Ab sofort ein Teil der TiL-Familie

Fünfzig neue Stipendiatinnen und Stipendiaten starten in die Förderung

Ein wenig mutete es an wie der Einzug der Gladiatoren, als die ausgewählten neuen Schülerinnen und Schüler des Stipendienprogramms Talent im Land den Kursaal in Bad Cannstatt in Zweierreihen betraten. Begleitet vom rhythmischen Klatschen der gut zweihundert geladenen Gäste galt ihnen, den womöglich kommenden Bildungsgladiatoren, die ganze Aufmerksamkeit.

Schon vertraut mit den Ritualen der feierlichen Aufnahme bei Talent im Land ist die Ministerin im Staatsministerium Silke Krebs, die in diesem Jahr den Schirmherrn Ministerpräsident Winfried Kretschmann vertrat. Sie machte es gerne, sie machte es gut und vor allem sprach sie offen darüber, dass die Politik derzeit nur ein Thema beschäftige: „Wir kommen an der Flüchtlingsdiskussion gerade nicht vorbei.“ Da passt es freilich, dass unter den neuen TiL-Mitgliedern gleich drei junge Menschen sind, die als Flüchtlinge kamen und erst seit kurzem hier in Deutschland sind. „Das werden in den kommenden Jahren mit Sicherheit noch mehr werden“, so die Ministerin.

Das wäre damit ganz im Sinne der beiden tragenden Institutionen von Talent im Land. Sowohl die Robert Bosch Stiftung als auch die Baden-Württemberg Stiftung wollen mit ihrem Engagement genau jenen eine passgenaue Unterstützung sein, die auf vielfältige Weise mit den besonderen Hürden des Lebens zu kämpfen haben. Hindernisse, die es den Mädchen und Jungen von TiL schwerer machen, „ihre schulischen Begabungen zu nutzen, ihre künstlerischen Talente zu entfalten oder ihr soziales Engagement in die Gesellschaft einzubringen“, sagte die neue Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung Uta-Micaela Dürig.

Begabung, das haben sie, findet auch der Leiter der Sommerakademie Ingo Straten, der als Mitge­stalter des Bildungsprogramms möchte, dass „aus den Talenten keine ewigen werden“. Schön sind da Bildungsgeschichten wie jene von Mergime Mahmutaj, die nach ihrer TiL-Laufbahn als Politikwissenschaftlerin nun ausgerechnet in der Abteilung Integration der Stadt Stuttgart viele Koordinationsfäden in der Hand hält. „Über die Sprache und die Bildung funktioniert Integration am besten. Das machen wir mit Talent im Land seit vielen Jahren sehr erfolgreich“, meinte Dr. Andreas Weber, der dem Bildungsbereich der Baden-Württemberg Stiftung vorsteht.

Moderatorin und Opernsängerin Cornelia Lanz bat denn auch nach und nach einige Stipendiatinnen und Stipendiaten auf die Bühne, damit nicht nur von Talenten gesprochen werde, sondern sie live erlebt werden dürfen. Mehmet Sakat spielte türkische Folklore auf der Saz, Mathangi Thangarasa bot eine Tanz aus Sri Lanka und die frisch gebackene Stipendiatin Marie David glänzte als Schauspielerin mit einer clownesken dramatischen Liebesgeschichte. Alle fünfzig Neulinge erhielten anschließend ihre Aufnahmeurkunde aus den Händen der Ministerin.

Die vielleicht bewegendsten Momente des Abends bescherte TiL-Alumnus Leon Mutunayake der Festgemeinde im Saal. In seiner Laudatio schilderte der Welt- und Europameister im Enshin-Karate Augenblicke und Ereignisse vor, während und nach seiner Zeit als Stipendiat. Den Jura-Studenten aus Freiburg führte Talent im Land vom Dunkel ins Licht der Welt. So jedenfalls beschreibt er seinen noch jungen Werdegang, der voller zukünftiger beruflicher sowie persönlicher Optionen bleibt. Mit welchem Witz und Gefühl für sprachliche Bilder er die neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten aufforderte, diese „unvergleichliche Chance durch Talent im Land zu nutzen“, hob nicht nur die jungen Leute, sondern einen ganzen Saal – die TiL-Familie.

