie und natürlich auch die Freunde, die er damals kennengelernt hatte. Auch seine Bande zu TiL sind noch intakt: nach einer aktiven Zeit im Alumnisverein steht euch Kevin auch weiterhin gerne für Fragen zur Verfügung.

Für seine anhaltende Unterstützung danken wir Kevin und wünschen ihm weiter alles Gute!