 

Vier der neuen Stipendiaten stellen wir hier vor:

Bessere Chancen für begabte Jugendliche

Baden-Württemberg Stiftung und Robert Bosch Stiftung begrüßen 50 neue Stipendiaten im Programm Talent im Land

22 Mädchen und 28 Jungen wurden am Donnerstag in das Stipendienprogramm Talent im Land Baden-Württemberg aufgenommen. Mit dem Programm unterstützen die Robert Bosch Stiftung und die Baden-Württemberg Stiftung begabte Jugendliche, deren Lebensverhältnisse eine erfolgreiche Schulkarriere spürbar erschweren. Talent im Land begleitet sie auf ihrem Weg zum Abitur oder zur Fachhochschulreife.

Bei der Festveranstaltung im Großen Kursaal in Stuttgart wurden die neuen Stipendiaten von Ministerin im Staatsministerium Silke Krebs begrüßt. „In der Schule werden die Weichen für den weiteren Bildungsweg gestellt. Begabte junge Menschen sollten ihre Chancen unabhängig von ihrer Herkunft auch nutzen können und Anerkennung und Unterstützung erfahren“, so Krebs. „Das Programm verbindet auf vorbildliche Weise Bildungsförderung und Integration“, betonte die Ministerin.

Die 50 neuen Stipendiaten wurden von einer Jury aus knapp 350 Bewerbungen ausgewählt. Erstmals in der Geschichte des Stipendiums überwiegt der Anteil an Jungen. 32 der Jugendlichen wurden in Deutschland geboren, die weiteren kommen aus 16 verschiedenen Ländern wie Afghanistan, Kamerun, der Ukraine oder Syrien. Während sechs der Schüler keinen Migrationshintergrund haben, sind zehn erst in den letzten vier Jahren zugewandert, drei davon im Jahr 2014.

Mehr als 600 begabte junge Menschen wurden seit Programmstart im Jahr 2003 durch Talent im Land Baden-Württemberg gefördert. Während sich das Stipendium in den ersten zehn Jahren ausschließlich an Kinder aus Zuwandererfamilien richtete, steht es seit vergangenem Jahr allen Jugendlichen offen. „Der Zugang zu Bildung darf nicht von der Situation der Eltern abhängen“, sagte Uta-Micaela Dürig, Geschäftsführerin der Robert Bosch Stiftung. „Deshalb setzen wir uns für faire Startbedingungen junger Menschen ein – unabhängig von Herkunft und sozialem Status.“

Talent im Land wird jeweils zur Hälfte von der Baden-Württemberg Stiftung und der Robert Bosch Stiftung getragen. Mit dem Stipendienprogramm verfolgen die Stiftungen ein umfassendes Förderkonzept: Neben einem monatlichen Stipendium von in der Regel 150 Euro erhalten die Jugendlichen Zugang zu einem vielfältigen Seminar- und Bildungsprogramm. Die Mitarbeiter des TiL-Büros leisten Hilfe bei schulischen Fragen und beraten die Schüler bei der Studien- und Berufsorientierung. Hinzu kommt ein großes Alumni-Netzwerk, das vielen Stipendiaten besonders wichtig ist. „Die finanzielle Förderung im Programm hat eine große Bedeutung. Aber insbesondere die ideelle Förderung macht das Programm so erfolgreich. Denn wir ermöglichen unseren Stipendiaten, nicht nur ihre schulischen Begabungen zu entfalten, sondern auch gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen“, sagte Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung.

Stiftungsprofile:

Die Robert Bosch Stiftung gehört zu den großen unternehmensverbundenen Stiftungen in Europa. Sie investiert jährlich rund siebzig Millionen Euro in die Förderung von ca. 800 eigenen und fremden Projekten aus den Gebieten der Völkerverständigung, Bildung, Gesellschaft und Kultur sowie Gesundheit und Wissenschaft. Insgesamt hat die Stiftung seit ihrer Gründung 1964 mehr als 1,3 Milliarden Euro für ihre gemeinnützige Arbeit eingesetzt.

Die Baden-Württemberg Stiftung setzt sich für ein lebendiges und lebenswertes Baden-Württemberg ein. Sie ebnet den Weg für Spitzenforschung, vielfältige Bildungsmaßnahmen und den verantwortungsbewussten Umgang mit unseren Mitmenschen. Die Baden-Württemberg Stiftung ist eine der großen operativen Stiftungen in Deutschland. Sie ist die einzige, die ausschließlich und überparteilich in die Zukunft Baden-Württembergs investiert – und damit in die Zukunft seiner Bürgerinnen und Bürger.

Vier der neuen Stipendiaten stellen wir hier vor:

Die 16-jährige Ivona lebt erst seit 2014 zusammen mit ihrer Schwester und ihrer Mutter in Ulm, nachdem ihr Heimatdorf in Kroatien durch eine Flutkatastrophe größtenteils zerstört wurde – wenige Wochen vor ihrem Schulabschluss und dem bevorstehenden Wechsel auf ein Gymnasium. Deutsch hatte sie sich selbst als Kind vor dem Fernseher beigebracht, was ihr im Fremdsprachenunterricht ab der 4. Klasse einen Vorteil gegenüber den Klassenkameraden einbrachte. So fiel der exzellenten Schülerin in Deutschland der direkte Einstieg in die 9. Klasse des Gymnasiums vergleichsweise leicht, trotz der großen kulturellen und sprachlichen Umstellung. In Kroatien tanzte Ivona in einer Volkstanzgruppe und spielte Klavier im Kirchenchor. Nachdem sie in Deutschland inzwischen auch in ihrem Alltag angekommen ist, möchte sie gerne Volleyball spielen und ihre stimmlichen und schauspielerischen Talente entfalten. Ivona hat einen großen Ehrgeiz und liebt das Gefühl etwas erreicht zu haben. Auch deshalb möchte sie nach ihrem Abitur gerne studieren.

 

 

Gestik, Mimik, Körpersprache – ein Rhetorikseminar für Stipendiaten

„Eine Meinung haben und dazu stehen“ war der Titel des zweiten Stipendiatentreffens des TiL-Jahrgangs 2014 vom 16.-18. Oktober 2015 in Blaubeuren. Knapp 50 Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich im dortigen Heinrich-Fabri-Institut der Universität Tübingen unter Seminarleitung von Ingo Straten mit den Themen Rhetorik und Präsentation.

Durch Programmpunkte wie der Vorbereitung einer Präsentation oder dem Aufbau einer Rede wurden die Stipendiaten nicht nur in ihrem Auftreten sicherer, sie lernten auch viel über ihre Gestik, Mimik und Körpersprache. Durch viele Übungen in Kleingruppen mit Videoanalyse oder auch die „Große TiL-Debatte“ konnte das Gelernte direkt in die Praxis umgesetzt werden. Und natürlich war die Wiedersehensfreude groß, schließlich war seit dem letzten gemeinsamen Stipendiatentreffen schon wieder ein ganzes Jahr vergangen – und einzelne Stipendiaten hatten sich tatsächlich seitdem nicht mehr gesehen, weshalb es viel nachzuholen gab!

TiL trifft…Silke Krebs

Bildung, Integration und Flüchtlinge waren die Themen einer Diskussionsrunde, zu der sich 22 aktuelle und ehemalige Stipendiatinnen und Stipendiaten am 8. Oktober 2015 in der Villa Reitzenstein mit der baden-württembergischen Staatsministerin Silke Krebs trafen. Die Fragen, die die Stipendiaten der Ministerin stellten, führten zu einem angeregten Austausch und interessanten Einblicken in die politische Arbeit.

Silke Krebs ermutigte die Stipendiaten und Alumni, sich in diesem Bereich zu engagieren: „Für die Flüchtlingskinder wird der Zugang zur Bildung entscheidend sein. Wenn das gelingt, ist bei der Integration viel gewonnen. Einige Menschen in Deutschland kritisieren Flüchtlinge dafür, dass sie sich angeblich nicht anpassen wollen. Aber wenn ihnen niemand erklärt, wie der Alltag in Deutschland abläuft, können sie das auch nicht.“ Die Schüler und Studenten berichteten der Ministerin basierend auf beispielsweise der eigenen Fluchtgeschichte, ihrem sozialen Engagement oder Erfahrungen mit dem deutschen Bildungssystem ihre Einschätzungen zu diesem derzeit alles bestimmendem Thema.

Nach der Diskussion erhielten die TiL-Stipendiaten eine Führung durch die neu renovierte Villa Reitzenstein, dem Sitz des Staatsministeriums in Baden-Württemberg. Für unsere Stipendiaten und Alumni ein sehr beeindruckendes und spannendes Erlebnis!

50 neue Chancen – erstes Treffen der neuen Stipendiaten

„Chancen bilden – auf dem Weg zu neuen Herausforderungen“ war der Titel des ersten gemeinsamen Stipendiatentreffens des neuen TiL-Jahrgangs 2015 vom 18. bis 20. September 2015 in der Evangelischen Akademie Bad Boll. Neben dem ersten Kennenlernen der neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten untereinander und einer gemeinsamen Tanzrunde zum Thema Grenzen überwinden wurden gemeinsam die Stärken, Kompetenzen und Ziele der Stipendiaten herausgearbeitet. Denn die vielen verschiedenen Lebensgeschichten zeigen immer wieder, dass unsere Stipendiaten in ihrem persönlichen Bildungsweg einige Herausforderungen bewältigen mussten und müssen.

Ein weiterer Teil des Seminars bestand aus einer Talkrunde mit fünf Ehemaligen des Programms, die von ihrem Engagement während der Stipendiatenzeit bis heute berichteten. Hier erfuhren die neuen Stipendiaten viel über das Programm Talent im Land und wurden darüber aufgeklärt, welche Möglichkeiten und Chancen das Stipendium bietet.

Am Sonntag wurden auch die Eltern der neuen Stipendiaten zu einem gemeinsamen Mittagessen eingeladen. In einer abschließenden Inforunde wurden ausführlich die Programmbestandteile und Fördermöglichkeiten von Talent im Land vorgestellt. So konnten sich auch die Eltern ein Bild des Programms machen und alles rund um das Stipendium kennenlernen. Es ist schön, eine so beeindruckende, aufgeweckte und kontaktfreudige Gruppe als neuen TiL-Jahrgang begrüßen zu dürfen.

Die 10. Talent im Land-Sommerakademie

„Ich streite, also bin ich – Konflikte als Antrieb unseres Lebens“

Hinter jedem Konflikt stecken Bedürfnisse und Interessen, stehen ein Wollen und ein Wunsch: etwa nach Macht, nach Liebe, nach Freiheit, nach Gerechtigkeit, nach Anerkennung, nach Unversehrtheit, nach Ordnung, nach Geborgenheit, nach Wahrnehmung. Konflikte sind in allen Bereichen unseres Lebens präsent, denn überall dort, wo Begegnung stattfindet zwischen Menschen, Ideologien und Idealen, Wünschen und Bedürfnissen, können sich Konflikte entzünden und finden tatsächlich statt.

Konflikte sind nicht lösbar, wenn wir fragen, wer hat Schuld. Einen Konflikt zu verstehen, heißt sich zu fragen, warum gibt es diesen Konflikt? Und diese Frage stellten sich rund 90 Stipendiatinnen und Stipendiaten mehrfach in den Kursen Wirtschaft, Jura, Psychologie, Internationale Politik, Medizin und Journalismus. Auf dem Campus des Salem International College in Überlingen fand vom 1. bis 8. August 2015 die bereits zehnte Sommerakademie von Talent im Land statt, erneut gemeinsam mit den bayerischen Schülerinnen und Schülern des Begabtenprogramms. Die Themen der einzelnen Kurse hatten zwar Konflikte als zentralen Schwerpunkt, zwischen den jungen Menschen von TiL herrschte allerdings Frieden und Harmonie während der acht intensiven Tage.

Konflikte werden in der Unternehmenswelt gerne als Wettstreit definiert, im Wirtschaftskurs auf der Sommerakademie standen allerdings das Freihandelsabkommen TTIP und der Tarifstreit der Lokführergewerkschaft GDL im Fokus der Diskussionen. Mit aktuellen Verfahren und Entwicklungen in der Rechtwissenschaft beschäftigte sich der Jurakurs, der zudem die Justizvollzugs­anstalt in Konstanz und einen Prozesstag am Überlinger Amtsgericht besuchte. Um die Konflikte mit sich, mit Anderen oder zwischen Gruppen kümmerten sich die Teilnehmer des Psychologiekurses, um die Dynamiken und Prozesse zukünftig besser zu verstehen.

Um große internationale Konflikte ging es dagegen im Kurs zur Internationalen Politik. Die kriegerischen Auseinandersetzungen in Palästina, der Ukraine und Afghanistan wurden hier vom Ursprung bis heute behandelt und kritisch gewertet. Dass sich traumatische Gewalterfahrungen übrigens auch im Erbgut niederschlagen, war den Teilnehmern des Medizinkurses anfangs nicht bekannt. Die Epigenetik ist eine noch junge Disziplin und belegt, dass sich bestimmte Lebenserfahrungen im Erbgut festschreiben. Apropos schreiben. Der Kurs zum Thema Journalismus nahm die Medienwelt sehr kritisch unter die Lupe und führte vor, wie die Berichterstattung über Konflikte unsere Meinung prägt, auch irreführt oder Polaritäten schafft.

Viele Gäste besuchten die Sommerakademie. Zur Talkrunde am Abend zur „Jüngsten Geschichte Afghanistans“ kamen der Bundeswehr-Oberst Dieter Bohnert, der Fotoreporter Uli Reinhardt sowie Dr. Heiko Schmitz von Ärzte ohne Grenzen. Zu Gast im Wirtschaftskurs waren die Pressesprecherin der GDL Gerda Seibert und der Co-Autor des Buches „Die Freihandelslüge“ Stefan Scheytt. Günter Gerstberger, ehemals Bereichsdirektor Bildung und Erziehung der Robert Bosch Stiftung, hielt eine Laudatio auf 10 Jahre Sommerakademie. Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung, begrüßte neben der Gruppenleiterin für Bildung Dr. Dagmar Wolf von der Robert Bosch Stiftung die jungen Stipendiaten am Abend der Abschlusspräsenta­tionen aus den Kursen. Dr. Andreas Weber als Leiter des Referats Bildung bei der Baden-Württemberg Stiftung verschaffte sich ebenso wie Dr. Ulrich Seiser als Referatsleiter vom bayerischen Kultusministerium einen persönlichen Eindruck vom Gelingen der mehrtägigen Veranstaltung.

Und die Stipendiatinnen und Stipendiaten? Ja, die genossen diese intensive Zeit, gaben sich nebenbei noch sportlichen Wettkämpfen hin, unterrichteten sich gegenseitig in vielerlei Sprachen, Tänzen und weiteren intellektuellen und kunstfertigen Disziplinen. Die diesjährige Jubiläums-Sommerakademie wurde erneut zu einem grandiosen Höhepunkt im Bildungsprogramm von Talent im Land, eine unvergessliche Woche für die 90 jungen Talente, die sich teilweise unter Tränen in die Sommerferien verabschiedeten.

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Verabschiedung der Abiturienten 2015

Für 31 Stipendiatinnen und Stipendiaten endete dieser Tage nicht nur ihre Schulzeit, sondern auch ihr Stipendium von Talent im Land. Bei der feierlichen Verabschiedung der Abiturienten in der Alten Aula der Eberhard Karls Universität in Tübingen beglückwünschten Dr. Andreas Weber, Abteilungsleiter Bildung der Baden-Württemberg Stiftung, und Dr. Dagmar Wolf, Gruppenleiterin Bildung und Erziehung der Robert Bosch Stiftung, die Abiturienten zu dieser Leistung. Gleichzeitig dankten sie für die Neugier und Offenheit, sich auf das Stipendienprogramm eingelassen zu haben. Zuversichtlich, mutig und selbstbewusst könnten die Abiturienten nun in die Zukunft blicken: „Lasst Euch neugierig auf all das Neue ein, das nun auf Euch einströmt. Mischt Euch ein, hinterfragt und bleibt weiterhin so offen und kritisch! Und setzt Euch für andere ein!“

Prof. Dr. Karin Amos, Prorektorin für Studium und Lehre der Eberhard Karls Universität Tübingen, betonte die Leichtigkeit des Moments, das Abitur geschafft zu haben. Das Gefühl, Flügel bekommen zu haben, trage durch die nächste Zeit und helfe, die notwendigen Richtungsentscheidungen zu treffen.

Mit einem wortakrobatischen Showkampf zwischen Schiller und Goethe eröffneten die beiden Tübinger Slam-Poeten Jakob Nacken und Harry Kienzler den Rückblick auf die Schulzeit. In sehr bewegenden und persönlichen Worten schilderte anschließend die Abiturientin Aida Abreha, welche wichtigen Erfahrungen sie aus der Stipendiatenzeit mitgenommen hat. Ihre Mit-Abiturientin Etnike Xhydollari wagte einen poetischen Blick auf die herausfordernde Zeit zwischen Schule und Erwachsenwerden, in der sich die Stipendiaten nun gemeinsam befänden. Ihr Fazit: „Das war es wert!“

Einen Ausblick auf das Kommende wagten zwei weitere Redebeiträge: TiL-Alumna Severina Butovich berichtete von ihrem ersten Jahr an der Hochschule und zählte anhand von fünf Premieren auf, was alles Neues auf einen zukommt, wenn man die Schule hinter sich lässt. Und TiL-Alumna Nilüfer Ermis stellte die Alumniarbeit von Talent im Land vor und lud die Absolventen zum Beitritt in den Alumniverein ein. So wurde sehr deutlich, dass das Netzwerk von Talent im Land über die eigentliche Stipendiatenzeit weit hinausreicht. Nach einer abschließenden Bildershow mit Eindrücken aus drei bis sechs Jahren Stipendienzeit ließen die Abiturienten gemeinsam mit ihren Freunden und Familien den Nachmittag bei einem Empfang mit Fingerfood ausklingen.

 

 

Umgang mit Stress 2015

Wir leben im Zeitalter des Stress: Burnout ist in aller Munde, auch und gerade leistungsfähige junge Menschen fühlen sich häufig getrieben und überfordert.

15 Stipendiatinnen und Stipendiaten haben sich im Seminar Umgang mit Stress in den Pfingstferien in Rastatt dem Phänomen Stress genähert und auf verschiedenen Ebenen Lösungsansätze erarbeitet. Auch der Umgang mit angstbesetzten Situationen wurde thematisiert. In verschiedenen Übungen lernten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Entspannungstechniken und Mentaltrainings kennen.

Die Auswahl der neuen Talente läuft

Bis zum 31. März war in diesem Jahr eine Bewerbung bei Talent im Land möglich. Alle eingegangenen Bewerbungen im 2. Bewerbungsschritt werden derzeit auf Vollständigkeit überprüft, die anschließend von den Jurymitglieder der ersten Auswahlrunde gesichtet werden. Mitte Juni erfahren alle Bewerber, ob sie zum nächsten Schritt, dem Auswahltag am 11. Juli in Stuttgart, zugelassen werden können.

Eine Bewerbung um ein Stipendium ist derzeit nicht möglich.

Planspiel Europa 2015

Wie funktioniert eigentlich europäische Politik? Gemeinsam mit der Evangelischen Akademie Bad Boll und planpolitik fand in den Osterferien das Planspiel „Deutschland und Europa“ statt. Knapp 50 Stipendiatinnen und Stipendiaten beschäftigten sich mit der Funktionsweise der Europäischen Union und ihrer Institutionen.

Aufgeteilt in Ländergruppen und Ausschüsse hatten sie die Aufgabe, gemeinsam ein Gesetz für eine neue Asylpolitik zu erarbeiten – ein hoch aktuelles, politisch brisantes Thema, bei dem einige ihre eigenen Erfahrungen einbringen konnten. Informationen wurden eingeholt, Absprachen getroffen, Debatten geführt –nach einem langen Verhandlungstag war schließlich eine für alle zufriedenstellende Lösung gefunden.

Einblicke in die Thematik des Seminars erhielten die Jugendlichen auch aus erster Hand: Prof. Hannes Schammann, Professor für Migrationspolitik an der Universität Hildesheim, berichtete von seinen Forschungen. Pfarrerin Ines Fischer vom Stuttgarter Flüchtlingsrat erzählte von ihren Erfahrung mit den tatsächlichen Lebensverhältnissen und Problemen von Flüchtlingen in Deutschland.

Die Rückmeldungen der Teilnehmenden zeigen: Politik anschaulich und spannend zu vermitteln ist machbar!